Grand Canyon Tour 2007
Discover the Grand Canyon Tour 2007 WELCOMES YOU
Man kann den Grand Canyon auf recht unterschiedliche Weisen entdecken. Auf Kurzwanderungen, mit dem Shuttlebus zu den vielen View Points, auf dem Rücken der Maultiere, mit dem Boot oder mit dem Helikopter oder Flugzeug. Den Canyon zu durchwandern ist sicher die beste Möglichkeit Flora und Fauna und die verschiedenen Klimazonen aus der Nähe zu erleben.
Wir wollen ihn zu Fuß bezwingen. Wir, das sind Anita, Hartmuth und ich. Vom North Rim zum South Rim. Das muß doch zu schaffen sein.
GRAND CANYON - WIR KOMMEN !
16. September 2007
Der Urlaub beginnt diesmal ganz anders. Nicht etwa der Hamburger Airport sondern der Bahnhof ist Startpunkt für meine Tour. Mit dem Zug fahre ich bis zum Düsseldorfer Flughafen. Von hier soll es morgen vormittag zusammen mit Anita und Hartmuth nach Las Vegas gehen. Pünktlich um 15.00 Uhr endet das erste Teilstück auf meinem Weg in die USA. Ich checke im Hotel Sheraton, direkt am Terminal, ein. Das erspart mir heute und morgen unnötige Taxifahrten. Gegen 18.00 Uhr treffe ich Anita und Hartmuth beim Vorabend Checkin. Nach mehr als einer Stunde geduldigen Wartens sind wir unser Gepäck endlich los. Die nette Dame am Schalter wollte sogar meine Handynummer haben, nur für eventuelles. Anschließend trinken wir noch einen Kaffee und verabschieden uns für morgen früh ca. 8.00 Uhr. Gute Nacht.
17. September 2007
DUS - LAS
Der Wecker reißt mich 6.30 Uhr aus allen Träumen. Eine halbe Stunde später sitze ich beim Frühstück. Der Blick durch die riesigen Panoramafenster beschert trübes Wetter. Und ich bin schon wieder beim träumen. In ca. 14 Stunden steige ich in Vegas aus dem Flugzeug, es sind sicherlich 30 Grad und die Sonne scheint. OH YEAH!!!
Kurz nach 8.00 Uhr treffe ich Anita und Hartmuth. Wir suchen uns ein nettes Plätzchen und beginnen uns auf den Urlaub einzustimmen. Während wir so am schnacken sind klingelt mein Cell Phone. Im Display die Vorwahl von Düsseldorf. Upps. Es meldet sich ein Angestellter der LTU. Unser Flug hat Verspätung. Es reicht, sich 2 Stunden später zur Kontrolle zu begeben. Na super, das geht ja gut los. Etwas später wird auch Harry übers Telefon informiert, was für ein Service. Aus 10.50 Uhr Abflug wird nun 12.50 Uhr Abflug. Das klingt frühs um neun noch sehr weit weg. Aber irgendwie schaffen wir das schon. Um halb 2 verlassen wir dann auch endlich deutschen Boden mit Kurs Nordamerika.
Der Pilot entschuldigt sich für die Verspätung und verspricht ordentlich "Gas" zu geben. Wir sitzen im hinteren Teil des Airbus A 330-200. Anita und Hartmuth am Fenster, ich daneben in einer 4er Reihe für mich allein. Was für ein Luxus, so etwas habe auf früheren Flügen noch nie erlebt. Der Sitzplatzabstand ist allerdings eine Zumutung. Ich vertreibe mir die Zeit an Bord mit Zeitung lesen, Bordprogramm und Zeitung lesen usw., usw., usw...
Die Verspätung kann unser Käpt'n nicht ganz aufholen. So landen wir am frühen Nachmittag im Zockerparadies Las Vegas. Und wieder will man uns ärgern. Der Flieger hat gerade die Parkposition erreicht, alles springt aus den Sitzen und will nur noch raus hier. Doch es geht garnichts. Die Amis haben Probleme die Fluggastbrücke ("Finger") richtig zu positionieren. Es dauert 30 min bis wir austeigen können. OMFG!!!
Die Einreiseprozedur und Gepäckannahme verlaufen ohne Vorkommnisse. Mit dem Shuttlebus fahren wir zum neuen Car Rental Center, um bei Alamo unseren Wagen entgegen zu nehmen.
Uns erwartet ein riesige Snake. Ich passe auf das Gepäck auf und vertreibe mir die Zeit mit "People-Watching". Was es hier so alles rumläuft, wow. Und ich mittendrin. Nach weit mehr als einer halben Stunde kommen die 2, und wir machen uns auf den Weg zur S.U.V. Choise-Line. Harry reißt sich einen GMC unter den Nagel. Die "Choise" ist allerdings nicht so riesig.
Wir beladen gerade unseren "Truck", da ruft Anita zu Harry: Wo ist die Mappe mit den Papieren? In der Mappe sind sämtliche Reservierungsunterlagen der beiden, Permits, e-tickets usw... Glücklicherweise nicht Pässe, Karten und Cash. Trotzdem ist das ein riesiger Schock. Sie ist wie vom Erdboden verschluckt. Die Stimmung ist erst mal ruiniert. Ich stehe da, habe meinen Kram beisammen und kann nicht mit Worten helfen. Außer natürlich zu suchen. Nach 2 Stunden brechen wir ohne Erfolg ab, und steuern Richtung Best Western Mc Carran Inn. Später am Abend fahren wir noch zum Essen und so ganz langsam geht es wieder bergauf. Die beiden haben in dieser schwierigen Situation nicht ein böses Wort verloren oder sich gegenseitig Schuldzuweisungen gemacht. (jedenfalls nicht vor mir) Hut ab!!! Ab morgen kann es nur noch besser werden. Gute Nacht!
18. September 2007
Mit "Careless Whisper" holt mich mein Telefon aus dem Schlaf. Ich bin diese Nacht nur einmal kurz wach gewesen. Und ohne den Weckruf hätte ich es doch glatt verpennt.
Um 6.00 Uhr sind wir zum Frühstück verabredet. Für Anita & Hartmuth ist es "DAS BESTE FRÜHSTÜCK DER WELT". Für mich das erste des Urlaubes. Ich haue mir 4 Scheiben Toast mit Marmelade rein. Ein Sättigungsgefühl setzt allerdings nicht wirklich ein. Nach einem Bagel oder auch 2 und etwas Müsli wird es kaum besser. Ich gebe es auf. Satt werde ich hier nicht.
Nach dem Check out düsen wir zum Storage von A&H.
Die 2 haben sich vor Jahren hier "eingenistet" und lagern hier eine Menge an Reiseequipment. Nach einigem auspacken und umpacken, sowie anpacken erfolgt wieder das Einpacken. Wir fahren zu Walmart und füllen unsere Kühlbox auf. Hier geht es zügig voran, sodass wir die Stadt doch recht schnell verlassen.
Am "Hoover Dam" legen wir einen kurzen Fotostop ein. Jedesmal wenn ich hier stehe, habe ich das Gefühl, der Wasserstand ist wieder etwas zurückgegangen. Wenn das so weiter geht, gibt es in 50 Jahren vielleicht nicht mehr den Tourismus in der heutigen Form. Das gleiche gilt für den Lake Powell. Wo sollen die Hausboote noch anlegen wenn der Wasserpegel immer weiter sinkt? Die Amis müssen endlich lernen sparsamer mit ihren Ressourcen umzugehen.
Über Kingman und Williams fahren wir direkt zum Grand Canyon National Park. Für mich ein absolut neues Gefühl, mal nicht am Steuer zu sitzen. Es ist natürlich sehr entspannend. Im Park angekommen, geht's sofort ins Backcountry Office. Wir brauchen ja noch die Permits. Anita muß gar keine großen Erklärungen über die verlorenen Papiere abgeben. Die Rangerin fragt nur nach dem Namen, und 3 Sekunden später ist alles geritzt und ausgedruckt. Eine schlechte Nachricht gibt es dann allerdings doch noch. Eine Wasserleitung unten im Canyon ist "gebroken". Also: Kein Wasser! UFFTA, UFFTA Tä.....
Wir fahren erstmal zum Mather Campground und bauen unsere Zelte auf. Anschließend entern wir den General Store. Wir kaufen Trockenfutter, Powerriegel, und einige Kleinigkeiten, sowie ganz wichtig Tabletten um das Wasser aus dem Bright Angel Creek trinkbar zu machen. Wir schmeißen alles in den Truck und fahren zum Yavpai Point. Nun warten wir auf den SUNSET.
Am North Rim sind einige Rauchwolken zu erkennen. WILDFIRE!
Die Spannung steigt und steigt.
Finale.
Zum Abschluß fahren wir noch zum Dinner in die Yavapai Lodge. Dort stärken und wärmen wir uns nochmal auf, bevor es in die Zelte geht. Gute Nacht!
19. September 2007
Die 1. Nacht im Schlafsack endet kurz nach 6.00 Uhr.
Ich habe richtig gut geschlafen. Keine Rückenschmerzen, keine Erfrierungen, keine nächtlichen Toilettenbesuche. Was will man(n) mehr. Nach dem Frühstück beginnen wir unsere Rucksäcke zu entleeren.
"Plan and Prepare" and "Pack It In, Pack It out"! Da verlass ich mich voll auf Anita & Hartmuth. Schließlich haben die beiden in den letzten Jahren einige Erfahrungen sammeln können.
So gegen 10.00 Uhr fahren wir zur Bright Angel Lodge. Von hier aus startet unser Shuttle zum North Rim.
Die Entfernung an dieser Stelle des Grand Canyon zwischen Nord- und Südrand beträgt ungefähr 16 km Luftlinie(glaube ich jedenfalls). Mit dem Auto sind wir über 4 Stunden unterwegs. Nach knapp 350 km checken wir am späten Nachmittag auf dem Campground des North Rim ein.
Wir bauen rasch die Zelte auf und schon beginnt
es zu dämmern. Im General Store direkt am Camp geht es sehr ruhig und
beschaulich zu.
Hier begeben wir uns zwischen den Regalen auf Nahrungssuche. A&H können den Burrito's nicht wiederstehen. Ich genehmige mir ein Thunfisch- und Putenbrust Sandwich, sowie einen leckeren Kirschjoghurt.
Mit heißem Kaffee versuchen wir unsere
Körper auf die kommende kalte Nacht vorzuwärmen. Die Temperaturen
sollen Richtung Gefrierpunkt fallen. Brrr....
Gute Nacht!
20. September 2007
Um 5.15 Uhr holt mich mein Telefon aus dem Schlaf. Vollkommen "durchgeschwitzt" entsteige ich meinem "Spectrum 33"(so heißt mein Zelt). Es ist zwar noch dunkel, doch auf meinem Thermometer lese ich 12°C ab. Garnicht so schattig, wie gemeldet. Auch bei Anita & Hartmuth brennt schon Licht in der Behausung. Eine halbe Stunde später ist alles in den Rucksäcken verstaut. Nach einer Katzenwäsche und einem Minifrühstück satteln wir auf. Mit fast 20 kg auf dem Rücken bzw. Hüften wanke ich los. Nach 30 min. erreichen wir den Trailhead, der auf 2.515m liegt. Hier beginnt der North Kaibab Trail.
Nach einigen obligatorischen Fotos geht's nun endlich los. Unser heutiges Ziel ist der 11 km entfernte Cottonwood Campground auf 1244 m Höhe.
Etwas später überholen uns schon die Ersten, aber nicht weil wir so langsam laufen, sondern weil wir nicht joggen oder rennen. Es handelt sich um ein lustiges Männertrüppchen so um die 50 Jahre und aufwärts. Nur mit Wasser und Powerriegel bepackt, wollen sie den Canyon an einem Tag bezwingen. Na dann: "Have a nice Day".
Am Supai Tunnel machen wir Rast. Es ist warm geworden und wir zippen die Hosen ab. Dummerweise hat mein Rucksack auf den letzten Metern angefangen zu quitschen und zu knarzen. NERV!!! Er ist wohl noch zu neu. Ich schüttel hier und shake da, mal sehen ob es hilft.
Je tiefer wir kommen um so wärmer wird es.
Und wir machen die ein oder andere Pause.
Nach über 6 Stunden ist der Cottonwood Campground endlich erreicht. Mit den letzten Kräften baue ich mein Zelt auf. Anschließend schleppe ich mich bis zur Hütte des Rangers. Hier gibt es Schatten. Auf einer Bank mach ich mich lang. Kurze Zeit später treffen auch A&H ein. Wir sind richtig k.o.
Als die Schatten unsere Site erreicht haben, bereiten wir unser "Dinner" vor.
Aus dem noch riesigen Angebot entscheide ich mich für "Chickenbreast with mashed potatos". Dazu einen guten Schluck Wasser.
Gut abgehangen!
Hier wohnt der Ranger.
Die Sonne verschwindet recht früh hinter den gewaltigen Canyonwänden. Wir sitzen noch lang bei Kaffee und heißer Schokolade zusammen und lassen den Tag nochmal an uns vorbei laufen. Nach Einbruch der Dunkelheit verkriechen wir uns in unsere Schlafsäcke. Gute Nacht!
21. September
Vor Sonnenaufgang beginnt unser Tag. Ich habe sehr gut geschlafen. Wir bauen, ohne unsere Nachbarn zu stören, unser Lager ab. Heute geht's zur 11 km entfernten und 776m hoch gelegenen Phantom Ranch. Gegen 6.00 Uhr setzen wir uns in Bewegung. Kurze Zeit später stehen wir vor dem Wegweiser " Ribbon Falls". Während Anita hier rastet, satteln Hartmuth und ich die Rucksäcke ab und machen einen Abstecher zum Wasserfall.
Auch am South Rim geht so langsam die Sonne auf.
Schon wieder diese Jogger.
Heute läuft es sich wie geschmiert. Diese Durchquerung riecht allerdings im wahrsten Sinne des Wortes nach Gefahr. Nicht auszudenken wenn man sich hier inklusive Rucksack langmacht.
Nur noch ein paar Kurven dann ist es geschafft.
Am späten Vormittag erreichen wir die Phantom Ranch. Es gibt gute Nachrichten, die Wasserleitung ist repariert. Wir entern sofort die Canteen und stoßen mit Lemonade darauf an.
Nach dieser erfrischenden Pause bauen wir unsere Zelte auf dem Bright Angel Campground auf, wo wir 2 Nächte campieren werden. Das Wasser des Creek's lädt zu einem Bad ein, einfach herrlich.
Am Nachmittag zieht es uns nochmal zur Canteen.
Die Lemonade war so lecker. Außerdem schreiben wir noch Postkarten. Diese
werden ja auf dem Rücken der Mules zum Canyonrand transportiert. "MAILED BY
MULES"! Die Atmosphäre hier ist echt super.
Es wird gelesen, gespielt, geplaudert und gelacht. Man kann
wunderbar relaxen.
Irgendwann brechen wir auf zu unserer Campsite und bereiten unser Abendessen zu. Wir sitzen noch lange gemütlich zusammen und lassen den Tag mit Kaffee und heißer Schokolade ausklingen. Gute Nacht!
22. September
Um 8.00 Uhr ist die Nacht zu Ende. Heute morgen mal ohne Weckton, wozu auch. Wir bleiben schließlich noch einen Tag im Paradies. Da ist keine Eile angesagt. Auf dem Programm steht leichtes auslaufen ohne Rucksäcke. Nach dem Frühstück laufen wir Richtung Colorado River.
Der River Trail ist wie für uns gemacht, nicht zu lang bzw. zu kurz.
Eine Gruppe in Rafting Booten macht Station.
Ich schaue mir die Boote mal aus der Nähe an und träume wie es wohl wäre selbst mal so'ne Tour mitzumachen. Von Lee's Ferry bis zum Diamond Creek. 16 Tage und 360 km auf dem Colorado River. Das ist Abenteuer pur.
Um die Mittagszeit machen wir uns wieder auf den Weg zur Canteen. Auf einmal pfeift mich Hartmuth zurück. Er hat einen Scorpion entdeckt.
Ein tolles Exemplar, oder.
Im Verlauf des Vormittags sind einige dunkle Wolken aufgezogen, die sich nun entleeren. Es ist wie in den Tropen. Wir verziehen uns in die Zelte. Ein tolles Gefühl, einfach nur so zu faulenzen. Der Regen tropft auf's Zelt, der Bright Angel Creek rauscht vor sich hin und ich bin mal kurz richtig eingeschlafen.
Es regnet fast den ganzen Nachmittag. Allmählich wird mir bewußt, dass es im Zelt immer feuchter wird.
Ich inklusive.
Kurz vor 17.00 Uhr hört es auf zu regnen und wir können unser Essen zubereiten. Wir schaffen es sogar noch eine Schokolade zu trinken. Dann beginnt es wieder zu tröpfeln. Also wieder rein ins Zelt. Später am Abend zieht es uns ein letztes mal zur Canteen. Die ist bis zum letzten Platz gefüllt. Ich ertstehe noch ein paar "Original Phantom Ranch Items". Es gibt noch eine "Gute Nacht Lemonade" und den Marsch zurück zum Zelt. Gute Nacht!
23. September 2007
Schlechte Nacht! Irgendwie bin ich nicht wirklich eingeschlafen. Jeder Regentropfen der auf das Zelt trifft, knallt mir innen einen Tropfen ins Gesicht. Mein "Spectrum 33" ist ein Single Wall Tent (also ohne Innenzelt), möglicherweise ein Nachteil bei solchen klimatischen Bedingungen. Um kurz nach 5.00 Uhr hat die Leidenszeit ein Ende. Der Regen hat übrigens aufgehört. Wir packen alles zusammen und schleichen Richtung Bright Angel Trail davon.
Unser heutiges Ziel ist der 7,5
km entfernte Campground des "Indian Garden" auf 1158 m Höhe. Jetzt
geht es nur nach oben.
Ein Blick zurück, aber keinen Schritt.
Der Aufstieg ist einfacher und entspannter als erwartet. Ich habe schnell meinen Rhytmus gefunden. Schon nach 3 Stunden suche ich nach der schönsten Site auf dem Campground. Anita & Hartmuth checken eine halbe Stunde nach mir ein.
Wir bauen rasch unsere Zelte auf, denn die Sonne strahlt genau auf unsere Site. Schnell trocknet unsere Ausrüstung.
Hartmuth und ich entschließen uns noch für einen Abstecher zum 2,5 km entfernten Plateau Point.
Blick vom Plateau Point!
Wir verweilen hier eine Stunde, ehe wir zu Anita zurückkehren.
Im vergleich zu den letzten Tagen ist es spürbar kühler geworden. Allerdings immer noch sehr angenehm.
Am späten Nachmittag bereiten wir zum letzten mal unser "Dinner" zu. Es schmeckt wieder fantastisch. Wir sitzen noch lang zusammen und vertilgen den ein oder anderen Schokoriegel und den letzten Kaffee. Genau die richtige Stärkung für den morgigen finalen Aufstieg. Als die die Nacht hereinbricht, wimmelt es nur so von dicken Käfern und Spinnen. Jetzt aber schnell ins Zelt. Nach einer Stunde werde ich wieder wach. Der letzte Kaffee war wohl doch zuviel und möchte wieder raus. Das passt mir überhaupt nicht. In den vergangenen Nächten musste ich nicht einmal nachts auf's Toi. Und jetzt reißt die Serie. Bevor ich den Verschluß des Zeltes öffne, leuchte ich gründlich den Vorraum ab. Womöglich wartet Tarantula in einem Winkel auf mich. Mit Stirn- und Taschenlampe bewaffnet schwebe ich zur Toilette. An dieser Stelle möchte ich die Sauberkeit des stillen Örtchens erwähnen. Selbst ein Duftspender ziert die Wand. Es riecht wie bei "Douglas". Allerdings schlafen möchte ich doch lieber im Zelt.
Gute Nacht!
24. September 2007
Die Nacht war kurz, gut geschlafen habe ich trotzdem. Um 4.30 Uhr entsteigen wir unseren Zelten. Es hat aufgefrischt. Der Abbau geht diesmal wohl nicht so ganz leise über die Bühne. Unser Nachbar erinnert uns an die "Qiet Hour, Please". Er liegt nur mit Schlafsack bekleidet in Mutter Natur. Endlich mal ein richtiger Cowboy! Was machen wir,wenn er plötzlich mit seiner "Winchester" vor uns steht? Nur schnell weg hier.
Vom Ziel des heutigen Tages, dem Bright Angel Trailhead am South Rim auf 2091m Höhe sind wir noch 7,4 km entfernt. Die erste Stunde laufen wir in völliger Dunkelheit. Das Licht der Stirnleuchten weist uns den Weg. Je höher wir kommen um so kälter wird es. Ich werde überhaupt nicht richtig warm. Am 3 Miles Rest House rasten wir kurz. Der Wind bläst uns mächtig um die Ohren. Auf den letzten 4,8 km erhöhe ich die Schlagzahl um endlich auf Temperatur zu kommen.
Das gelingt mir sehr gut. Ohne irgendwelche
Probleme komme ich dem Rand immer näher. Richtig ins schwitzen komme
ich allerdinges erst kurz vor dem Ziel, als ich einige sonnige Stellen
passiere.
Nur noch 2 Kurven.
Nach knapp 3 Stunden ist der Aufstieg geschafft.
Anita & Hartmuth sehen beim Zieleinlauf richtig erholt aus. Keinerlei Anzeichen von Strapazen in ihren Gesichtern.
So sehen Sieger aus!
Rim2Rim - War garnicht so schlimm!
Nach mehreren Siegerfotos fahren wir erstmal zum Frühstück in die Yavapai Lodge. Anschließend fahren wir mit dem Grand Canyon Shuttle zu Hermits Rest. Hier bin ich zum ersten mal.
An einigen Viewpoints steigen wir aus um noch
einige Bilder zu machen. Gegen 14.00 Uhr fahren wir zur Maswik Lodge wo wir
Zimmer reserviert hatten. Wir können sofort einchecken.
Die nächsten Stunden dienen der Körperpflege. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl endlich mal wieder zu duschen.
Nach dem Abendessen durchstöbern wir den General Store, auf der Suche nach Souveniers. Zum Sonnenuntergang zieht es uns nochmal an den Canyonrand. Dort entdecken wir sogar einen Condor.
Gute Nacht!
25. September 2007
Heute geht es wieder zurück nach Las Vegas. Wir verlassen den Park recht früh. Am Ausgang bzw. Eingang stoppen wir kurz für ein Fotoshooting.
Gegen 8.30 Uhr kommen wir in Williams an und stoppen bei Denny's. Nach dem Frühstück nehmen wir Kurs auf die Route 66.
Ein kurzer Stop in Seligmann,
ein etwas längerer in Hackberry.
Am frühen Nachmittag rollen wir wieder in der Glitzermetropole Las Vegas ein. Wir haben uns im Luxor eingemietet. Ich für 2 Nächte, Anita & Hartmuth für 1 Nacht.
Bei unserem gemütlichen Abendessen lassen wir die letzten Tage nochmal Revue passieren. Wir kommen zu der Erkenntnis alles richtig gemacht zu haben. Zum Abschluß des Tages cruisen wir nochmal über den kompletten Strip.
Gute Nacht!
26. September 2007
Wir treffen uns 8.00 Uhr zum letzten gemeinsamen Frühstück. Eine Stunde später stehen wir zwischen den Spielautomaten und verabschieden uns. So schnell geht das. Anita und Hartmuth verlassen die Stadt Richtung Utah. Ich lege mich erst mal 3 Stunden an den Pool. Am Nachmittag starte ich noch eine kleine Shoppingtour. Zum Abendessen fahre ich mit dem Taxi noch ins Hard Rock Café. Zurück im Hotel versuche ich noch irgendeinen Jackpot zu knacken. Es bleibt beim Versuch. Gute Nacht!
27. September 2007
Die letzten Stunden im Zockerparadies sind angebrochen. Nach dem Frühstück packe ich alles zusammen und fahre mit dem Taxi direkt zum Flughafen. Weitere 4 Stunden später sitze ich im Flugzeug mit dem Ziel Deutschland.
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Anita und Hartmuth für die Planung dieser wunderschönen Tour bedanken! Es hat mir sehr viel Spass gemacht, mit Euch diese "harte" Tour zu bewältigen.
Ich freue mich auf ein baldiges Wiedersehen!!!
Marco