The Summer Joyride 2008
WELCOME TO THE SUMMER JOYRIDE 2008!
Erfahrungsgemäß ist das Frühjahr bzw. der Herbst die beste Reisezeit, um den klassischen Südwesten der USA zu erkunden. Es gibt immer recht günstige Flugangebote, das Wetter zeigt sich meistens von seiner besten Seite und es sind Gleichgesinnte unterwegs. Dieses Jahr jedoch ist alles anders. Der Schulkalender bestimmt nun unsere Urlaubsplanung.
Es sind Sommerferien, das heißt: überteuerte Flüge, volle Nationalparks, Hitzewellen und jede Menge Urlauber(wir 2 inklusive).
Magnus hat sein erstes Schuljahr erfolgreich hinter sich gebracht und freut sich sehr auf die Reise über den großen Teich.
Rock'n Roll!!!
18. Juli 2008
HAM - FRA - LAX
Meine Frau fährt uns in aller Frühe zum Flughafen Fuhlsbüttel/ Hamburg. Wir fliegen um 6.00 Uhr mit der LH 001 nach Frankfurt. Mir kommt es fast wie ein Déjà-vu vor, erst vor 3 Monaten stand ich genau an der selben Stelle, um in Richtung Los Angeles zu starten. Der Check-in am Lufthansa Schalter geht recht zügig voran. Man ist auf den Ansturm zu Ferienbeginn gut vorbereitet. Kurze Zeit später sitzen wir im Airbus, auf dem Weg nach Frankfurt/ Main. Rechts neben mir am Fenster natürlich Magnus, links neben mir eine nette Stewardes, die später ihren Dienst auf einem Flug nach Portland antreten wird.
Nach einer Ehrenrunde über der Rhein/Main Metropole, setzen wir mit leichter Verspätung auf. Unsere Umsteigezeit beträgt ca. 2,5 Stunden. Als Erstes suchen wir das Gate für den Weiterflug nach Los Angeles auf. Und siehe da, unser Jumbo wird schon vorbereitet.
Nach dem ersten Fotoshooting dieses Urlaubs ist es an der Zeit endlich zu Frühstücken. Metze entdeckt sofort einen Hot Dog Stand, von dem ich Ihn nicht mehr wegbekomme. Ich brauche jetzt meine Morgenmedizin in Form eines Kaffees, später gibt es noch ein Sandwich. Nach dem ersten Imbiß des Tages schlendern wir noch etwas durch den Terminal, ehe wir uns zum Abfluggate begeben. Kurz vor halb Zehn beginnt das Boarding.
Da wir in der vorletzten Reihe im Flugzeug sitzen, dürfen wir zur Freude von Magnus, als Erste einsteigen. Ich hatte die Sitze bewußt ausgewählt, denn im hinteren Bereich gibt es 2er statt 3er Bänke. Am Fenster sitzend kann man die Beine einigermaßen ausstrecken. Übrigens hat Metze am Fenster gesessen. Pünktlich um 10.00 verlassen wir unsere Parkposition und rollen zur Startbahn. Einige Minuten später heulen die Triebwerke auf und wir heben ab.
Die berechnete Flugzeit beträgt 11 Stunden und ein paar zerquetschte Minuten. Nach erreichen der Flughöhe serviert man uns einen Begrüßungsdrink und Salzsticks. 1 Stunde später folgt das Mittagessen. Zur Freude meines kleinen Sitznachbarn hatte ich vorsorglich ein Kindermenü bestellt. Jedoch bleibt bis auf das Hähnchenfleisch alles unangetastet. Ich habe die Wahl zwischen Beef und Pasta und entscheide mich für das Nudelgericht. Eine weitere Stunde vergeht bis die Cabin Crew uns von den leeren Speisentabletts befreit. Nach etwas Inflight Shopping und Inflight Entertainment gönnt sich Magnus eine 4stündige Auszeit. Have a good night! Das Ausfüllen der Einreiseformulare gestaltet sich für mich etwas schwierig, denn es wird leicht turbulent. Und promt verschreibe ich mich. Auf den letzten Flügen bin ich immer mit einem Formular ausgekommen. Heute gehen 3 Stück drauf. Beim betrachten des zweiten Spielfilms werden auch meine Augenlider immer schwerer. So verbringe ich eine knappe Stunde im Dämmerzustand, nicht richtig schlafend aber auch nicht bei vollem Bewusstsein... Und unser Ziel rückt immer näher. Landschaftlich interessant wird es, als wir den Lake Mead überfliegen. Von Las Vegas sehen wir zwei nichts, da wir auf der falschen Seite des Flugzeuges sitzen. Magnus findet es nicht besonders lustig. Ich bin einfach nur froh, dass der Sinkflug beginnt. Pünktlich um 12.30 Uhr setzt die Boeing 747 in Los Angeles auf. Wir sind fast die letzten Passagiere, die das Flugzeug verlassen. Das Einreiseprozedere zieht sich doch etwas in die Länge(persönlich gefühlt). Wir werden 2mal aufgefordert die "Line" zu wechseln, was wir natürlich ganz brav tun. Nach Fingerabdruck, Stempel und einem Smalltalk sind wir wirklich nun endlich drin. Als wir uns einen Platz am Gepäckband erkämpft haben, hält Magnus nach unserem Equipment ausschau. Mit lauten Jubel kündigt er jedes Gepäckstück an. 3 Brüller später sitzen wir im Shuttlebus, der uns zu Alamo bringt.
Dort sind sehr viele Schalter besetzt, sodas ich gleich mit den Worten "next, please" gerufen werde. Die Lady gegenüber meint es besonders "gut" mit mir. Sie erklärt, dass ich leider keinen Wagen aus der Choise Line bekommen könnte, weil ich ihn in Denver/ Colorado wieder abgeben würde. Für diesen Fall gibt es eine "Out of State Line". Ihre Versuche mir einen größeren und um einiges teureren S.U.V. zu vermieten, perlen an mir nur so ab. Ich hatte in Deutschland die kleinste Geländewagenklasse (Equinox) gebucht. Nach ca. 15 Minuten hin und her drückte sie mir einen Schlüssel in die Hand und erlärte mir den Weg zur "Out of State Line". Dort angekommen entdecke ich unseren Wagen. Es ist der einzige Geländewagen und auch noch eine Nummer größer als von mir angemietet, grins.
Über www.priceline.com hatte ich von Deutschland aus ein Hotel gebucht. Das System hat mir das 'Sherathon Delfina' in Santa Monica zugewiesen. Nach 45 Minuten Fahrt checken wir dort ein und sind echt begeistert, alles entspricht unseren Vorstellungen. Ich springe sofort unter die Dusche, Magnus macht es sich auf dem Bett bequem und zappt sich durch das Fernsehprogramm. Eine Weile später starten wir zu einer kleinen Shoppingtour nach 'Culver City' zum 'Ed Hardy' Outlet Store. In einem der vielen Staus dorthin bemerke ich eine Fehlermeldung im Display "unseres" Dodge. Die Motor Management Leuchte die normalerweise nach dem Anlassen erlischt leuchtet noch. Na das geht ja gut los. Trotz mehrer Versuche, Zündung an und aus, ändert sich nichts und so fahren wir zurück zu Alamo. Dort verweist man mich zum 'Customer Service'. Ich erkläre das ich den Wagen tauschen muß. Innerhalb von 2 Minuten ist alles erledigt. Draußen an der Choise Line für Standard S.U.V's, soll ich mir einen anderen Wagen schnappen. Ich sage noch ganz leise, dass ich bis nach Denver fahren werde. Man(n) erwiedert mir, dass es völlig egal sei. Wir schnappen uns einen fast neuen 'Jeep Grand Cherokee' und verschwinden in die Rushour.
Abends treffen wir noch kurz mit Klaus vom 'Hostel California' zusammen. Der ist, wie Freitag Abend üblich, in einem deutschen Club(2 Blocks von unserem Hotel) zum Skat spielen verabredet. Nach einem Drink gehen Magnus und ich recht schnell zurück ins Hotel. Dort nehmen wir noch einen kleinen Imbiß zu uns, ehe wir auf dem Zimmer verschwinden.
Gute Nacht!
Tageshöchsttemperatur 24°C
19. Juli 2008
Universal Studios Hollywood
Die Nacht endet routinemäßig um 4 Uhr, eigentlich nichts neues für mich. Magnus derweil schläft und schläft, so als gebe es überhaupt keine Zeitverschiebung. Erst als ich schon fertig gestriegelt und gebügelt am Laptop sitze und versuche eine Verbindung aufzubauen, wird er wach.
Der erste Dialog des Tages!
Magnus:"Was gibt es zum Frühstück?"
Ich: " Toast, Rühreier, Bacon, Pfannkuchen etc., wir sind schließlich bei den Amis".
Magnus: "Igitt, das esse ich nicht! Haben die auch Nutella hier?"
Ich: "Nein! Dann musst du nach Deutschland zurückfliegen. Willst du das?"
Magnus: "Nein."
Ich: "Ab ins Bad."
Da ich in unserem Zimmer keine vernünftige Internetverbindung zu Stande bekomme, begeben wir zwei uns in aller Frühe in die Lobby. Zwischen Staubsaugern bahnen wir uns einen Weg und finden ein gemütliches Plätzchen. Hier ist der Empfang stark genug um mit der Heimat Kontakt aufzunehmen. Via Skype sprechen wir eine gute halbe Stunde mit Mama. Dann kommt wieder die Frage nach dem Frühstück. Im Hotel ist um diese Zeit noch alles geschlossen. So lasse ich den Wagen kommen und wir fahren einfach mal los. Auf dem Lincoln Blvd. kenne ich ein nettes Cafè, wo man ein typisches amerikanisches Breakfast bekommen kann. Leider ist auch hier noch alles dicht. Was bleibt mir übrig, als mich langsam Richtung 'Universal Studios' zu orientieren. Auf dem 212er Freeway unterwegs, entdecke ich eine tolle Leuchtreklame und die Abfahrt 'Hollywood Boulevard'. Frühstück bei Denny's ! Ich ordere für Magnus 'Astro Dog's' und für mich 'All American Slam'. Ich glaube man kann den Tag nicht besser beginnen.
Wir schaffen es uns eine Stunde lang hier aufzuhalten, ohne rausgeschmissen zu werden. Die Weiterfahrt zu den Studios verläuft ohne Verzögerung. Gegen 8 Uhr stehen wir im Parkhaus und schlendern ganz gemütlich zum Parkeingang.
Hier ist, inkl. der Kassenhäuschen, noch alles verriegelt. Der Park öffnet um 9 Uhr und wir haben noch eine Stunde Zeit. Eine der Bediensteten drückt Magnus einen Flyer in die Hand, so kann er sich schon mal einen kleinen Eindruck über die Attraktionen hier machen. Ich schlage ihm vor mit der Studio Tour zu beginnen.
Er willigt ein und so fahren wir mit dem ersten Konvoi in die Traumfabrik. Die Augen gehen immer rechts und links, vorbei an den Kulissen von Jurassic Park, Der Grinch, Bates Motel ... Kurze Zeit später stopt der Shuttle. Der 'Storyteller' schreit und zeigt wild gestikulierend zur Mitte des Tümpels. Dort wurde gerade ein Taucher in die Tiefe gezogen. Das Wasser verfärbt sich rot. Auf einmal ist es ganz still, dann jedoch gibt es einige Explosionen und...
...der Weiße Hai taucht direkt vor uns auf. Magnus zuckt ordentlich zusammen und weis vor Aufregung nicht, was er sagen soll. Ich gebe fairerweise zu, dass ich bei meinem ersten Besuch, vor einigen Jahren, auch ziemlich erschrocken war. Aufgrund eines großen Feuers vor einigen Wochen, ist die Studiotour verkürzt. Die Halle in der King Kong für Angst und Schrecken gesorgt hat ist komplett abgebrannt. Nach dem ersten Highlight des Tages möchte Magnus nur noch zu Juarssic Park-The Ride. Sein Plan ist es 3mal hintereinander zufahren. Beim ersten Ride soll ich filmen, beim zweiten fotografieren und beim dritten Mal kann ich ganz entspannt mitfahren. Ich sage: Danke!
uiuiui.... ganz schön steil und schnell und nass
Ganz so wild hat er sich das garnicht vorgestellt. Aber jetzt gibt es kein zurück mehr. Auf dem Weg zum Eingang werden noch knallgelbe Regenponchos für 1$ angeboten. Das Geld spare ich mir jedoch, schließlich habe ich 2 Tickets für je 120 $ gekauft(um Schlange stehen zu vermeiden), und irgendwo muss ich ja mal sparen. So nahm das Schicksal seinen Lauf und wir tauchen ein in den Jurassic Park. Ich mit laufendem Camcorder. Magnus wusste gar nicht wohin er zuerst schauen sollte. Da stehen sie nun, die Dino's, die er aus 'Spielbergs Verfilmungen' so lieben gelernt hat. Er kennt sie fast alle beim Namen. Nach einigen Minuten nähern wir uns dem Finale. Wir werden in die Höhle des T-Rex hochgezogen. Auf einmal ist es ganz dunkel und mit trompetenartigem Getöse erscheint ein gewaltiger Tyrannosaurus Rex vor uns und verabschiedet uns zur Schussfahrt in die Freiheit. Wir sind gerettet, glücklich und pitschnaß.
Zum guten Service gehört es, dass es jede menge Papier zum Abtrocknen gibt. Im angrenzenden Store entdeckt Magnus ein Badetuch für 18$, welches sehr hilfreich scheint. Die Kassiererin weist uns freundlicher Weise darauf hin, daß 2 Stück für 25$ zu haben sind. Wir nehmen das Angebot an und machen uns erstmal richtig trocken.
Ich schlage Magnus vor, erstmal etwas in die Sonne zu gehen, um unsere Klamotten trocken zu bekommen. Momentan hat er es sowieso nicht so eilig mit der 2. Runde. Die finale Schussfahrt steckt noch zu sehr in seinen Knochen. Nach dieser kurzen Verschnaufpause jedoch wagen wir uns noch 2mal in den Jurassic Park. Meinen Fotoapparat habe ich aus Sicherheitsgründen wasserdicht verpackt, um einen Wassereinbruch wie beim Camcorder zu vermeiden.
Ein kleiner Zwischenstop bei Tom Hanks & Co und ihrer Raumkapsel. Nachdem sich der alltägliche Nebel verzogen hat, ist es richtig heiß geworden.
Ein weiteres Highlight ist das Krustyland, einer virtuelle Achterbahn für jung und alt. Bei meinem ersten Parkbesuch 2002 war an dieser Stelle 'Zurück in die Zukunft' beheimatet. Jetzt also die Simpsons. Ich habe allerdings anfänglich Probleme, Metze von diesem Ride zu überzeugen. Erst wollte er überhaupt nicht rein, nach dem Motto: Was der Bauer nicht kennt...
Und dann habe ich ihn nicht mehr von hier wegbekommen. An diesem Punkt haben sich übrigens die 'Front in the Line' Tickets für uns ausgezahlt. Während die Wartezeit eine knappe Stunde beträgt, sind wir ohne Anstehen über einen seperaten Eingang innerhalb von 5 Minuten hereingekommen, das 3mal hintereinander. Ebenso erging es uns bei 'Shrek 4D'.
Nach 6 Stunden ist bei Magnus der Akku leer. Nun macht sich doch die Zeitverschiebung bemerkbar. Er kann es sich gut vorstellen auch noch mal in den Hotelpool zu springen. Das war das Stichwort für mich und wir treten unseren Rückzug an. Während der Fahrt kommt es mir in den Sinn nochmal über den Hollywood Blvd. zu cruisen. Nur ein paar Meilen später sind wir mittendrin im Großstadtgetümmel. Vorbei an "unserem" Denny's von heute morgen, entdecke ich den 'Hollywood' Schriftzug. Im Jahr 2002, im Zeitalter der analogen Fotografie, habe ich vom 'Griffith Park' aus die Lettern das erste und letzte Mal abgelichtet. Digital fehlt es mir noch, also was liegt näher, einen guten Viewpoint zu suchen. Auch Magnus findet die Idee ganz gut, schließlich verbindet er 'Colt Seavers' (Ein Colt für alle Fälle/ Fall Guy) mit den Buchstaben. Kreuz und quer fahrend kommen wir immer näher.
Wir parken unseren Jeep und laufen ein paar Schritte auf eine Anhöhe. Von hier aus ist alles gut zu erkennen. Mittlerweise macht sich bei Metze Müdigkeit bemerkbar. Auf dem Weg zum Hotel schläft er erstmal eine Runde.
Eine Stunde später ist er voll in seinem Element. Keine Spur von Erschöpfung oder Jetlag. Stattdessen tobt er sich nochmal so richtig aus, bis sich unsere Mägen zu Worte melden. Seit dem Frühstück gab es heute noch nichts richtiges zu Essen. Ich überrasche Magnus mit einem Spaziergang ans Meer zum 'Waterfront Café', meinem Lieblingsspot am Venice Beach. Die Entfernung habe ich allerdings etwas unterschätzt. Nach schätzungsweise 45minütiger Wanderung erreichen wir den total überfüllten Laden. Glücklicherweise wird just in dem Moment ein Tisch frei, den wir natürlich sofort besetzen.
Bei einer Pizza und einem BLT(Bacon, Lattuce,Tomato) lassen wir den Tag nochmal Revue passieren. Magnus erzählt nochmals ganz aufgeregt von den Abenteuern im Jurassic Park, mit dem Weißen Hai, im Krusty Land usw... Der Weg zurück ins Hotel vergeht, frisch gestärkt, wie im Flug.
Der letzte Dialog des Tages!
Magnus fragt: "Papa, können wir morgen nochmal in die Universal Studios fahren?"
Ich antworte: "Nein."
Magnus fragt: "Wieso denn nicht?"
Ich antworte. "Weil wir morgen L.A. verlassen".
Magnus fleht: "Bitte, Papa".
Ich verspreche: "Wenn wir irgendwann wieder in der Stadt sind, fahren wir wieder hin".
Magnus jubelt: "Nächstes Jahr".
Ich erwiedere: "Abwarten, und jetzt wird geschlafen."
Magnus: "Gute Nacht Dad."
Ich: " Gute Nacht Magnus."
Tageshöchsttemperatur 29°C
20. Juli 2008
Los Angeles - Phoenix
Es ist erst 4.00 Uhr aber ich liege schon wieder wach im Bett. Magnus neben mir träumt warscheinlich noch vom T-Rex. Auf leisen Socken schleiche ich mich davon. Mein Ziel ist die Lobby, in der ich genügend Empfang habe um einige emails zu versenden. Als ich anschließend beginne unsere Sachen zu packen wird er langsam wach. Nach einer schnellen Morgentoilette sind wir bereit für den neuen Tag und checken 6.00 Uhr aus. Heute erwartet uns ein reiner Fahrtag. Über die Interstate 10 verlassen wir die Stadt der Engel. Da es noch recht früh und dazu Sonntag ist, kommen wir ohne Staus gut voran. Bei Palm Springs verlassen wir den Highway und fahren Richtung Yucca Valley, um von dort einen kleinen Abstecher in den 'Joshua Tree N.P.' zu machen. Diese Gegend ist absolutes Neuland für uns. Die Temperaturen springen schlagartig nach oben und es wird schwül und feucht. Neben der Frontscheibe beschlagen sogar die Außenspiegel. Nach einem heftigen Regenguß habe ich wieder freie Sicht und Magnus Hunger. In Yucca Valley angekommen entern wir das erst beste Lokal, Denny's.
Die 'Astro Dogs' von gestern fand Magnus so lecker, das für ihn nichts Anderes in Frage kommt. Ich stärke mich klassisch mit Scrambled Eggs, Bacon, Toast und Kaffee. Nach dem leicht verspäteten Frühstück fahren wir weiter Richtung Parkeingang. Die Nadel der Tankuhr nähert sich bedrohlich dem roten Teil der Anzeige, das heißt es wird Zeit das erste Mal die Zapfsäule aufzusuchen. Man verlangt über 4$ Dollar pro Gallone. Selbst bei den Amerikanern macht es keinen Spaß mehr zu tanken. Da ist selbst der starke Euro nur ein schwacher Trost.
Der Frust über die hohen Benzinpreise ist aber nach den ersten Meilen im Nationalpark schnell verflogen. Rechts und links der Strecke eröffnen sich spektakuläre Einblicke.
Wir halten an einigen Viewpoints an und entdecken Pflanzen von bizarrer Schönheit.
An einem Trailhead entdecke ich diese Kakteenart, namens Cholla Cactus. Mir fehlt für das perfekte Bild jetzt nur noch eine Klapperschlange, die im Schatten eines dieser Gebilde liegt. Da mir bei der Suche nach Reptilien die Erfahrung sowie das geschulte Auge fehlt, fahren wir nach einer halben Stunde weiter. Allein schon wegen dieser Pflanzen hat sich der Abstecher gelohnt. Kurze Zeit später hat uns die Interstate 10 wieder fest im Griff. Wir spulen eine Meile nach der anderen ab. 20 Meilen vor Phoenix machen wir einen Stop bei Walmart. Auf der Suche nach einer bestimmten GPS Software für Hartmuth (www.usa-homepage.com) stürmen wir den Laden. Leider ist diese hier nicht vorrätig. Wir kaufen ein paar Kleinigkeiten (Naschis) und ziehen weiter.
In Goodyear einem Vorort von Phoenix, finden wir das 'Holiday Inn Express' direkt an der Interstate. Kurz nachdem wir die Zimmer bezogen haben vergnügen wir uns im Pool. Zum Dinner entscheiden wir uns für ein uriges Restaurant in der Nachbarschaft. Nach einem kurzen Verdauungsspaziergang fallen wir in die Betten.
Gute Nacht!
Tageshöchsttemperatur 39°C
21. Juli 2008
Fahrt nach Tucson / Old Tucson Studios
Langsam werden für mich die Nächte etwas länger. Es ist schon kurz nach 6.00 Uhr als mein morgentliches Prozedere beginnt. Magnus schläft derweil tief und fest.
Da wir es heute morgen langsam angehen lassen können, gewähre ich ihm seinen Schlaf und gehe nach draußen, um etwas frische Luft zu schnappen. Bereits zu dieser frühen Stunde bläst mir ein warmer Wind um die Nase. Bin mal gespannt wie sich die Temperaturen heute noch entwickeln werden. Zurück im Zimmer fahre ich erstmal meinen Laptop hoch und nehme Kontakt mit meiner Frau auf.
Gerade in dem Moment als die Verbindung steht, wird Magnus wach. Als er Mamas Stimme hört ist er nicht mehr zu bremsen und stürmt den Schreibtisch. Ich kann gerade noch so meinen Kaffee in Sicherheit bringen. Vollkommen aufgeregt erzählt er von den Erlebnissen in den Universal Studios und vom bevorstehenden Besuch in Tucson. Bei mir stellt sich während der 45 minütigen Interaktion leichter bis starker Hunger ein. Nur mit viel Mühe ist Metze vom Computer weg zu bekommen. Er kommt von einem Thema ins nächste. Später beim Frühstück im Hotel ist er weitaus schweigsamer. Das Angebot ist ihm nicht so ganz nach seinem Appetit. Hier gibt es halt keine Hotdogs, stattdessen Toast, Marmelade und verschiedene Zerialien. Für die erste Stärkung des Tages ist jedoch alles ausreichend.
Kurz nach 8.00 Uhr checken wir aus und fahren wieder auf die Interstate 5. Die befürchteten Staus bleiben völlig unerwartet aus. Wir passieren Phoenix innerhalb einer halben Stunde und stehen kurz vor halb elf auf dem Parkplatz der Filmstudios in Old Tucson. Die Ticketverkäuferin erzählt uns von Dreharbeiten für den Movie 'Mad Mad Wagon Party', welche in den nächsten Tagen hier stattfinden. Natürlich erkundige ich mich sofort ob bekannte Schauspieler mit am Set sind. Sie fragt mich ob ich George Kennedy http://www.imdb.com/media/rm3033241600/nm0001421 kenne, er ist der bekannteste aller Akteure hier. Mir fehlt im Moment leider das Gesicht zum Namen.
Da es bis zum Beginn des ersten Gunfight des Tages noch etwas Zeit ist, gehen wir Richtung Filmset. Bis auf ca. 100m kommen wir auch an das Geschehen heran. Dann versperrt uns ein Absperrband und Sicherheitspersonal den Weg. Viel zu sehen gibt es allerdings nicht.
Die Hitze macht uns so zu schaffen, dass wir uns beim Goldwaschen Abkühlung erhoffen. Ich bezahle 2$ und schon kann es losgehen. Da wir im Moment die einzigen hier sind steigen unsere Chancen, möglichst viele der begehrten Nuggets zu finden.
Es dauert auch nicht lange und wir werden fündig. Ein Klumpen ist größer als der andere, unsere Plastikröhrchen sind 'rush' gefüllt.
Nächster Stopp ist die 'Shooting Gallery'. Metze freut sich riesig, endlich mal selber schießen zu dürfen. Nach einigen Anfangsschwierigskeiten kommt er immer besser zurecht und nietet alles um.
Mittags um eins in Tucson: Die Sonne brennt! Die 40 Grad Grenze ist deutlich überschritten und wir 2 hängen nur noch an der Wasserflasche.
Zwischen Gunfight (langweilig aus meiner Sicht) und Stuntshow (albern aus meiner Sicht) durchforschen wir den Sheriff Saloon und andere Gebäude. Kurz vor der Rundfahrt mit der Eisenbahn halte ich einen kleinen Small Talk mit dem "Lokführer". Ich frage ihn nach Klapperschlangen auf dem Gelände. Er erzählt, dass die Population vor einigen Jahren noch deutlich höher war, als sie es momentan ist. Über mögliche Ursachen bekomme ich keine Auskunft, denn sein Job wartet. Die Eisenbahn setzt sich in Bewegung. Auf der Hälfte der Strecke kommen wir dem Movie Set wieder recht nahe. Es sind vereinzelte Gewehrsalven zu hören, aber es gibt nicht viel zu sehen. Typisch Filmdreh, die Schauspieler sitzen warscheinlich im klimatisierten Motorhome und warten und warten und warten...
Wir unterdessen treten den Rückzug an. Ich schlage Magnus vor nochmal tief Luft zu holen, denn so schnell werden wir wohl nicht mehr herkommen. 3 mal in 3 aufeinander folgenden Jahren ist schon einmal zuviel. Magnus erwidert aber sofort mit dem Satz:"Aber in die Universal Studios können wir noch mehrmals hinfahren. Die sind auch viel größer."
Am Auto angekommen erfrischen wir uns erstmal mit Eiswasser aus unserer Kühltasche. Nach einem kleinen Snack fahren wir Richtung Phoenix los. Magnus zieht sich die Kopfhörer auf und schaut sich einen Film auf unserem portablen DVD Player an.
Ich lasse mich während der Fahrt vom Satelittenradio verwöhnen. Sirius-The Pulse, ernenne ich zu meinem Lieblingssender. Hier werden die aktuellsten Hit's abgespielt, wieder und wieder und immerwieder. Kid Rock's 'All Summer long' entwickelt sich zu unserem persönlichen Sommerhit. Als wir Phoenix erreichen staune ich wie gut der Verkehr fließt. Es gibt kaum Stop and Go. Möglicherweise sind auf Grund der gestiegenen Benzinpreise weniger unterwegs oder die haben hier ein excellentes Verkehrsmanagment aufgebaut. Ich staune auch nicht schlecht über die Außentemperaturen. Auf meinem Anzeigedisplay erscheint plötzlich 47 Grad Celsius. Wow! Das ändert sich jedoch recht schnell, als wir die Stadt in Richtung Norden auf der Interstate 17 verlassen. Die Temperatur sinkt nach einem kurzen Gewitter auf knapp unter 30 Grad. So ungefähr auf halber Strecke zwischen Phoenix und Flagstaff verlassen wir den Highway nehmen Kurs auf Prescott. Hier haben wir letztes Jahr schon einmal einen Zwischenstopp gemacht und das dortige Holidayinn Express noch in sehr guter Erinnerung. Ohne Vorreservierung und zu ähnlichen Konditionen, wie im letzten Jahr, bekommen wir ein schönes Zimmer. Zum Dinner gehts zu Denny's. Magnus hatte es während unserer Anfahrt zum Hotel entdeckt und es sich gewünscht dort zu Speisen. Später vergnügen wir uns noch im Pool bevor es in die Betten geht.
Gute Nacht!
Tageshöchsttemperatur 47°C
22.Juli 2008
Fahrt zum Grand Canyon N.P.
Wie üblich erwache ich kurz vor 6.00 Uhr. Ein kurzer Blick aus dem Hotelfenster lässt schönes Wetter erahnen. Das können wir auch gut gebrauchen, denn es geht zum Grand Canyon. Heute wollen wir das erste Mal in diesem Urlaub zelten. Nach dem Frühstück sind wir auch recht schnell wieder auf der Straße. In Ash Fork geht es kurz auf die Interstate 40, welche wir in Williams jedoch wieder verlassen. Etwas über 2 Stunden benötigen wir für die Fahrt von Prescott bis nach Tusayan. Es ist 10.00 Uhr als wir den 'Mather Campground' erreichen.
Zum Glück ist unsere reservierte 'Site' schon frei. Wir können also sofort mit dem Aufbau unserer Behausung beginnen.
Magnus erweist sich dabei als zuverlässiger Helfer. Mit dem Plastikhammer "bewaffnet" versucht er alle Zeltnägel ordnungsgemäß einzuschlagen.
Das gelingt ihm auch sehr gut, wenn auch ein paar Ameisen dabei ihr Leben lassen müssen. 10 Minuten später steht unsere neue Hightech Festung, das 'Venus III' der Schweizer Zeltschmiede Exped. Wir hatten es vor einigen Wochen bereits im heimischen Garten getestet und waren nach einer Probenacht mehr als begeistert. Ich bin mal gespannt wie es sich bei der Tour erweist. Als nächstes packen wir den Rucksack, schnüren unsere Wanderstiefel und begeben uns auf den Rim Trail.
Es sind wie fast immer hier jede Menge "Flip-Flop-Hiker" unterwegs. An den klassischen Viewpoints ist es teilweise unmöglich Bilder zu machen, weil permanent jemand vor der Linse steht. Beziehungsweise zwischen uns und dem Stativ herumstolpert.
Wir machen uns auf die Suche nach einer anderen Location für unsere Aufnahmen. Und die ist auch schnell gefunden. Wir erspähen einen vorgelagerten Fels auf dem einige mutige Wanderer posieren. Ob das den Parkrangern so ganz recht ist, wage ich zu bezweifeln.
Dennoch wagen wir die Kletterei, vernünftiges Schuhwerk versteht sich hier von selbst. Nach anfänglichen Misstrauen hat Magnus rießigen Spaß beim "Climbing". Zur Sicherheit gehe ich natürlich immer voran und lasse ihn keine Sekunde aus den Augen.
Es ist ein perfekter Platz um ungestört Bilder zu machen und den Canyon zu genießen.
Einfach nur sitzen, schweigen und schauen. Das ist die pure Entspannung.
Diesen gewaltigen Einschnitt in die Erdkruste kann man kaum beschreiben. Die bizarren Felsformationen beflügeln die Phantasie von Magnus. Die Dinos kommen mal wieder ins Spiel. Wenn jetzt ein T-Rex vor uns stehen würde....
Nach knapp einer Stunde wagen wir den "Aufstieg" zurück auf den Rim Trail. Metze hat mittlerweile richtig Spaß am herumkraxeln gefunden. Am liebsten würde er noch hierbleiben und jeden Winkel erkunden.
Ich muss ihn mehrmals ermahnen und an die Gefahren erinnern, die hier so lauern. Wir laufen noch gut eine Stunde am Rim Trail entlang bis ihm die Lust abhanden kommt. Seine Anfrage, ob ich ihn nicht mal kurz tragen könne, lehne ich strikt ab. Mit dem Vorschlag, erstmal zum General Store zu fahren um dort einzukaufen, schaffe ich es, ihn bis zu unserem Wagen zu bekommen. Und selbst im Store ist mächtig was los. Bei dem riesigen Angebot hier ist das auch kein Wunder. Während Magnus zwischen den Regalen nach passenden Souveniers sucht, fülle ich den Einkaufskorb mit Grillwürstchen, Baguette und all dem was man zum BBQ so braucht. Als wir an der Kasse stehen zupft mich Metze am Hemd und sagt:"Papa mir geht's nicht gut". Tatsächlich ist er kreidebleich. Ich empfehle ihm, sich draußen ein schattiges Plätzchen zu suchen, bis ich bezahlt habe. Zurück am Zelt beginne ich sofort damit Feuer zu machen und mich um das Essen zu kümmern.
Nach einer Stunde ist er wieder fit und verdrückt seine Bratwurst mit einem riesigen Klecks Ketchup. Möglicherweise war sein leerer Magen der Grund für die Übelkeit. Jedenfalls ist jetzt wieder alles im Lot. Nach dem recht frühen Dinner fahren wir nach Tusayan ins IMAX Kino und schauen uns den Film über den Grand Canyon an. Obwohl dieser ja in englischer Sprache ausgestrahlt wird, ist Magnus begeistert von den rasanten Kamerafahrten.
Kurz nach 18.00 Uhr machen wir uns noch mal auf den Weg zum Bright Angel Trail, um die letzten Sonnenstrahlen des Tages zu genießen. Beim Blick in die Tiefe zum 'Indian Garden' denke ich sofort an die "Rim2Rim-Tour" mit Anita & Hartmuth im letzten Jahr.
Wir laufen noch einige Kurven abwärts und ich muss Magnus bremsen bzw. an den Rückweg erinnern. Er ist mittlerweise bei vollen Kräften und möchte nur noch wandern, wandern,wandern... Als die Sonne am Horizont verschwindet, fahren wir zum Campground zurück und ziehen uns in unsere Behausung zurück.
Gute Nacht!
Tageshöchsttemperatur 29°C
23.Juli 2008
Fahrt nach Las Vegas
Unsere erste Nacht verlief ohne besondere Vorkommnisse. Die Temperatur im Zelt beträgt heute morgen 18° Celsius, draußen ist es 3 Grad kälter. Kurz nach 6.00 Uhr fangen wir an unser Nachtlager abzubauen. Selbst bei unseren Nachbarn rechts und links wird schon abgebaut und eingepackt. Nach einem letzten Kontrollblick über unsere Site verlassen wir den 'Mather Campground' Richtung Parkausgang.
Am Begrüßungsschild machen wir noch einen kurzen Stop für ein Foto. Als wir gestern hier vorbeigekommen sind, war eine Reisegruppe damit beschäftigt alle aufs Bild zu bekommen. Da wollten wir 2 natürlich nicht stören. Unser nächstes Ziel für heute ist Williams, genauer gesagt, Denny's in Williams. Ohne einen Blick auf die Karte zu werfen ordert Magnus seine geliebten Astro Dogs. Während unseres gemeinsamen Frühstücks besprechen wir den weiteren Tagesverlauf. Metze möchte so schnell wie möglich nach Las Vegas, ich wiederum bevorzuge erst am späten Nachmittag dort einzutreffen.
Schließlich ist der Weg das Ziel, auch wenn wir schon fast alles gesehen haben. Nach kurzer Fahrt auf der Interstate verlassen wir diese wieder und befinden uns auf der legendären Route 66. In Seligman stoppen wir, denn es gehört zum Pflichtprogramm bei Angel Delgadillo vorbei zu schauen und im Giftshop eine Kleinigkeit einzukaufen. Sein Sohn erzählt mir, wie jedesmal übrigens, dass Angel heute morgen schon im Geschäft war und das es ihm gut ginge. Eine halbe Stunde später sind wir wieder auf der Route 66 Richtung Peach Springs.
Hinter eben benanntem Ort gibt es eine Schotterpiste die direkt zum Grand Canyon West führt. Hier wurde vor anderthalb Jahren der Skywalk eröffnet. Wenn ich die nicht verpasse, dann steht für uns heute die gläserne Plattform auf dem Plan. Gleichzeitig brauche ich somit nicht über Kingman zu fahren und kürze auf dem Weg nach Las Vegas noch etwas ab. Und tatsächlich finde ich den Abzweig zur 'Buck and Doe Road', welche sich in einem guten Zustand befindet. Ab jetzt wird es richtig staubig. Wir sind ungefähr 1,5 Stunden unterwegs bis wir das Flugfeld des 'Grand Canyon West' erreichen. Von hier aus geht es nur noch organisiert weiter. Bevor ich einen Parkplatz persönlich zugewiesen bekomme, werden 20$ fällig. Ich denke mir guter Service hat halt seinen Preis. Man weist uns den Weg zum Informationcenter, denn da gibt es die Tickets für verschiedene Touren. Ohne Wartezeit werden wir sofort bedient. Ich buche die Skywalktour ohne alles. Das macht für einen Erwachsenen und ein Kind zusammen 114$. Ich habe übrigens nichts günstigeres erwartet.
Wir steigen in den Shuttlebus der umgehend mit der Tour beginnt. 10 Minuten später stehen wir vor einer Baustelle, namens Skywalk. Außer der Glasplattform erinnert recht wenig an das, was per Annimation oder Prospekt versprochen wird. Vorschriftsmäßig checken wir am Counter ein, d.h. wir entledigungen uns unserer Daypacks inkl. Fotoequipment. Fotografieren mit eigener Ausrüstung ist leider nicht gestattet. Das war mir allerdings schon bekannt.
Nach einigen Sicherheitshinweisen betreten wir die gläserne Plattform. Auch wenn es von außen nicht so ganz spektakulär rüberkommt, hier zu stehen und durch das Glas in die Tiefe zu starren fühlt sich etwas 'strange' an.
Meine ersten Schritte auf dem Glasboden sind doch recht wacklig. Magnus jedoch fängt schonmal an zu hüpfen. Ich kann garnicht hinschauen als er direkt zum Geländer läuft und nach vorne beugend zum Colorado River herunter schaut. Ich möchte ihn immer irgendwie festhalten und anfassen, was ihm garnicht recht ist. Jeder 2.Satz lautet:"Papa lass es"!
Wir durchlaufen alle Fotostationen in verschiedenen Posen und nach 10 Minuten ist das Spektakel vorbei. Magnus rennt wie immer vorweg und fragt nach den fertigen Bildern. Nur Sekunden später steht er im Shop und sucht unsere Schnappschüsse. Aufgrund meines roten T-shirts findet er die Bilder recht schnell. Als ich die Preise höre zucke ich zusammen. Um die 25$ kostet ein Ausdruck, dieser allerdings inkl. Papp Cover. Es gibt allerdings noch ein "besseres" Angebot. Für 100$ bekommt man 4 Bilder inkl. Cover, 1 Skywalk Aschenbecher sowie einen USB Stick mit Gravur und allen Aufnahmen. Ich habe mich für das große Package entschieden. (was ist nur heute los mit mir). Mit dem nächsten Shuttlebus fahren wir alle Stationen ab, ehe wir dem Grand Canyon West den Rücken kehren.
Am Hoover Damm legen wir noch einen kleinen Fotostopp ein, um die Fortschritte der Bauaktivitäten zu dokumentieren.
Wir hatten vor einigen Wochen eine interessante Reportage über dieses Megaprojekt im Fernsehen mitverfolgt und nun erleben wir es live. Der Verkehr läuft heute sehr flüssig hier, sodass wir ohne das übliche Stop and Go von der einen auf die andere Seite kommen. Magnus wird derweil immer aufgeregter. Er kann es kaum erwarten, die Hotelskyline von Vegas zu erblicken.
Gegen 17.00 Uhr ist es dann soweit, wir betreten zum wiederholten mal das Luxor. An den Checkin Schaltern ist zu unserem Glück momentan kein großer Andrang. Ein 20$ Upgrade lehne ich nach dem heutigen Tag kategorisch ab. Irgendwo muss man ja mal sparen, oder? Die nächste Stunde verbringen wir im Pool. Nach dem heißen Tag eine richtige Entspannung, obwohl es momentan mit 40 Grad doch noch recht warm ist. Nachdem der Staub des Tages abgewaschen ist, setzen wir uns nochmal in den Jeep und fahren zu Basspro(Outdoorworld), um einige Kleinigkeiten zu besorgen. Shoppen macht bei dem starken Euro(1USD=1.59€) zur Zeit richtig Spaß hier. Neben ein paar neuen Trekkingschuhen gibt es für mich einen Leathermann und für Magnus ein Schweizer Taschenmesser. Dieses darf er zu seiner eigenen Sicherheit nur geschlossen am Karabinerhaken tragen. Zum Essen fahren wir zu 'Ihop'. Da es auf dem Weg zum Hotel liegt, bietet es sich für uns zum perfekten 'Dinner' an.
Es dämmert bereits als wir das Luxor erreichen. Magnus ist auf den letzten Metern zum Hotel eingeschlafen. Bei 38 Grad drehe ich unzählige Runden im Parkhaus auf der Suche nach einem freien Platz. Um 22.00 fallen wir nach diesem ereignisreichen Tag in die Betten.
Gute Nacht!
Tageshöchstemperatur 46°C
24. Juli 2008
Las Vegas
Für den heutigen Tag stehen keine besonderen Aktivitäten auf unserem Plan. Kurz nach 7.00 Uhr stehen wir auf und nach der Morgentoilette schlendern wir, vorbei an dutzenden Spielautomaten, zum Frühstücksbuffet.
Wir besprechen den weiteren Tagesverlauf, mit dem Ergebnis nachher erstmal in den Pool zu springen. Dann gibt es da noch die vielen Möglichkeiten Geld zu gewinnen. Magnus ist regelrecht besessen von dem Gedanken hier einen Jackpott zu knacken. Er stellt sich das ganz einfach vor mal eben 11 Millionen Dollar abzuräumen. Ich vertöste ihn auf den Nachmittag.
Nach dem ersten Poolbesuch ziehen wir uns wieder um und laufen zum Haupteingang des Hotels. Hier ist ein aufgemotzter Hummer Pickup ausgestellt. Der junge Mann auf dem Bild wäre am liebsten mal eingestiegen und hätte sich gern hinters Lenkrad bzw. Kette gesetzt.
Unsere ersten Stopps sind bei Coca Cola und M&M's World. Nach einer halben Stunde ziehe ich die Reißleine und breche ab. Metze kann sich (glücklicherweise) für nichts aus dem teilweise albernem Sortiment an Pins, Namensschildern, Anhängern, Magneten, Bechern,Shirts, Plüschtieren usw. entscheiden. Ich frage mich bereits heute, wie wir all die Sachen die wir bis zum heutigen Tag gekauft haben, mit nach Hause bekommen sollen. Ich spendiere eine Coke und wir laufen weiter bis zu den Forum Shop's des 'Cesars Palace'. Aufgrund der hohen Temperaturen stellen sich bei Magnus erste Zeichen von Erschöpfung ein. In der Mall sieht das aber gleich wieder ganz anders aus, denn es ist herrlich klimatisiert. Nach einstündiger Shoppingorgie sind wir beide neu eingekleidet. Für den Weg zurück ins Luxor nehmen wir zu seiner Freude den Bus.
Wieder vorbei an den Automaten macht er mich darauf aufmerksam, heute noch spielen zu wollen. Ich erkläre ihm, dass nicht wir, sondern nur ich spielen werde. Aber vorher geht's nochmal in den Pool. Wir schaffen es den ganzen Nachmittag dort zu verbringen, das lenkt ab. Kurz vorm Abendessen ist es aber dann endlich soweit. Wir starten die Operation 'Jackpott'. Um unserem Glück etwas nachzuhelfen, werfen wir einige Glückscents in den Brunnen. Neben einer Rolltreppe finde ich den passenden einarmigen Banditen mit einem Jackpot von 5 Mio $. Magnus schicke ich derweil zum Rolltreppen fahren. Ich schiebe 10$ in den Slot, drücke höchste Gewinnchance und los geht's. Beim dritten Spiel ist es dann soweit. Der Counter zählt hoch bis 29$. Sofort drucke ich mir den Beleg aus und beende das Spiel und laufe leicht grinsend auf Magnus zu. Sein erster Kommentar: "Das ist aber nicht viel". Ich biete ihm an alles wieder einzusetzen mit dem Risiko alles zu verlieren. Er willigt sofort ein. Wieder schmeißen wir Glückcents in den Brunnen und alles beginnt von vorne. Er fährt permanent Rolltreppe und ich verliere permanent Money. Nach 20 Minuten sind die 29$ verzockt und Metze total entäuscht und frustriert. Ich kann kein vernünftiges Wort mehr mit ihm wechseln.
Wir setzen uns ins 'Starbucks' und ich rede mir den Mund fusselig. Mit verschiedenen Beispielen versuche ich Magnus das Glücksspiel zu erklären. Zu gerne hätte er, wie 'Danny Ocean' aus dem Movie 'Ocean's Eleven', Millionen hier aus dem Kasino getragen. Ich erinnere ihn nur kurz daran, dass die nicht gewonnen, sondern ein Kasino ausgeraubt haben. Für den Moment ist Metze das egal. Er fleht mich an, nur noch einmal zu spielen, was ich aber total ablehne. Aber er lässt nicht locker. Schließlich gebe ich doch nach und zücke eine 1Dollar Note.
Um erstmal etwas Abstand zu bekommen, fahren wir ins Hard Rock Café zum Abendessen. Zwischen Buntstiften und Papier kommt er wieder auf den Boden zurück.
Ich unterdessen überlege mir einen kleinen Plan. Zurück im Luxor angekommen stehen wir wieder am Brunnen und werfen Glückscents ins Wasser. Ich schicke Magnus zur Rolltreppe und setzte mich an den Automaten. Doch statt der 1 Dollar Note schiebe ich 100 Dollar rein. Nach einigen Spielen mit 'up and downs' breche ich ab. Ich drucke mir den Beleg über 103$ aus, halte diesen Metze unter die Nase und der Abend ist gerettet. Mir ist sehr wohl bewusst, dass ich pädagogisch nicht richtig gehandelt habe. Das ist mir heute jedoch egal. Und irgendwann wenn Magnus etwas älter und reifer ist, werde ich ihm die Sache mit dem vermeintlichen Gewinn erzählen und mich entschuldigen.
Als wir zurück im Zimmer sind, möchte er sofort bei Mama anrufen, um vom gewonnenen Geld zu erzählen. Da es in Deutschland gerade mal 6.00 Uhr ist, und meine Frau jetzt wichtigeres zu tun hat, verschiebe ich das Telefonat auf morgen früh.
Gute Nacht!
Tageshöchstemperatur 46°C
25. Juli 2008
Las Vegas - Zion National Park
Nach 2 Nächten heißt es heute Abschied nehmen von Las Vegas. Eigentlich bin ich froh darüber, während mein kleiner Begleiter lieber noch geblieben wäre. Noch immer schwirrt der Jackpot durch seinen Kopf. Um ihn möglichst schnell aus der Spielhölle herauszubekommen verzichten wir auf das Frühstück. Ich fahre noch ein Stück über den Strip ehe ich auf die Interstate 15 Richtung Norden abiege und die "Stadt der Sünden" hinter uns lasse. Am Las Vegas Motor Speedway muss ich allerdings schon wieder runter vom Highway. Grund dafür ist ein fast leerer Benzintank.
"Pain at the Pump", was anderes fällt einem da nicht mehr ein. Fast 4,50$ kostet hier die Gallone. Nur in Los Angeles war es noch etwas teurer. Langsam tun mir die Amerikaner mit ihren Geländewagen und Pickup Trucks etwas leid. So eine Entwicklung hätte hier vor Jahren wohl keiner für möglich gehalten. Eine Mitschuld trägt natürlich die einheimische Automobil-Industrie, die nun am Boden liegt. Jahrzehnte lang hatten sie alle Freude daran, diese spritvernichtenden Vehicles zu verkaufen. Seitdem die Preise so extrem gestiegen sind, wollen immer weniger ein Auto "Made in USA" kaufen.
Genau als die Sonne am höchsten steht "entern" wir den 'Watchman Campground', am Fuße des Zion National Parks. Vereint geht der Aufbau unseres Zeltes schnell von statten. Kurz darauf packe ich meinen Rucksack und wir laufen erstmal zum Visitor Center um die allgemeine Lage zu checken. Die Lust zum 'Hiking' hält sich bei Magnus noch sehr in Grenzen.
Aufgrund der hohen Temperaturen ist das auch kein Wunder. Während der Busfahrt in den Park zähle ich alle Touren auf, die ich hier selbst schon gewandert bin. Vom Auftstieg zum 'Observation Point' über das geklettere zu 'Angels Landing'. Alles Touren die man nicht bei über 40°C am Mittag beginnt und schon garnicht mit einem 7jährigen. Also entscheiden wir uns für leichtes Wandern zu den 'Emerald Pools'.
Hier war ich übrigens auch noch nicht, also betreten wir beide neues Land. Kurz nach verlassen des Shuttlebusses fällt Magnus ein, dass er seine Sonnenbrille im Auto liegen gelassen hat. Da die Sonne dermaßen blendet überlasse ich ihm meine. Ich kann ja "zusehen", wie ich zurecht komme.
Kurze Zeit später ziert die Brille immer mehr sein Cap. In den schattigen Passagen gehts "ohne" dann doch besser. Mittlerweile ist er richtig auf Touren und mir immer einige Meter voraus.
Ich empfehle ihm sich öfters mal umzudrehen. Es ergeben sich tolle Motive zum Fotografieren.
Mein Rucksack wird auch schneller leichter als erwartet. Wir haben einen enormen Verbrauch an Trinkwasser. Aber wie es sich für 2 richtige Hiker gehört, ist der Vorrat auch ausreichend.
Für den Weg bis zum 'Upper Pool' benötigen wir 1,5 Stunden. Hier oben treffen wir auf einige Wanderer, von denen sich einige im Wasser erfrischen. Ich bin mir garnicht so sicher ob das erlaubt ist. Metze möchte auch am liebsten mit seinen Füßen durch den Schlamm waten, was ich ihm aber verbiete(böser Dad). Stattdessen überrasche ich Magnus mit einem Snack. Ich hatte bei Walmart in St. George eine große Dose mit verschiedenen gesalzenen Nußsorten gekauft. Das ist jetzt genau das richtige, um wieder Energie zu tanken. Fast eine Stunde verbringen wir hier, ich auf einem Fels liegend und Magnus mit anderen Kindern spielend. Als wir wieder aufbrechen vermisse ich meine Sonnenbrille, die vor kurzem noch megacool die Mütze von Magnus zierte. Wir suchen eine Viertelstunde alles ab, jedoch ohne Erfolg. Plötzlich kommt ein Amerikaner auf mich zu und fragt mich ob ich vielleicht eine Brille suche. Ich bejahe und genau in diesem moment hält er sie in seiner Hand. Magnus ist mächtig erleichert. Wir bedanken uns und treten den Rückzug an.
An der Zion Lodge angekommen gönnen wir uns erstmal eine große Coke und 2 Laugenbretzeln. Mit dem Shuttle gehts dann später wieder zurück zum Visitor Center. Auf einem Topographischen Modell des Zion Parks zeige ich Magnus nochmal unseren heutigen Tourverlauf. Zurück am Zelt machen wir uns nur schnell etwas frisch, ehe wir nach Springdale zum Abendessen fahren.
Als wir uns wieder auf dem Rückweg zum Campground befinden zieht ein Gewitter auf und es beginnt zu regnen.
Eine knappe halbe Stunde später ist der Spuk vorbei. Trotzdem hat es sich kaum abgekühlt. Ich hänge mein Thermometer ins Zelt und es zeigt mir schwüle 30°C an. Ich beschließe, die beiden Apsiden aufzulassen um nicht zu ersticken und so für ewas Zirkulation zu sorgen.
Gute Nacht!
Höchsttemp. 36 Grad
26.Juli 2008
Fahrt zum Bryce Canyon
Es ist bereits 7.30 Uhr als wir unsere Nasen an die Gaze drücken. Ein Blick auf mein Thermometer zeigt mir mollige 25°C. Ich war zwar öfters wach letzte Nacht, bin aber immer wieder eingedusselt. Magnus hingegen hat voll durchgeschlafen. Wie macht er das nur? Mit dem Abbau des Zeltes beginnen wir kurze Zeit später. Dabei fällt mir auf, dass es trotz der schwülwarmen Nacht keine Kondenswasserbildung am Zelt gibt. Einzig unter dem Footprint, im Bereich der Apsiden, ist es etwas feucht. Ich bin sehr zufrieden mit dem Zelt.
Kurz vor 9.00 Uhr haben wir alles im Wagen verstaut und rollen ganz gemächlich vom Watchman Campground. Vor der Einfahrt in den Tunnel müssen wir stoppen und warten auf den Gegenverkehr. Wir stehen genau hinter einem Motorhome. In diesem Moment erinnert mich Magnus an unser Vorhaben, auch mal mit solch einem Vehicle zu touren. Ich hatte irgendwann mal im Übereifer erzählt, so ein RV zu mieten und durch den wilden Westen zu urlauben. Mal sehen was die Zeit noch so bringt.
In 'Mount Carmel Junction' verlangt der Wagen schon wieder nach Flüssigem. Bei der Gelegenheit schalte ich noch meinen Laptop an und checke im öffentliche Netz des 'Best Western' einige Emails. Kurz vor Mittag ist der 'Bryce Canyon' in Sichtweite. Am Register des 'North Campground' verschaffe ich mir erstmal einen Überblick. Auf meiner Onlinereservierung ist bereits eine Campsite eingetragen, die wir ohne langes Suchen auch recht einfach finden.
Die Lage könnte besser kaum sein, denn die Abruchkante ist nur wenige Meter entfernt. Als unser Zelt steht, laufen wir auf dem Rim Trail etwas spazieren. Magnus fragt: "Wollen wir heute schon wieder Wandern?" Ich antworte: "Nur leichtes Warmlaufen, morgen vormittag wird es strapaziöser." Magnus: "Gott sei Dank." Das ist mal wieder typisch für ihn, erst mal stöhnen, wenn wir aber erstmal unterwegs sind, ist er nicht zu bremsen. Wir laufen bis zum 'Sunset Point'. Jetzt werden bei ihm wieder Erinnerungen wach. Bei unserem Besuch im März letzten Jahres war ein Teil des 'Navajo Loop Trail' wegen eines 'Rockfall' gesperrt. Mittlerweile ist alles wieder in Ordnung und unserer morgigen Wanderung steht nichts im Wege. Da wir heute noch nichts Richtiges gegessen haben, lade ich Magnus zum Lunch ins 'Ruby's Inn' ein. Es ist mittlerweile 15.00 Uhr und vorm Restaurant gibt es keine Wartezeit. Wir entscheiden uns für das Buffet mit all seinen "lukullischen Spezialitäten". Eine große Portion Softeis beschließt unsere nachmittägliche Fre..orgie. Beim zweite Blick auf die Rechnung sehe ich, dass das Trinkgeld schon aufgeschlagen ist. Also packe ich den Tipp, den ich schon auf dem Tisch liegen hatte, wieder ein. See you tomorrow, vielleicht.
Gerade in dem Moment als wir das Restaurant verlassen beginnt es zu regnen, aber richtig. Von Norden zieht eine Unwetterfront auf. Wir sprinten zum Jeep und flüchten südlich in den Park. Nach einigen Meilen haben wir den Regen hinter uns gelassen. Am 'Farview Point' machen wir einen kleinen Fotostop.
Aber die Wolken rücken schnell näher und wir flüchten weiter bis zum 'Rainbow Point'. Zum Aussteigen kommen wir allerdings nicht, denn es beginnt bereits zu tröpfeln.
Nach einer viertel Stunde haben wir den "Kanal voll" und fahren ganz gemütlich zurück. Uns begegnen eine Menge Radfahrer, mit denen wir jetzt ganz bestimmt nicht tauschen wollen. Sie haben aber unser Mitgefühl.
Als wir uns dem 'Bryce Point' nähern, läßt der Regen nach. Ich blinke, suche uns einen Parkplatz und kurze Zeit später hat der Himmel seine Schleusen wieder geschlossen. Es hat sich aber doch so abgekühlt, daß wir eine 2. Bekleidungschicht überziehen müssen. Wir laufen noch etwas herum und fotografieren, ehe wir zum Campground zurück fahren. Dort angekommen strahlt bereits die Sonne.
Pünktlich um 19.00 Uhr sitzen wir in der Rodeo-Arena. Wir sind beide das erste Mal bei einem solchen Spektakel dabei. Nach einem Warm up des Sprechers, der alle ganz herzlich und mit vielen Jokes begrüßt, dauert es nicht lange bis die ersten Cowboys durch die Lüfte fliegen.
In den 2 Stunden erleben wir Horse riding, Bull riding, Steer riding und sogar Sheep riding. Es sieht schon lustig aus wie die Nachwuchscowboys auf Schafen durch die Arena reiten.
Nach der Pause wird Magnus mutiger und stellt sich direkt an den Zaun. Ich frage ihn ob er auch mal reiten möchte. Noch bevor ich die Frage zu Ende gestellt habe, kommt ein klares NEIN. Das hat er von mir, denn mit Pferden habe ich sonst auch nicht viel am Hut. Ich mag sie manchmal als Rossbratwurst.
Bevor wir Richtung Campground aufbrechen, wärmen wir uns im General Store nochmal auf und genehmigen uns einen Snack. Um 22.00 Uhr gehts ins Zelt. Die Reißverschlüsse unserer Schlafsäcke ziehen wir bis ganz nach oben, denn es hat aufgefrischt.
Gute Nacht!
Tageshöchsttemperatur 29°C
27. Juli 2008
Bryce Canyon N.P.
Morgens halb acht im Bryce Canyon, ich bin wach und Magnus schläft. Ein sich jeden Tag wiederholendes Ritual.
Im Vergleich zur gestrigen Nacht im 'Zion' ist es heute morgen sehr kalt. Das Thermometer zeigt gerade einmal 12°C. Aber glücklicherweise treffen schon die ersten Sonnenstrahlen auf unser Zelt.
Magnus bekommt einen ganz besonderen Weckruf. Auf einer entfernten Campsite schreit ein Baby aus voller Brust. Es schallt wunderbar über das ganze Areal. Ich bin übrigens heute Nacht auch einmal auf diese Art und Weise geweckt worden.
Nach kurzer Morgentoilette fahren wir erstmal zum General Store. Mein Vater hat heute Geburtstag und wir wollen natürlich gratulieren. Da meine Handy hier keinen Empfang hat, kaufe ich eine Telefonkarte und wir nehmen so Kontakt mit der Heimat auf.
Bepackt mit Kaffee und Donut verlassen wir den Store, halten aber noch kurz am Parkeingang, um ein Foto zu machen. Magnus hat mittlerweile richtigen Spaß daran gefunden, sich vor diesen typischen Parkschildern ablichten zu lassen. Zurück am Zelt genießen wir erstmal unser Frühstück.
Um 10.00 Uhr ist es dann endlich für einen weiteren 'Hike' soweit. Der Rucksack ist gepackt, das Schuhwerk fest geschnürt und alle haben ihre Sonnenbrillen dabei. Auf dem Rim Trail laufen wir ganz locker bis zum 'Sunset Point'.
Ich erkläre Magnus noch schnell die Spielregeln und Sicherheitshinweise für die Wanderung und schon ist er mir ein paar Meter voraus. Er in einem leicht tänzelnden Schritt, ich ein paar Meter dahinter, tauchen wir in die bizarre Welt des Bryce Canyon ein.
Weiter unten, kurz vor der "Wall Street", bedauert Magnus all die Wanderer die gerade mit dem Aufstieg beschäftigt sind. "Gott sei Dank müssen wir hier nicht wieder hoch", gleitet ihm über seine Lippen. Ich lache ganz still in mich hinein.
An der Stelle des "Rock Fall" halten wir kurz inne. Im März 2007 standen wir an der gleichen Stelle, sind allerdings nicht weitergekommen.
Die Park Ranger oder wer auch immer, haben sehr gute Arbeit geleistet und dieses "Nadelöhr" wieder begehbar gemacht.
Das stetige auf und ab im 'Queens Garden' läßt meinem kleinen Wandergefährten langsam die Kräfte schwinden. Er hat wahrscheinlich doppelt soviel an Wegstrecke zurückgelegt als ich. Und sein Mundwerk stand die ganze Zeit nicht still. Das kostet natürlich Kraft.
Im Schatten eines Baumes lassen wir unsere Seelen baumeln. Da es sehr warm geworden ist, dränge ich Magnus dazu viel zu trinken. Zur Stärkung des Körpers knabbern wir ein paar Nüsse.
Als wir da so sitzen, bekommen wir Besuch von einem Streifenhörnchen (Chip & Chap). Obwohl es nicht erlaubt ist füttern wir es mit ein paar Nüssen. Es hat uns so flehend angestarrt, da mussten wir teilen. Als Gegenleistung hat es beim Fotoshooting ganz ruhig gehalten und ich konnte mit dem Objektiv ganz nah herankommen. Magnus hätte unseren neuen besten Freund am liebsten gleich mitgenommen.
Noch während der Pause bereite ich Metze auf den Anstieg vor. Ich erkläre ihm das es wichtig ist, möglichst gleichmäßige Schritte zu machen und ebenfalls so zu atmen. Nach 5 Minuten ist er mir wieder enteilt und macht sein eigenes Zeug.
Ich hole ihn aber immer schnell wieder ein, wenn er fluchend am Wegrand sitzt. Seine Anfragen nach "Huckepack" lehne ich dankend ab.
Nach einer Gesamtzeit von 2 Stunden schaffen wir den letzten Anstieg und sind stolz die Wanderung gemacht zu haben. Auf dem Weg zum Zelt ziehen plötzlich wieder dichtere Wolken auf. In der Ferne hören wir es schon donnern, aber es bleibt trocken. Da Magnus gestern am Buffet des 'Ruby's Inn' gefallen gefunden hat, fragt er mich ob wir nicht wieder dort essen können. Ich sage: " Okay, aber diesmal fährst Du!"
In der Nähe des Visitor Center ist es mächtig am qualmen. Das Unterholz wird kontrolliert abgebrannt. Gerade in dem Moment als wir uns das mal aus der Nähe ansehen möchten, kommt ein Park Ranger um die Ecke gefahren und bittet uns höflichst genügend Abstand zu halten. Wir folgen seinen Anweisungen und verziehen uns zum 'Lunch'.
Frisch gestärkt verbringen wir den Nachmittag vor unserer "Haustür". Einfach nur relaxen, dass tut auch mal ganz gut. Irgendwo zwischen Lesen und Schlafen, möchte Magnus sein neues Messer näher kennenlernen. Da ich es ihm nur unter der Auflage gekauft habe, es nicht alleine benutzen zu dürfen, assistiere ich beim hantieren. Auf der Suche nach dem besten Messer packen wir alle Tools auf den Tisch und starten den großen Test. Nummer 1 ist, wie kaum anders zu erwarten, das Taschenmesser am Karabiner. Herzlichen Glückwunsch!!!
Abends fahren wir nochmal (3.mal heute) zum General Store. Wir finden diesen Laden einfach nur megageil. Auch wenn man eigentlich nichts braucht, hier gehen wir nie mit leeren Händen heraus. Magnus füllt sich in aller Ruhe ein kleines Säckchen mit bunten Steinen und ich durchstöbere die Campingabteilung. Nebenan, in der Lobby des Hotels, machen wir es uns später in einer Sitzecke gemütlich und checken Emails.
Einsetzender Regen treibt uns recht früh in die Schlafsäcke. Einige Minuten später zieht direkt über uns ein Gewitter auf. Die Donnerschläge werden mal lauter und dann wieder leise. Als es plötzlich so sehr kracht, dass unser Zelt vibriert, flüchten wir ins Auto. Magnus stellt sofort den DVD-Player an und legt eine DVD ein. Nach einer knappen Stunde ist der Spuk vorbei.
Gute Nacht!
Höchstemp. 28 Grad
28.Juli 2008
Fahrt zum Arches N.P.
Noch ehe die ersten Sonnenstrahlen auf unser Zelt treffen mache ich mich fertig, um etwas frische Luft zu schnappen. Bei einer Temperatur von 11°C fröstelt es mir trotz übergezogener Fleecejacke. Da hilft nur viel Bewegung in Form eines kleinen Dauerlaufes bis zum Camperstore und zurück. Weil selbst meine direkten Zeltnachbarn noch schlafen, bin ich beim Einpacken meines Equipments sehr leise. Magnus wird erst wach als ich ihm das Kopfkissen förmlich unter der Nase wegziehe. Sein Protest perlt jedoch an mir ab, erstens ist es schon 8.00 Uhr und zweitens soll unser Zelt heute noch im 'Devils Garden' im 'Arches N.P.' aufgebaut werden. Da möchte ich nicht erst mittags losfahren. Der Rest geht dann sehr schnell über die Bühne und so besuchen wir um 9.00 Uhr ein letztes mal den General Store. Ich organisiere uns einen Kaffee und eine heiße Schokolade. Vor dem Hotel wird gerade eine Bank frei die wir sofort besetzen. Ich entdecke sogar eine Steckdose an der Wand, an der ich meinen Laptop noch etwas aufladen kann. Kurze Zeit später verlassen wir das legendäre 'Ruby's Inn' und begeben uns auf die State Route 12, welche durch eine weite Naturlandschaft führt.
Dieser 'Scenic Byway' gilt als einer der späktakulärsten Straßen im Südwesten der USA.
Vorbei an Cannonville und Escalante erreichen wir Boulder. Grandiose Ausblicke wechseln fast im Minutentakt. Wir passieren viele Canyons und den Escalante River.
Weiter nördlich von Boulder, in Richtung Torrey, nehmen wir stetig an Höhe zu. Kurve um Kurve nähern wir uns der höchsten Stelle des 'Boulder Mountain'. Tausende Espenbäume säumen diese traumhafte Strecke.
Hin und wieder entdecken wir vereinzelt Rinder, die grasend über die sattgrünen Wiesen ziehen, bzw. in Objektive schauen.
Hinter Torrey, genauer in Fruita, legen wir eine kleinen Zwischenstopp ein.
In einem Obstgarten ist es möglich für wenig Geld viel Obst zu bekommen. Eine Birne muß erstmal zur Probe her halten. Sie ist klein und hat genau die richtige Reife.
Obwohl auch an den unteren Ästen genügend Birnen hängen, wagt sich Magnus lieber "schwehr bewaffnet" an höhere Ziele, wenn auch nur mit mäßigem Erfolg. Nach einer viertel Stunde ist unsere Tasche gut gefüllt und wir fahren weiter. Während der Fahrt leert sich unser Vorrat an Birnen zusehends. Selbst Metze ist vom Geschmack sehr angetan und verlangt eine nach der anderen. Im 'Arches' angekommen sind gerade noch 5 Stück in unserer Tüte.
Es ist 15.00 Uhr als wir unsere reservierte Campsite auf dem 'Devils Garden Campground' finden.
Der Zeltaufbau bei brütender Hitze wird zur Tortur.
Jedoch entschädigt dieser phantastische Ausblick aus dem Zelt für all die Strapazen. Da es momentan keinen Schatten auf unserer Campsite gibt, schlage ich vor, erstmal nach Moab zu fahren. Unser erster Weg führt uns zum City Market, dem für mich besten Supermarkt in ganz Southern Utah. Hier könnte ich mich stundenlang aufhalten und nicht nur wegen der guten Air Condition. Der perfekte Laden für Hiker, Biker und Jeeper. Anschließend schlendern wir noch durch die vielen Giftshops und erstehen ein paar Kleinigkeiten. Zum Abendessen geht es endlich mal wieder zu Denny's.
Um 19.00 Uhr sind wir wieder zurück auf unserer Site. Allmählich werden die Schatten länger und die Temperatur sinkt etwas. Nach einem ausgiebigen Spaziergang über den gesamten Campground setzen wir uns gemütlich zusammen und lesen etwas in der deutschen Ausgabe der Parkzeitung.
Dass heißt, ich lese Magnus einige interessante Sachen zur geologischen Geschichte vor. Zitat: "Diese Salzstöcke entstanden vor 300 Millionen Jahren, als ein Meer diese Gegend überfloss und dann langsam verdunstete...." Magnus:" Wo war dann hier der Strand? Da wäre ich lieber gewesen." Meine Antwort:"Du bekommst keine Cola mehr!"
Als es zu dämmern beginnt, setzen wir unsere Kopfleuchten auf und drehen noch eine große Runde über den Campground. Mittlerweile sind fast alle Sites besetzt und überall wird gegessen, gespielt und gelacht. Zurückgekommen zieht sich Magnus mit dem DVD-Player ins Zelt zurück. Ich sitze noch lange draußen und genieße bei einem gut gekühlten Bier den schönen Abend.
Gute Nacht!
Tageshöchstemperatur 39°C
29.Juli 2008
Arches N.P., Moab
Beim gestrigen Aufbau des Zeltes ist mir die leichte Schräglage des Geländes garnicht so aufgefallen. Heute Nacht dagegen schon, denn ich habe permanent die Gaze "geküßt" und Magnus lag 2cm von mir entfernt. Es ist bereits halb acht als ich dem 'Arches' guten Morgen sage.
Draußen sind es angenehme 18°C und beim 2. Blick auf die Uhr lese ich sechs punkt dreißig ab. Ich habe es doch gewusst, dass irgendwas nicht stimmen kann. Von wegen halb acht, bin doch kein Langschläfer. Unsere Nachbarn dagegen schon, selbst unter Sonneneinstrahlung verharren sie wie die Murmeltiere auf dem Dach ihres Motorhomes. Magnus, der zwischenzeitlich wach geworden ist, traut seinen Augen kaum. Es ist für ihn schwer vorstellbar eine Nacht da oben zu verbringen, ohne herunter zu fallen. Nachdem wir unser komplettes Campingequipment gesäubert und eingepackt haben verlassen wir den 'Arches' Richtung Moab. Ein kleines Frühstück wäre nicht schlecht. Denny's lassen wir links (bzw. rechts) liegen, weil es hier garantiert ein großes Frühstück geworden wäre. Stattdessen fahren wir zu 'McD' in Moab.
Da momentan Hochbetrieb herrscht verbringen wir fast eine Stunde hier. Im Anschluß fahren wir direkt zum 'Moab Valley Resort' wo ich eine Cabin für 3 Tage gemietet habe. Metze kann es kaum abwarten in die Hütte zu kommen. Da "unsere" Cabin letzte Nacht nicht vermietet war, können wir sofort einchecken. Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben, begeben wir uns zum Pool. Diese Abkühlung ist eine Wohltat bei den hohen Temperaturen die hier herrschen. Den restlichen Vormittag verbringen wir vor und in der Cabin. Während Magnus fast 45 Minuten via Skype mit Mama redet, packe ich meinen Rucksack für einen Ausflug heute Nachmittag. Die wichtigsten Utenslilien sind Wasser, Sonnencreme und noch mehr Wasser.
Am frühen Nachmittag brechen wir wieder Richtung 'Arches' auf und halten ein ausgiebiges Fotoshooting am Welcome Schild.
Ich fahre bis zum Parplatz der 'Park Avenue'. Hier wollen wir uns heute etwas die Beine vertreten. Doch schon nach den ersten Metern wird uns klar, dass das ein heißer Tanz hier werden wird. Die Wolken, die jetzt etwas Schatten spenden könnten, sind weit weg am Horizont. Nach einem obligatorischen Bild an bekannter Stelle, wagen wir trotzdem den Weg runter in die heiße, rote "Avenue".
Es sind nur wenige Wanderer hier unterwegs. Die meisten begnügen sich mit einem Kurzbesuch am Trailhead, machen einige Bilder und fahren dann einen nach dem anderen Viewpoint ab. Magnus "hängt" permanent an der Wasserflasche, einerseits weil es sich um eine nagelneue 'Camelbak Bottle' handelt und andereseitz weil es die Hitze erforderlich macht. Nach knapp einer Stunde kapitulieren wir vor den hohen Temperaturen und fahren mit dem Auto zurück nach Moab. Im 'City Market' kühlen wir uns ab und kaufen für unser heutiges BBQ ein. Zurück auf dem Campingplatz ziehen wir schnell die Badeshorts über und springen ins kühle Naß. Zu uns gesellen sich noch ein amerikanischer Familienvater mit seinen 2 Söhnen, die so etwa das Alter von Magnus haben. Nach einigen Floskeln, fragen sie uns ober wir nicht zusammen 'Marco Polo' im Wasser spielen wollen. Nachdem das Regelwerk erklärt ist, haben wir mächtig viel Spass. Erst als der Pool später voller wird ziehen wir uns zur Cabin zurück.
Ich beginne umgehend damit den Grill anzuheizen. Eine Stunde später brutzeln bereits die amerikanischen Bierbratwürstchen. Magnus pendelt ständig zwischen TV und Terasse und fragt: "Wann gibt es was zu Essen?"
Ich bitte ihn schon einmal den Tisch zu decken, denn es geht gleich los. Leider fehlt uns zur perfekten Tischkultur noch eine Tischdecke. Ich denk mir wenn Anita und Hartmuth in der Nähe wären, würden sie uns ihre bestimmt mal ausleihen.:-))
Metze probiert als erstes und ist mit der Qualität und Quantität einverstanden. Wenn Papa kocht ist das auch kein Wunder. Selbst ich bin vom Geschmack positiv überrascht. Als Nachtisch gibt es noch ein paar Marsh Mellows.
Nach dem perfekten Dinner rennt Magnus zum Spielplatz um sich noch mal richtig auszutoben. Ich sitze gemütlich vor meinem Laptop und versinke im World Wide Web. Erst als es richtig dunkel wird ziehen wir uns in unsere Hütte zurück.
Gute Nacht!
Tageshöchstemperatur 39°C
30.07.2008
Arches N.P., Moab
Leicht verschwitzt wachen wir beide so gegen halb acht auf. Im Vergleich zur letzten Nacht im Zelt, haben wir hier besser geschlafen. Trotzdem ist die Freude getrübt, denn wir sind von irgendetwas gestochen worden. Als erstes denke ich an Moskitos, doch diese wären mir doch gestern Abend draußen schon augefallen. Beim Blick auf die Bettwäsche denke ich an Bed Bugs. Bei längerem Betrachten frage ich mich, wann die Überdecke wohl das letzte mal gewaschen worden ist. Nach einer kurzen Dusche fühle ich mich aber schon besser und das Thema wird nach hinten geschoben. Magnus bittet mich unverzüglich den Computer anzustellen damit er Mama endlich sein Geburtstagsständchen vortragen kann. Einige Minuten später stimmen wir zusammen ein:"Happy birthday to you..." Wieder hängt Metze über eine halbe Stunde am Laptop. Die Folge ist, dass sich bei ihm leichtes Heimweh einstellt. Nach dem zehnten mal Tschüß beende ich die Unterhaltung und stelle den Computer aus. Draußen beim Frühstück erzähle ich ihm, dass wir heute zum 'Delicate Arch' wandern werden. Aber nicht erst heute Nachmittag, sondern gleich in einer halben Stunde. In der Mittagshitze da hoch zu laufen, möchte ich ihm nicht zumuten.
Genau 10.00 Uhr stehen wir am Trailhead. Es müssen schon viele Wanderer unterwegs sein, denn der Parkplatz ist rappelvoll. Wir cremen uns nochmal mit Sonnenschutz ein und laufen los. Magnus hält gut durch und so erreichen wir nach 45 Minuten den 'Delicate Arch'.
Als sich ein Großteil der Menschenmassen wieder auf den Rückweg macht, nutzen wir die Gunst der Stunde, um einige Bilder zu machen. Aufgrund der Sonneneinstrahlung nicht von der gewohnten Perspektive sondern genau entgegengestzt.
Von hier wirkt der 'Delicate' komplett anders. Magnus vergleicht ihn sofort mit einem Brachiosaurus, womit er garnicht so falsch liegt.
Nur Momente später liegt er in einem der wenigen Schatten und futtert einige Nüsse aus der Dose. So liegen wir über eine halbe Stunde herum und ruhen uns aus, ehe wir wieder den Rückmarsch in Angriff nehmen.
In der Nähe der 'Wolf's Ranch' schauen wir uns noch die Petroglyphen an.
Kurze Zeit später haben wir es geschafft und Magnus posiert für das Siegerfoto. Die extreme Hitze hat doch einige Spuren in seinem Gesicht hinterlassen. Als Belohnung für seine Ausdauer verordne ich eine ausgiebige Pooltime.
Als wir zurück in der Cabin sind, ziehen wir uns sofort um und verbringen einige Zeit am Pool.
Während ich mich nur gelegentlich im Wasser abkühle, ist Metze nicht mehr herauszubekommen. Für ihn gibt es nichts schöneres als die Leiter hochzuklettern, um dann wieder ins Wasser zu springen. So dreht er Runde um Runde bis sich der Hunger meldet. Am liebsten möchte er sich irgendwas Süßes aus dem Office von nebenan holen, doch ich schlage vor nach Moab reinzufahren, um dort etwas Warmes zu essen.
Ohne genauen Plan stelle ich den Jeep in einer Seitenstraße ab. Dabei bemerke ich, dass wir direkt vor dem Restaurant "ZAX" stehen. Es erinnere Magnus daran, schon einmal letztes Jahr hiergewesen zu sein. Das reicht ihm als Entscheidungshilfe aus und wir betreten die Location. Metze ordert eine Pizza und ich genehmige mir ein Sandwich. Nach einem Verdauungsspaziergang durch die vielen Geschäfte fahren wir noch einmal zum City Market um noch ein Mittel gegen Moskitos und Bed Bugs zu kaufen. Nach über einer halben Stunde Sucherei werde ich fündig. Dem ersten Geruch nach zu urteilen, muss das Spray richtig gut sein, denn es stinkt fürchterlich. Am frühen Abend schlüpfen wir erneut in die Badeshorts und gehen zum Pool. Der ist momentan so voll, dass es unmöglich ist ein paar Bahnen zu schwimmen. Aber in erster Linie zählt nur der Erfrischungsmoment im Wasser. Den Rest des sehr lauen Abends verbringen wir vor der Cabin mit einigen Spielen. Vor der Nachtruhe sprühen wir uns noch ordentlich mit dem Moskitospray ein. Hoffentlich hilft es.
Gute Nacht!
17.30 pooltime
Tageshöchsttemperatur 41°C
31. Juli 2008
Arches N.P., Canyonlands N.P. und Moab
Hinter mir liegt eine Horrornacht. Noch nie habe ich in einem USA Urlaub so schlecht geschlafen wie in dieser vergangenen Nacht. Ich bin mehrmals schweißgebadet und unter starkem Juckreiz aufgewacht. Noch eine Nacht werden wir hier nicht verbringen, soviel steht für mich schon jetzt fest. Als Magnus aufwacht findet auch er neue Stellen am Körper die Jucken. Obwohl wir beide Schlafanzüge anhatten und uns vorschriftsmäßig eingesprüht haben, wurden wir wieder "attackiert", von was auch immer. Damit ist das Maß voll und ich reserviere uns online umgehend ein Zimmer im 'Best Western Greenwell Inn'. Nach dem vorzeitigen Checkout fahren wir Richtung 'Canyonlands N.P.'
An unserem letzten Tag in Utah, wollen wir nochmal die schönsten Viewpoints anfahren. Der erste Stopp ist natürlich das Begrüßungsschild.
Am Abzweig zum 'Shafer Trail' entdecke ich ein Sperrschild. Wegen Ausbesserungarbeiten bleibt die Strecke einige Tage gesperrt.
Weit unten im Canyon sind auch tatsächlich einige Baufahrzeuge zu sehen. Damit löst sich mein Plan, gegebenenfalls über die Potash Road nach Moab zurück zu fahren, in Luft auf. Ich bin die Strecke zwar schon 2mal gefahren, aber seinerzeit ohne Magnus. Naja, vielleicht klappt es beim nächsten Mal.
Am 'Green River Overlook' machen wir einen längeren Stopp. Ich erzähle Magnus, wie ich vor 3 Jahren zusammen mit Klaus, irgendwo da unten am 'Green River' entlang gefahren bin und schwelge in schönen Erinnerungen. Die View Point's hier in den Canyonlands zählen für mich neben denen am Grand Canyon zu den monumentalsten im Südwesten der USA. Mit Worten ist das nur schwer zu beschreiben. Man muß es einfach einmal gesehen haben. Gegen Mittag verlassen wir diesen spektakulären Ort.
Auf mehrfachen Wunsch von Magnus halte ich nun endlich an der riesigen Sanddüne, welche sich gegenüber vom Visitor Center des 'Arches' befindet. Sofort nachdem ich den Jeep geparkt habe, springt er heraus und sprintet los. Einmal hoch und wieder runter, das wars dann auch schon und wir fahren weiter zum Hotel. Dort angekommen bittet man uns noch um etwas Geduld. Das Zimmer wird ca 13.30 Uhr fertig sein. Mit einem 'Ceasar's Salad' und einem 'Mighty Meal' bei 'McD' vertreiben wir uns die Zeit bis dahin. Nach dem Checkin verbringen wir noch eine Stunde am Pool, ehe wir zum letzten Mal in den 'Arches' reinfahren.
Auch hier fahren wir einige, der für mich schönsten View Points an, und laufen etwas umher. Auf meinen vergangenen Touren habe ich bestimmt schon einige 'Balanced Rock's' gesehen, doch dieser hier ist mein absoluter Favorit.
Nach fast 2stündiger Kurverei, besuchen wir noch das Visitor Center und sagen: 'Bye Bye Arches...'
Zurück im Hotel machen wir uns erstmal frisch, ehe wir zum Abendessen zu 'Eddie Mc Stiff's' gehen. Mit dem üblichen Bummel durch die Giftshops beschließen wir den Abend vorerst. Auf dem Zimmer erzähle ich Magnus von einer urigen Bar, gleich neben dem Hotel. Wie ich vor Jahren hier mit Klaus und Matse so manchen Abend gesessen habe. Und was er davon hält wenn ich ihn mal ein Stündchen allein lassen würden. Er willigt ein und erlaubt mir genau eine Stunde wegzubleiben. Also laufe ich wenig später rüber zu 'Rudy's Taverne' und genehmige mir einige Drinks. Da hier heute aber absolut "tote Hose" ist, bin ich wie vereinbart, nach einer knappen Stunde wieder verschwunden. Genau in dem Moment als ich die Zimmerkarte einschieben möchte, öffnet mir Magnus mit dicken Kullertränen im Gesicht. Ihm muss die eine Stunde wie eine halbe Ewigkeit vorgekommen sein. Er sagt mir, dass er alle paar Minuten vor die Tür gegangen ist und nach mir Ausschau gehalten hat. Ich nehme ihn in den Arm und nach ein paar Minuten ist alles vergessen.
Gute Nacht!
Tageshöchsttemperatur 41°C
01. August 2008
Fahrt nach Denver
Jetzt wo sich der Urlaub dem Ende neigt, schaffe ich es doch tatsächlich bis 8.30 Uhr zu schlafen. Heute morgen ist sogar Metze vor mir wach. Nachdem wir unsere Sachen zusammengepackt haben, koche ich noch einen Kaffee und wir verdrücken die restlichen Donuts. Kurze Zeit später cruisen wir das vorerst letzte Mal die Mainstreet entlang. Über die State Route 128 verlassen wir Moab in nördliche Richtung.
Meile um Meile entfernen wir uns vom geliebten roten Gestein. Den 'Colorado River' hingegen werden wir heute wohl noch öfters überqueren. In Cisco fahren wir auf die Interstate 70. Die Landschaft ändert sich ganz allmählich.
Nach 2 Stunden sind wir plötzlich mitten in den 'Rocky Mountains'.
Ich bin diese spektakuläre Strecke im Herbst 2004 schon einmal entlang gefahren. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich zusammen mit Matse den Urlaub in Denver begann. Auf einer Höhe von über 3000m sind wir in den 'Eisenhower Memorial Tunnel' hereingefahren. Bei der Ausfahrt wurden wir vom Schnee überrascht. Rechts von uns sind einige Pkw's von der Strecke abgekommen und links von uns sind die Trucks nur so vorbeigefahren als wäre garnichts. Diese Wetterverhältnisse dürften uns heute wohl kaum wiederfahren, obwohl man in den Bergen ja mit allem rechnen muß.
Vorbei an Grand Junction, Rifle, Glenwood Springs, Vail und Dillon erreichen wir Denver ca. um 16.00 Uhr. Hier checken wir im 'Marriott Parkway' in der Nähe des Flughafens ein. Das Hotel wurde mir über 'Priceline' für 70$ zugeteilt.
Besser hätte es wohl kaum laufen können für uns. Nach dem Abendessen bei 'Appelbee's', fange ich damit an unser Gepäck für den morgigen Rückflug zu packen. Die restlichen Stunden verbringen wir abwechselnd in der Lobby bzw. vor der Glotze.
Gute Nacht!
Tageshöchsttemperatur 38°C
2. August 2008
Den-Fra-Ham
Wieder einmal sind die letzten Stunden in den Staaten angebrochen. Mit gewohnter Routine bringen wir den Jeep zurück zum Verleiher und lassen uns zum Terminal chauffieren. Wir durchlaufen alle Kontrollen und stehen schneller als uns lieb ist am Gate, wo unser Flugzeug schon bereit steht.
Eine Stunde später heben wir ab gen Osten.
Und so endet der Urlaub, wie er vor über 2 Wochen begann, mit einem Würstchen.
Guten Appetit...
Bis bald!