The Xmas Xpress Tour 2008
Herzlich Willkommen zur Xmas Xpress Tour 2008!
Rückblende: 3. August 2008 - Rückkehr von der "Summer Joyride"
Es ist Sonntagabend 19.00 Uhr als wir wieder in der Heimat gelandet sind. 4 Stunden später fährt meine Frau zum Airport, um in ihre Ferien zu fliegen. Die Freude des Wiedersehens ist nur von kurzer Dauer. Magnus ist schon etwas traurig und wünscht sich nichts mehr, als endlich mal eine Tour gemeinsam zu unternehmen. Wir versichern ihm, dass es irgendwann schon mal klappen wird. Ende August machen wir "Nägel mit Köpfen" und buchen 3 Flugtickets über die Weihnachtsferien. Von Hamburg über Frankfurt und Denver nach Las Vegas. Den Rückflug von Los Angeles über München nach Hamburg. Alles in einer Woche, daher der Titel X-press Tour.
21. Dezember 2008
Magnus hat von allen Vorbereitungen nichts mitbekommen und freut sich schon auf den Heiligen Abend in Deutschland. Obwohl ich auf unserem White Board die Tour schon vor längerer Zeit angeschrieben habe, wie übrigens alle wichtigen Ereignisse, tappt er völlig im dunkeln.
Okay ich gebe zu, daß ich die Flughafencodes seitenverkehrt aufgeschrieben habe. So wurde aus HAM-FRA-DEN-LAS schließlich SAL-NED-ARF-MAH.
Vor einigen Tagen stand Metze zwar schon mal länger vor dem Board und hat die X-mas-Tour auch entdeckt, konnte sich aber keinen Reim darauf machen. Durch ein kleines Ablenkungsmanöver von mir vergaß er sie dann wieder.
22. Dezember 2008
Unter größter Geheimhaltungsstufe haben wir es gestern Abend doch wirklich geschafft, alle Taschen zu packen. Jetzt gilt es nur noch die "Katze aus dem Sack" zu lassen und so versammeln wir uns um 12.00 Uhr im Flur, um das Geheimnis zu lüften.
Wir erklären das Buchstabenwirrwarr und empfehlen ihm von hinten zu lesen.
Nach den ersten 3 Buchstaben erscheint "HAM". Sofort ruft er Hamburg und weiß das es zum Airport geht. Einige Augenblicke bzw. Buchstaben später hat er den kompletten Flugverlauf ganz selbständig aufgelöst. So ganz ohne die von uns erhoffte Euphorie murmelt er Frankfurt, Denver, Las Vegas vor sich hin.
Zwei Sekunden später wischt er sein gerade aufgelöstes Rätsel wieder vom Board. Er möchte nicht in den Urlaub fliegen, sondern Weihnachten zu Hause feiern. Ich schaue meiner Frau in die Augen und muss mehrmals schlucken. Während Metze im Hintergrund nörgelt, gibt sie mir zu verstehen, dass sie diese Situation eventuell erwartet hat. Er liebt halt das traditionelle deutsche Fest. Magnus möchte derweil am liebsten nur noch auf sein Zimmer. Wir hindern ihn aber daran und suchen das Gespräch. Meine Frau erzählt das überall auf der Welt Weihnachten gefeiert wird und dass der Santa Claus in America auch Geschenke für kleine Jungen aus Deutschland hat. Ich erwähne von hinten links, dass nur der "Grinch" das Weihnachtsfest stören könne und schon kehrt sein Lächeln zurück.
Um 12.16 Uhr ist seine Welt wieder in Ordnung. Ich platziere ihn nochmals vor dem White Board für meine Dokumentation. Auch wenn dieses Foto "gestellt" wirkt, das Lachen in seinem Gesicht ist echt. Einige Augenblicke später gehen wir zusammen in den Keller. Als er die gepackten Koffer entdeckt, springt er mich an und umarmt mich. Yeehaa!!! Von jetzt an kann es nicht schnell genug gehen. Am späten Nachmittag beladen wir unseren Wagen und fahren Richtung Fuhlsbüttel.
Dort checken wir kurze Zeit später im "Courtyard by Marriott" Flughafenhotel ein. Um morgen früh alles etwas entspannter angehen zu können, haben wir uns vor einigen Wochen für diese Variante entschieden. Mit dem Check-in bekommen wir das Gefühl, als ob unser Urlaub in diesem Moment beginnt. Wir lassen den Tag mit einem gemütlichen "Weihnachtsessen" ausklingen, denn ich bin mir nicht sicher, ob wir in Amerika eine Weihnachts-Gans zu essen bekommen.
Außerdem können wir hier sehr günstig in der Tiefgarage parken, sowie den halbstündigen Airportshuttle nutzen.
Gute Nacht!
23. Dezember 2008
Es ist 5.30 Uhr als kurz nacheinander die Handys beginnen uns zu wecken. Während ich in der Nacht so gegen 2 Uhr schon einmal eine halbe Stunde wach im Bett gelegen habe, hat der Rest des Teams voll durchgeschlafen. Nacheinander durchlaufen wir die "Waschstraße" und stehen kurz vor halb 7 an der Rezeption um auszuchecken. Der Shuttlebus bringt uns kurze Zeit später zum Terminal. Ich staune nicht schlecht über die Rieseschlange am Lufthansaschalter, welche nicht vorhanden ist. Yvonne entgegnet mir sofort fragend warum ich eigentlich so früh los wollte. Ha,Ha,Ha... Nach knapp 10 Minuten Wartezeit werden wir zum Schalter gewunken und dort erzählt man uns, dass der ganz große Ansturm schon am Wochenende gewesen sei. Damit können wir gut leben und gehen mit unseren Bordkarten durch die Sicherheitskontrollen. Bis zu unserer Abflugzeit um 9.20 Uhr sind noch 2 Stunden Zeit. Als Erstes steuern wir ein Café an, um in aller Ruhe zu frühstücken. Abwechselnd dreht jeder von uns mit Magnus eine Runde durch die Shops um die Zeit zu verkürzen. Eine halbe Stunde vor Abflug sitzen wir an unserem Gate, als ich unsere Maschine mit großer Geschwindigkeit ankommen sehe. Ich zu Yvonne: " Kuck mal, so wie die Maschine zur Fluggastbrücke herangerast kommt, wird wohl keiner drin sitzen. Wahrscheinlich kommt sie gerade aus dem Hangar und wird jetzt eingesetzt." 5 Minuten später steigen die ersten Passagiere aus. Da lag ich aber voll daneben. Als wir später fertig angeschnallt in unseren Sitzen wartend ausharren meldet sich der Kapitan. Er verkündet freudig, das es pünktlich losgeht und wir sogar 20 Minuten früher in Frankfurt landen werden. Ich drehe meinen Kopf nach rechts, Yvonne ihren nach links und wir grinsen uns leicht verkniffen an. Das wird schon irgendwie gut gehen. Die Landung auf dem Rhein Main Flughafen ist "Butterweich" sozugen eine 1 mit Sternchen. Auf der Fahrt zu endgültigen Parkposition werden wir mehr durchgeschüttelt.
Am Terminal angekommen suchen wir erstmal unser Abfluggate. Da noch zweieinhalb Stunden Zeit sind, ist unser Flug noch nicht angeschrieben. Metze hat derweil den Hotdogstand entdeckt und sich erinnert, wie lecker die Würstchen im Sommer geschmeckt haben. Er bittet um etwas "Kleingeld" und ordert sich erstmal einen Hotdog ohne alles. Die restliche Zeit laufen wir auf und ab ehe es endlich losgeht. Das obligatorische Bild vom Fluggerät kommt mir nicht vor die Linse. Der Grund dafür ist, daß der A340-600 eine Außenposition hat. So dürfen wir sogar noch einmal Bus fahren, ehe wir den Airbus über eine Treppe besteigen. In der ganzen Hektik schaffe ich es nicht meinen Fotoapperat herauszuholen, um ein Bild zu machen. Überall nur Geschubse und Gedränge, obwohl doch alle einen Sitzplatz haben. Eine halbe Stunde dauert es bis sich alle geordnet haben. Dann meldet sich der Kapitän. Er hat 2 Nachrichten, eine gute und eine schlechte. Die Gute ist, dass das Gepäck vollständing verladen sei und die schlechte, das eine Tür nicht richtig zu schließen sei. Aber ein Techniker werde sich darum kümmern. Da sich das "Corpus Delicti" in meiner unmittelbaren Nähe befindet, sehe ich die "Arbeiten" daran. Der Techniker ist nach einer Minute wieder verschwunden. Darauf vermeldet der Kapitän das alles in Ordnung sei, wir aber nicht starten können weil der europäische Luftraum überfüllt sei. Ich schaue nach rechts und Yvonne nach links und wir atmen tief durch.
Mit knapp einer Stunde Verspätung starten wir Richtung Denver in Colorado. Magnus nimmt sich kurz nach dem Start seine erste Auszeit und schläft ein. Vom Mittagessen an Bord bin ich mächtig beeindruckt. Es wird Roulade, Kartoffelbrei und Rotkraut serviert, alles sehr schmackhaft. Nachdem Festtagsschmaus fallen auch mir die Augen für einige gefühlte Stunden zu. Leichte Turbulenzen wecken mich und ich beschließe mir die Beine zu vertreten. Dabei entdecke ich durch ein Bullauge eine tolle Abendstimmung. Sofort hole ich meinen Fotoapperat und mache einige Aufnahmen.
Zurück am Platz schalte ich mein Inseat Entertainment auf "Airshow" um die aktuelle Flugposition zu erfahren.
Gezielt manövriere ich mich durch das Bildschirmmenü,
und erschrecke als ich lese, das noch lange 7 Stunden vor uns liegen. An schlafen ist dabei jetzt nicht mehr zu denken. Stattdessen widmet sich die ganze Familie dem lufthanseatischen Unterhaltungsprogramm. Es ist schon eine tolle Sache wenn jeder einen eigenen Bildschirm vor der Nase hat. Abwechslung verspricht nochmals das Ausfüllen der grünen Einreiseformulare. Ab 11. Januar wird es nötig sein, sich zusätzlich vorher online für eine Reise anzumelden. Später soll der Schreibkram im Flugzeug dann endgültig wegfallen. Das spart doch glatt 'ne Tonne Papier auf jedem Flug. Unsere Flugzeit vergeht derweil äußerst schleppend und die Verspätung können die Piloten nicht mehr aufholen. So landen wir nicht 15.15 Uhr sonder erst 16.15 Uhr. Da unser Anschlußflug nach Vegas erst 18.30 Uhr geht sind wir alle ganz entspannt. Während das Flugzeug in Denver ziemlich heftig aufsetzt, entdecke ich für einen Augenblich das Wrack der vor einigen Tagen verunglückten Continental Airlines Maschine. Es liegt nur einige Meter abseits der Landebahn und man kann erkennen, dass noch Untersuchungen laufen. Glücklicherweise ist bei dem mißglückten Startversuch niemand ums Leben gekommen. Das ganze Einreiseprozedere nebst Gepäckaufnahme und erneuter Abgabe ist in 45 Minuten erledigt. Beim eintreffen an unserem Gate lesen wir das der Weiterflug erst um 19.00 Uhr geht. Heute ist der Tag der Verspätungen. Wir nehmen es aber sehr gelassen und treten das letzte Teilstück jedoch ziemlich erschöpft an. In der letzten Reihe sitzend kommen wir der Glitzermetropole immer näher. Das Lichtermeer beim Anflug auf den Mc Carran Airport ist gigantisch. Auf dem Flughafen selbst geht es recht beschaulich zu. Mit dem Shuttlebus fahren wir zum Car Rental Center und auch hier ist überall gähnende Leere. Vor mir stehen 2 Personen in der Schlange da ruft mich ein Budget Angstellter zu sich an den Schalter. Er meint Alamo und Budget gehören zusammen und ich glaube ihm einfach mal. Da wir den Wagen in Los Angeles wieder abgeben werden, ist es wichtig ein kalifornisches Nummerschild zu haben wird mir noch erklärt. Nach 7 Unterschriften begeben wir uns zur Choise Line. Uns empfängt wieder ein sehr zuvorkommender Angestellter,er schnappt sich den Vertrag und erkennt die Problematik mit dem kalifornischen Nummernschild. 2 Minuten später kommt ein weinroter Chevrolet Trailblazer um die Ecke. Er fragt ob der in Ordnung sei. Ich erwidere YES!!! Das den Wagen ein Kennzeichen aus Nevada schmückt, ignoriere ich.
Mit einer gewissen Routine steuere ich auf den Strip zu. Vorbei am Mandalay Bay, dem Luxor, dem MGM Grand und dem Bellagio entern wir gegen 21.00 das Caesars Palace. Plötzlich kommt wieder Weihnachtsstimmung auf. Es ist alles sehr geschmackvoll und vor allem nicht zu kitschig dekoriert. Magnus ist "riddich"(richtig) zufrieden. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, schlendern wir noch etwas durch das Hotel. Ein kleiner Snack beschließt den Tag. Nach fast 24 stunden fallen wir in unsere Betten.
Gute Nacht!
24. Dezember 2008 Heiligabend
Das ich bereits nach 4 Stunden das erstemal wach werde, brauch ich eigentlich nicht zu erwähnen bzw. länger zu umschreiben. Sonst wird es irgendwann langweilig. Der Rest der Familienbande schläft und schläft und schläft. Vor allem meine Frau, so als würde es keine Zeitverschiebung geben. Glücklicherweise fallen mir meine Augenlider auch nochmal runter.
So gegen 6 Uhr kommt Magnus zu mir ins Bett gekrochen. Breitgrinsend kuschelt er sich an mich und deutet auf den Couchtisch hin. Ich frage ihn nach dem Grund dieser morgentlichen guten Laune. Er antwortet: "Papa, der Weihnachtsmann war da!!!"
Ich springe derweil aus dem Bett, um die Geschenke zu "öffnen". Metze hechtet mir hinterher und brüllt:"Das sind bestimmt meine Geschenke". Ich gebe mich geschlagen. Jetzt ist er nicht mehr zu halten. Während des Auspackens erzählt er uns, dass er heute Nacht irgendwas im Zimmer gehört habe. Das kann nur der Weihnachtsmann gewesen sein. Meine Frau und ich schauen uns an und müssen grinsen. Haleluja, der amerikanische Santa Claus hat den kleinen Hamburger Jungen nicht vergessen.
Nach der morgentlichen Bescherung kehrt etwas Ruhe und Besinnlichkeit ein. Ein Blick aus dem Fenster verkündet einen bewölkten Himmel. So habe ich Vegas noch nie erlebt. Im Sommer waren es 46°C und damit deutlich zu heiß, heute sind laut Weather Channel gerade einmal 5°C gemeldet. Bevor wir ins in das Getümmel stürzen, steuern wir das hoteleigene Frühstücksbuffet an. Es ist noch ziemlich ruhig hier und uns wird ein schöner Tisch zugewiesen. Das Angebot ist sehr üppig. Neben amerikanischen Breakfastklassikern, liegt sehr viel Gesundes in den Auslagen. Selbst Magnus stärkt sich mit frischem Obst. Später drehen wir noch eine Orientierungsrunde im Hotel. So ganz langsam finden wir sogar ohne Plan den richtigen Aufzug für unser Zimmer. Gestern Abend sah das noch ganz anders aus.
Nachdem ausgiebigen Frühstück folgt ein ausgiebiger "Wandertag". Jedenfalls ziehen wir uns an und begeben uns ins Freie. Trotz der Bewölkung tut das grelle Tageslicht den Augen gut. 3mal tief durchatmen und es kann losgehen. Das Auto soll erstmal stehen bleiben, schließlich haben wir gestern lange genug gesessen. Wir laufen den Strip in südliche Richtung. Erster längerer Stop M&M´s und Coca Cola. Metze tut so als wäre er ein "alter Hase" und schleift seine Mama durch alle Etagen.
Gegen Mittag führt uns unser Weg zum "The Venetian". Von den ewig langen Wegen in den Hotels ist Yvonne schon jetzt "begeistert". Sie möchte sich die Grand Canal Shoppes mal aus der Nähe anschauen.
Nach einigen endlos wirkenden Rolltreppen erreichen wir den "Canale Grande". Just in diesem Moment schippert eine Gondel um die Ecke und der Steuermann schmettert eine Arie nach der anderen. Mich würden keine zehn Pferde in den Kahn bekommen. Das ist mir eine Idee zu kitschig.
Gegen Mittag stehen wir vor einer riesigen Shopping Mall, genannt "Fashion Show". Mittlerweise stellen sich bei uns, nicht etwa Hunger, sondern Ermüdungserscheinungen ein. Kein Wunder nachdem vormittäglichen Marathon. Im "Foodcourt" ergattern wir ein "lauschiges Plätzchen" und während Magnus an ein paar Chickenwings knabbert, besprechen wir den weiteren Tagesverlauf. Insgesamt 2 Stunden laufen wir durch die unzähligen Shops und trotz einiger verlockender Angebote verlassen wir sie ohne Einkaufstüten. Irgendwie scheint die Luft heraus zu sein, oder vielmehr macht sich die Zeitverschiebung bemerkbar. Die Wärme hier drinnen macht zudem müde.
Dagegen hilft nur frische Luft. Nach einigen Metern draußen fühlen wir uns dann auch wieder fit. Ganz enstpannt schlendern wir wieder Richtung "Caesars Palace". Auf dem Zimmer stelle ich fest, dass ich meine zweite Jeanshose in Deutschland vergessen habe. Und mit nur einer Hose zu reisen das geht doch nun wirklich nicht. Also brechen wir nochmals in die hoteleigene Shoppingmall, den "Forum Shops" auf. Das hatten wir allerdings so oder so geplant. Nach 2 weiteren Stunden sind wir echt erledigt und können für heute keine Geschäfte mehr sehen. Am frühen Abend setzen wir uns in unseren Wagen und fahren zum Dinner ins Hard Rock Café, auf dem Weg dahin ist unser Sohn schon das erste Mal fest eingeschlafen. Magnus kann beim Essen kaum die Augen aufhalten, so müde ist er mittlerweile. Wir schlingen alles schnell runter und fahren zurück zum Hotel, wo wir relativ schnell in den Betten versinken.
Gute Nacht!
25. Dezember 2008
Die doch recht frühe Bettruhe recht sich heute für Metze und mich. Kurz nach 3.00 Uhr werden wir beide wach. Da Yvonne mal wieder voll durchschläft, erklärt es sich von selbst, dass die Glotze ausbleibt. Wir überbrücken die Zeit bis zum Morgengrauen und spielen mit dem Nintendo DS. Das vom Weihnachtsmann gebrachte Spiel WALL-E erweist sich dabei nicht als der absolute Kracher. Es benötigt wohl noch etwas Zeit und Übung um es durchspielen zu können. Gegen 6.00 Uhr wird zur Freude von Magnus auch endlich Mama wach. Es wird aber auch Zeit, schließlich wollen wir heute zum Grand Canyon fahren. Eine Stunde später stehen wir vorm Frühstücksbuffet. Wir sind fast die ersten Gäste heute morgen. Anschließend verlade ich unser Gepäck während sich Yvonne um den Checkout kümmert. Kurz nach 8.00 Uhr verlassen wir das Caesars Palace und biegen auf den Strip in südl. Richtung. Über die Tropicana Avenue, welche übrigens fast Autofrei ist, geht es Richtung Hoover Dam.
Das Wetter hat sich leider im Vergleich zu gestern nicht gebessert. Die Aussichten sind eher noch etwas schlechter. Für den Nachmittag ist auch noch Regen gemeldet. Deshalb belassen wir es am Hoover Dam nur für einen Kurzbesuch. Möglicherweise haben wir auf der Rückfahrt bessere Verhältnisse. Über den U.S. Highway 93 fahren wir nach Kingman und dort gehts direkt auf die Interstate 40 Richtung Williams. Zwischenzeitlich beginnt es auch noch zu regnen und meine 2 Mitfahrer halten ein gepflegtes Nickerchen. Einige heftige Windböen erschüttern den Trailblazer und verlangen von mir vollste Konzentration, was mich wiederum vor dem einschlafen bewahrt. Hinter Seligman bzw. Ash Fork wird aus dem Regen langsam aber sicher Schnee. Kurz vor Williams befinden wir uns im tiefsten Winter.
Plötzlich fahren alle deutlich langsamer, selbst die Trucks. In Williams fahren wir ab, weil wir tanken müssen. Der Ort wirkt total verschlafen und ist ziemlich eingeschneit. Beim Tanken wird mir allmählich bewußt, das die Fahrt nach Tusayan noch "lustig" werden kann. Plötzlich tauchen nur noch Fragen in meinem Kopf auf. Wie mag der Straßenzustand auf dem State Highway 64 wohl sein, wenn hier schon alles eingeschneit ist. Wir fahren erstmal auf den Parkplatz des benachbarten "Holiday Inn Express". Hier starte ich meinen Laptop und habe einige Minuten später eine Internetverbindung. Auf der Internetseite des Nationalpark Service surfe ich zur Grand Canyon Seite. Einige Sekunden später bekommen wir jede Menge Informationen zum aktuellen Wetter, sowie zu den Straßenverhältnissen. Mit roter Schrift steht ganz oben das ein "Major Winterstorm" über das Land fegt. Der U.S. Highway 180 von Flagstaff nach Tusayan ist bereits gesperrt. Gleiches gilt für den westlichen Teil des Grand Canyon Village. Und gerade da wollen wir hin, nämlich zur Kachina Lodge. Sozusagen unser Plan A.
Einen Plan B gibt es allerdings im Moment noch nicht. Wir besprechen alles Für und Wider und kommen einstimmig zu dem Entschluß, kurz vor dem Ziel umzudrehen. Ich glaube zwar das wir bis zum Canyon Village gekommen wären. Nur wenn sich die Wetterlage über Nacht noch verschärfen würde, wäre uns gegebenenfalls der Rückweg versperrt. Da wir aber einen engen Zeitplan haben, ist uns das Risiko zu groß. Mit dem Handy rufe ich in der Kachina Lodge an und storniere unser Zimmer ( mit Canyon View). Nichts wird es also mit den erhofften Schneeaufnahmen von der großen Schlucht. Als nächstes überlegen wir uns wo wir heute Abend "stranden" werden. Da wir morgen Abend im Death Valley gebucht haben, entscheiden wir uns nochmals in Vegas zu übernachten. Im Mandalay Bay sind für 79$ noch Zimmer verfügbar. Sofort fülle ich das Onlineformular aus und schicke die Buchung ab.
So wie uns der Schnee kurz vor Williams überrascht hatte, ist er wieder verschwunden. In Seligman regnet es dann auch promt. Trotzdem hält es uns nicht davon ab, beim berühmtesten Barbier der Vereinigten Staaten anzuhalten.
Logischerweise ist alles verriegelt, schließlich ist heute Weihnachten. Außerdem haben wir nicht erwartet das Angel drei "verirrte" Deutsche mit heißem Tee und selbstgebackenen Weihnachtsplätzchen erwartet. Schnell fahren wir weiter Richtung Peach Springs. Das Wetter beruhigt sich etwas und wir 3 haben eine Menge Spass im Auto.
Für einige Augenblicke ist sogar etwas Blau am Himmel zu erkennen. Das hebt die Stimmung noch mehr. Während der Fahrt erzähle ich Yvonne einiges über die Gegend hier, da kommt mir ein Geistesblitz, namens "Skywalk". Wenn wir den heute noch erreichen würden, könnte sie den Grand Canyon doch noch sehen. Dann geht die Rechnerei los und wir kommen zu dem Ergebnis, womöglich im Dunkeln dort anzukommen. Schwamm drüber!
Um 16.30 Uhr stehen wir wieder am Hoover Dam. Das hätten wir uns heute Morgen nicht träumen lassen. Und ich merke zusätzlich ein übles Kratzen im Hals. Das ist die Rache dafür, dass ich am Morgen an selber Stelle nur im Pullover da gestanden habe.
Ein paar Minuten später werden die Wolken immer bedrohlicher. Wir reihen uns in die Blechkarawane ein und rollen in Schrittgeschwindigkeit über den Damm. Als wir den Kontrollpunkt passieren, erhellen riesige Blitze den Abendhimmel. Wir haben in unserem Leben ja schon einige Gewitter erlebt. Doch das was sich auf dem Weg nach Boulder über uns ergießt, stellt alles in den Schatten. Glücklicherweise führen 2 Fahrzeugspuren hoch in den Ort, so verteilen sich alle Fahrzeuge etwas. Mitunter ist die Sicht gleich Null und man kann die Straße nur erahnen. Es ist fast ein Wunder, dass es ohne Blechschaden abgeht. Eine knappe Stunde später stehen wir an der Rezeption des Hotels und fünf weitere Minuten später ich unter der Dusche. Während wir uns für das Abendessen fertig machen, schallt ohrenbetäubender Lärm aus dem Nachbarzimmer durch die vorhandene Verbindungstür. Das wiederum kann ich jetzt und möglicherweise heute Nacht nicht ertragen. In Deutschland würde man jetzt an der Rezeption anrufen und sich beschweren, hier hätte das wahrscheinlich wenig Sinn. Ich nehme mich der Sache also persönlich an. Ziehe mich an, krame meine Magnum aus dem Koffer, und hämmer an die Tür. Okay, die Magnum ist natürlich gelogen, aber ich mußte schon ziemlich heftig an der Pforte klopfen, ehe man mich hört. Nach 3 Versuchen öffnet mir ein Asiat (2Frauen im Schlepptau). Ich hatte mir natürlich ein paar Sätze "zurechtgelegt", die denen imponiert haben müssen. Auf einmal war Stille. "Yippie-Ya-Yeah..."
Zum Abendessen fahren wir zum "Outback Steakhouse", welches sich im Coca Cola Gebäude befindet. Unsere Steaks schmecken richtig gut. Hatte gestern Abend Magnus noch beim Essen geschwächelt, so kann ich heute die Augen kaum noch aufhalten. War halt ein langer und anstrengender Tag.
Gute Nacht!
26. Dezember 2008
Unglaublich aber wahr, es ist fast 7.00 Uhr als ich wach werde. Der Rest der Familie ist heute sogar schon früher auf den Beinen. Nach dem "Anflug" einer Erkältung habe ich mich mit Vick-Erkältungssaft eingedeckt. Die 10% Alkohol in der Medizin haben mich schlafen lassen wie ein Baby.
Ein Blick aus dem Fenster läst unsere Herzen höher schlagen. Die Sonne lacht uns vom stahlblauen Himmel entgegen. Jetzt gilt es keine Zeit zu verschwenden denn wir wollen heute noch ins Death Valley fahren. Zum Frühstück gehen wir ins benachbarte Hotel Luxor. Das Angebot ist auch hier völlig ausreichend, kann aber bei weitem nicht mit dem im "Caesars Palace" mithalten obwohl es mit 12$ pro Person gerade mal 4$ günstiger ist.
Satt werden wir natürlich trotzdem. Wie gestern kümmert sich Yvonne um den Checkout und ich mich um das Gepäck. Mal wieder verlassen wir den Strip und cruisen über die Tropicana Avenue, biegen dann auf die Eastern Avenue ab, um bei Walmart ein paar Vorräte zu kaufen. Yvonne ist von der Größe und dem Angebot ziemlich beindruckt. So vergeht fast eine Stunde ehe wir an der Kasse stehen. Nächster Stop! Bass Pro Shops! Da kommen wir gerade richtig, denn ab heute beginnt der Xmas-Sale!!! Fast anderthalb Stunden später verlassen wir, mit ein paar Dollar weniger in der Geldbörse, endlich über die Blue Diamand Road das Zockerparadies.
Über Pahrump fahren wir nach Shoshone. Dort machen wir einen kurzen Stop um uns etwas die Beine zu vertreten. Dabei entdecken wir ein kleines Museum und schauen mal kurz herein. Kurz hinter Shoshone biegen wir auf die "178" ab stehen kurz Zeit später vor dem Nationalpark Eingang.
Endlich mal wieder ein Begrüßungsschild, das tut richtig gut.
Uns bläst ein ziemlich starker und eisiger Wind um die Ohren. Über den Jubilee Pass fahren wir dann hinunter ins Tal des Todes. Uns begegnen kaum Autos auf dem Weg zu "Badwater" unserem nächsten Stop. Um so mehr überrascht uns die Menschenansammlung hier.
Der Parkplatz ist bis zum letzten Platz gefüllt. Während Yvonne und Magnus sich in die Schlange am Toilettenhäuschen einreihen, bereite ich Stativ und Kamera vor. Ich schließe den Koffereaumdeckel und höre wir er verriegelt. Im selben Moment "schießt" mir das Blut aus dem Kopf, denn der Schlüssel liegt noch drin. Wieso verriegelt die Klappe wenn ich noch garnicht abgeschlossen habe? Sofort betätige ich den "Griffel" und der Deckel öffnet sich wieder. Dieses Veriegelungsgeräusch klingt genauso wie die Zentralverriegelung. Dies ist mir die ganzen Tage noch nicht so richtig aufgefallen. Erstmal tief durchatmen!
Für das obligatorische "BADWATER" Foto braucht es eine Weile. Auf der einen Seite blendet die tiefstehende Sonne, auf der anderen Seite muß ich mich gegen eine Vielzahl von Stativen behaupten. Aber alle gehen sehr rücksichtsvoll miteinander um.
Nach einigen Bildern laufen wir der "Meute" hinterher und machen ein kleines Fotoshooting mit unserem letzten Schokoladenweihnachtsmann. Eigentlich hatte ich mir vor einigen Tagen ausgedacht ihn am Grand Canyon im Schnee in Szene zu setzen. Aber daraus wurde ja bekanntlich nichts. Nun muß das Salz im Badwater Basin als "Schnee" herhalten.
Zirka 50 Aufnahmeversuche später bin ich mit Salz überzogen und der Weihnachtsmann macht die "Runde" bis nur noch das Papier übrig ist. XMAS IS CANCELED!!!
Familie Metzing läuft derweil zu Höchstform auf. Für diesen Schnappschuß brauchen wir 10 Anläufe. Per Selbstauslöser nach 10 Sekunden gemeinsam hochzuspringen ist garnicht so einfach. Später stellt sich heraus, dass der erste "Shot" der einzig brauchbare war.
Nach dieser kleinen sportlichen Einlage, welche wir abseits vom Touristenstrom, gemacht haben, verschwindet die Sonne ganz langsam hinter den Bergen.
Wir haben genau das richtige Timing erwischt, um noch ein paar schöne Aufnahmen zu machen. Das obere Bild ist mit einem manuellen Programm aufgenommen und das untere mit einem Automatikprogramm.
Welches nun wirklich schöner bzw. besser aussieht (wenn überhaupt), weiß ich eigentlich selber nicht.
Nach genau einer Stunde laufen wir zurück zum Wagen und fahren weiter zur "Furnace Creek Ranch". Dort hatte ich vor einiger Zeit eine Cabin gebucht.
Wir packen nur unsere Taschen aus und statten dann dem General Store einen längeren Besuch ab. Diese kleinen Einkaufsparadiese, wie man sie aus verschiedenen Nationalparks kennt, laden wirklich zum verweilen ein.
Mit einigen Souveniers verlassen wir die Location und kehren in der Nachbarschaft ins Wrangler Steakhouse zum Dinner ein. Mit einem ordentlichen Steak beschließen wir den Tag. Das heißt noch nicht ganz, während Yvonne und Magnus einschlafen, ziehe ich mich schön warm an und mache einen kleinen Abendspaziergang. Ein richtig schöner Tag geht zu Ende.
Gute Nacht!
27. Dezember 2008
Es ist bereits hell als wir aufwachen. So ganz allmählich haben sich unsere Körper an die Zeitumstellung gewöhnt. Mir hilft nebenbei mein Erkältungssaft noch gut durch die Nacht. Kurz nach dem Aufstehen werfe ich einen Blick vor die Tür und zum Himmel. Kein Wölkchen ist zu sehen. Jetzt haben wir das schöne Wetter endlich auf unserer Seite. Das Frühstück nehmen wir im Wrangler Buffet zu uns.
Gut gestärkt schauen wir die Furnace Creek Ranch erstmal etwas genauer an. Gestern Abend haben wir es leider nicht mehr geschafft, da es um 17.00 Uhr schon dunkel wurde.
Unser Weg führt uns direkt zum benachbarten Visitor Center. Gerade als wir dort eintreffen schließt einer der Ranger die Tür auf. Wie es sich gehört, zeige ich meinen Nationalpark Pass vor und erhalte natürlich Informationsmaterial. Wir verweilen fast eine halbe Stunde in den gut beheizten Räumen. Im Sommer ist es genau umgekehrt, da ist draußen extrem heiß und drinnen wird man schockgefrostet.
Vom Ranger erfahre ich noch, dass die Straße zu "Dante's View" seit heute wieder geöffnet ist. Gestern hatte ich Yvonne noch von dem fantastischen Ausblick vorgeschwärmt und später lesen müssen, "Road closed"! Deshalb entschieden wir uns abends noch, heute ein wenig im "Golden Canyon" zu wandern.
Nachdem wir unsere Cabin geräumt haben, fahren wir direkt die paar Kilometer zum Trailhead. Der Parkplatz ist bereits gut gefüllt. Ich bin ja echt mal gespannt wie meine zwei Wandergefährten durchhalten. Von Metze weiß ich, dass er die meiste Energie beim Dauererzählen und durch Kletterei verliert. Bei meiner Frau tappe ich völlig im dunkeln, denn wir haben noch keine gemeinsame Wandererfahrung. Mit einem Trailguide und einer Flasche Wasser starten wir.
Magnus rennt uns wie erwartet immer 50m voraus und erkundet jeden Stein. Im August des Jahres 2002, bei meinem ersten USA Urlaub, bin ich hier schon einmal gewesen. Damals habe ich den Hike wegen der hohen Temperaturen schnell abgebrochen.
Heute müssen wir in Bewegung bleiben um erstmal richtig warm zu werden. Wir suchen uns immer die sonnige Seite des Trails.
Inklusiver einiger Fotostops bentötigen wir ungefähr 1Stunde bis zu diesem Wegpunkt. Da alle noch in guter phsysischer und psychischer Verfassung sind gehen wir weiter bis zur Red Cathedral.
Der Anblick dieser Felsformation erinnert mich an das geliebte Canyon Country. So ähnlich sieht es am Grand Canyon aus, erzähle ich meiner Frau. Sie schaut mich aus ihren Augenwinkeln an und bedankt sich bei mir. Als der Trail vor der Red Cathedral endet rasten wir ein paar Minuten. Dabei fällt mir auf, dass keinem von uns dreien während des "Aufstiegs" einmal die Puste ausgegangen ist. Ich denke es liegt daran, weil wir uns auf Meerespiegelniveau befinden. Irgendeine ähnliche Wanderung auf dem Colorado Plateau, welches sich durchschnittlich 1500m höher befindet, hätte mehr Pausen erfordert.
Der Rückweg gestaltet sich etwas unangenehmer. Es bläst uns ein heftiger Wind entgegen, der erstens bremst und zweitens zuviel kühlt. Um so mehr überrascht uns der Anblick einiger Amerikaner, die uns mit kurzen Hosen und Tshirts entgegen kommen.
Nach ungefähr anderthalb Stunden endet unser "First Family Hike in the USA". Nach einer kleinen Stärkung in Form von Obst fahren wir Richtung Stovepipe Wells.
Hier dürfen es dann einige Kalorien mehr sein. Im General Store genehmigen wir uns ein Eis und schlecken dieses genüßlich in der Wintersonne.
Da es im Schatten gerade mal 13°C sind suchen wir uns ein sonniges Plätzchen. Hier läßt es sich für den Moment gut aushalten. Nur einige eisige Windböen machen uns zu schaffen.
Bei einem Rundgang entdecken wir dieses kleine Zeltlager. Wir drei sind uns einig, mit den Campern heute nicht tauschen zu wollen.
Kurz bevor wir weiter fahren, zeige ich meiner Familie noch den Pool und erzähle wie schön man hier relaxen kann. Im Juli 2006 hatte ich mich hier mit Anita und Hartmuth getroffen. Wir haben damals bis Mitternacht bei über 30°C am Pool gelegen, Erfahrungen ausgetauscht und Fledermäuse beobachtet.
Über die U.S. 190 verlassen wir so ganz langsam das Death Valley.
Hinter Panamint Springs geht es wieder steil bergauf. Uns bietet sich zum letztenmal ein spektakulärer Blick ins Tal hinein.
Da möchte man doch glatt wieder umdrehen. Bei früheren sommerlichen Kurzbesuchen im D.V. war ich immer froh möglichst schnell wieder wegzukommen. Das Wandern macht bei 50°C halt nicht viel Spass. Jetzt ist mir bewußt geworden, dass für solche Aktivitäten der Winter und das Frühjahr wohl besser geeignet sind. Zu entdecken gibt es hier noch einiges für mich. Das ist in ein oder zwei Tagen nicht zu schaffen. Ich könnte mir gut vorstellen, ein paar Tage hier zu verbringen.
Nach diesem letzten Ausblick fahren wir Richtung Los Angeles. Nach ein paar Meilen schläft erst Magnus und dann schließlich auch Yvonne ein. Erst als ich in Mojave einen Tank- und Toilettenstop einlege sind beide wieder wach und topfit. Meiner Frau drücke ich gleich die Straßenkarte von L.a. in die Hand und erkläre ihr wo sich unser Hotel befindet. Ab jetzt folgen nur noch volle Freeways und wir müssen vorher wissen wo es lang geht. Ab Lancaster und Palmdale nimmt der Verkehr stetig zu. Von Staus bleiben wir aber glücklicherweise verschont. Dank der guten Navigation meiner Copilotin schaffen wir es doch tatsächlich unser Hotel ohne Verfahren zu erreichen. Um Punkt 17.00 Uhr stehen wir vor dem "Hyatt Regency Century Plaza" in der Avenue of the Stars. (Res. über Priceline)
Durch die Glasfassade des Nachbargebäudes erleben wir den Sonnenuntergang heute Abend aus einem völlig anderen Blickwinkel. Den Rest des Abends verbringen wir in einer Shoppingmall gleich um die Ecke. Später im Hotel nehmen wir noch einen Drink an der Bar, ehe wir in unseren Betten versinken.
Gute Nacht!
28. Dezember 2008
Unsere, ich meine Magnus' erste Amtshandlung heute Morgen ist der Blick aus dem Fenster. Wir hatten ihm versprochen die Universal Studios zu besuchen, vorausgesetzt das Wetter ist schön. Gekonnt öffnet er die Vorhänge und präsentiert die SONNE.
Das Frühstück fällt heute etwas kleiner aus. Da meine zwei Begleiter nicht in die Gänge kommen, besorge ich bei Starbucks Kaffee, Joghurt und für jeden ein kleines Teilchen. Kurz nach 9.00 Uhr verlassen wir das Hotel und cruisen über den leeren Santa Monica Blvd. Richtung Universal Studios. Als wir dort ankommen ist schon jede Menge Betrieb an den Ticketschaltern. Erstens ist Sonntag, zweitens sind Ferien und drittens sollen es 20°C werden. Alles zusammen kombiniert ergibt einen vollen Park. Aus diesem Grund entscheide ich mich für die exklusiven "Front in the Line" Tickets. Bei dem aktuellen Umrechnungskurs von 1€=1.39$ hoffe ich alles richtig gemacht zu haben.
Magnus kann es kaum erwarten endlich loszulegen, schließlich hat er genaue Vorstellungen über den heutigen Ablauf. Als erstes machen wir die Studiotour.
Im Vergleich zu unserem Besuch im Sommer wir heute zusätzliche Unterhaltung geboten. In den Kulissen zum Film "Der Grinch" stehen die Akteure in Reihe und Glied und spielen eine Szene kurz an.
Später kommen wir an meine persönliche Lieblingslocation aus dem Film "Psycho".
Als plötzlich Norman Bates mit der "ermordeten" Marion Crane aus dem Motel kommt tobt die Masse. Als er zusätzlich ein Messer zückt und auf uns zukommt, liegen die Nerven blank. Diese Tour heute hat richtig Spaß gemacht.
Als nächstes geht es zu den Simpsons "The Ride". Die aktuelle Wartezeit beträgt schon 45 Minuten. Ab jetzt erfüllen unsere Tickets ihren Zweck, denn wir kommen überall ohne Wartezeit vorbei. Machmal packt einen schon das schlechte Gewissen. Im unteren Level der Studios steht als nächstes Jurassic Park "The Ride" auf unserem Plan. Auf den letzten Metern suche ich schon panisch den Stand an dem im Sommer noch Regenponchos für 'nen Dollar verkauft wurden. Heute möchte ich nicht unbedingt klitschnass werden. So warm ist es schließlich nicht. Im Gegenteil, wir sind froh unsere Windstopperjacken anzuhaben, denn im Schatten ist es noch sehr kühl. Bei einem Rundumblick kann ich niemanden mit Ponchos erkennen. Als es dann endlich losgeht bemerke ich, dass alle Düsen die uns im Sommer noch kräftig geduscht hatten, heute abgestellt sind. Ein paar wenige Saurier spritzen zwar etwas mit Wasser, das ist aber nicht der Rede wert. Selbst bei der finalen Schussfahrt bleiben wir, in der letzten Reihe sitzend, fast trocken. Dieses Spektakel machen wir insgesamt 3mal mit. Wir nehmen alles mit was es zu erleben gibt. Später im oberen Level freut sich Magnus schon auf "Shrek 4D" und ich mich auf "Terminator 3D", obwohl beim letzten Mal Magnus eigentlich nicht wirklich wollte und sich heute anfangs auch streubt.
Als die Vorstellung zum Terminator 2 - 3D vorbei ist posiert er mit leicht gequältem Lächeln. Aber es war Megacool. Nach einem weiteren Besuch bei den Simpsons begeben wir uns Richtung Parkausgang. Da die Vorstellung zu "Waterworld" in 20 Minuten beginnt, entschließen wir uns das auch noch mitzunehmen.
Ich habe die Show im Jahr 2002 schon einmal gesehen. Vor einem halben Jahr haben Magnus und ich es, aufgrund von aufkommender Müdigkei, aber versäumt vorbei zu schauen. Vom heutigen Actionfeuerwerk sind wir sehr begeistert.
Nach der Show besteht die Möglichkeit sich mit den Schauspielern abzulichten. Magnus hat sich zwar erst nicht getraut, war dann aber mächtig stolz darauf.
Um 17.00 Uhr stehen wir wieder vor den Toren der Universal Studios. Ein Tag voller Attraktionen neigt sich dem Ende. Auf dem Rückweg zum Hotel fahren wir noch über die Melrose Avenue und stoppen bzw. shoppen bei "Ed Hardy". Im Laden komme ich kurz mit einer Verkäuferin ins Gespräch. Nach ein paar Floskeln frage ich sie interessiert, wo sie eigentlich wohnt. Gleich um die Ecke sagt sie und das es keine sichere Gegend hier ist. Das überrascht mich total. Sobald es dunkel wird und die Geschäfte schließen, geht man besser nicht mehr auf die Straße. Hier finden die meisten Überfälle statt. Glücklicherweise durften wir unseren Wagen direkt vor dem Laden parken. Als wir später im Hotel eintreffen, sind wir so müde, dass wir das Abendessen ausfallen lassen.
Gute Nacht!
29. Dezember 2008
Unser letzter Tag in den Staaten ist bereit 8 Stunden alt ehe wir aufstehen. In der Regel sind Abreisetage so oder so keine richtigen Urlaubstage mehr. Nicht so heute, denn unser Flug geht erst heute Abend um 21.00 Uhr zurück nach Deutschland. Das heißt wir können bis zum späten Nachmittag auf Tour gehen.
Nach einem traumhaften Frühstücksbuffet im Hotel packen wir all unsere Sachen zusammen und checken aus. Danach fahren wir zum Hostel California um Klaus einen Besuch abzustatten. Just in dem Moment als wir seine Herberge erreichen kommt er auch angefahren.
Im letzten Jahr war er wegen des schwachen Dollarkurses nicht einmal in Deutschland. Viel zu teuer sagt er. Mal sehen wie sich das Jahr 2009 so entwickelt. Dafür sind die Benzinpreise im Moment so günstig wie seit 5 Jahren nicht mehr. Nächster Stopp auf unserer Abschiedsrunde ist der Venicebeach.
Wir parken ziemlich nahe am Strand und laufen ein gutes Stück Richtung Norden. Ich bin erstaunt über die gute Fernsicht. Im Sommer kann man kaum die Pier mit dem Riesenrad in Santa Monica erblicken und heute reicht es sogar bis Malibu.
Über den Ocean Front Walk laufen wir dann wieder zurück. Yvonne möchte unbedingt mal am Muscle Beach vorbei. So richtige Kraftprotze sind aber nicht auszumachen. Über den Highway 1 gehts weiter bis nach Malibu. Hier drehen wir dann aber wieder und biegen auf den Sunset Blvd. welchen wir bis nach Hollywood abfahren.
Auf dem Hollywood Blvd.(Walk of Fame) ist die Hölle los. Wir kommen nur langsam vorwärts und sind froh als wir den Wagen abstellen können. Vor dem Mann's Chinese Theatre ist es unmöglich, ein paar vernünftige Bilder zu machen. Dazu kommt noch, dass wahrscheinlich auch einige Langfinger unterwegs sind. Solche Massenansammlungen bieten doch ein perfektes Terrain. All zu lange schaue ich mir das nicht an und wir ziehen uns in ein Kaffee zurück. Dabei entdecken wir sogar nochmals den berühmten Hollywoodschriftzug, vor dem Magnus und Yvonne dann auch posieren.
Als wir den Kaffeebecher geleert haben, fällt die letzte Klappe. Tschüss Hollywood. Auf dem Weg zum Flughafen bekommen wir doch nochmal zu spüren was das Wort "Rushour" zu bedeuten hat. Die Freeways sind dicht und es geht nur langsam voran. Kurz vor "LAX" drehen wir noch eine Minirunde durch "Marina Del Ray", dem Yachthafen. 20 Minuten später fahren wir bei Alamo vor und geben den Trailblazer ab.
Nach dem Checkin bei Lufthansa essen wir noch gemütlich in einem Grill Restaurant zu Abend. Unser Airbus startet leicht verspätet mit dem Ziel München. Da der Platz neben mir frei ist kann ich meine Beine gut ausstrecken. Ich nehme einen guten Schluck Erkältungssaft und schlafe ebenso wie Magnus gleich ein. Ungefähr 2 Stunden vor der Landung werde ich vom Frühstücksduft geweckt. Yvonne dagegen konnte kaum schlafen.
30. Dezember 2008
Obwohl wir in München pünktlich landen verpassen wir unseren Anschlussflug. Die Umsteigezeit beträgt allerdings nur 30 Minuten und da die Maschine nach Hamburg eine Außenposition hat, ist der Bus bereits ein paar Minuten vor unserem eintreffen losgefahren. Während sich Yvonne erstmal künstlich aufregt, dass liegt sicherlich an ihrer Übermüdung, sehe ich die Situation ganz entspannt. Wir bekommen den nächsten Flug und kehren kurz bei "Käfer's" ein. Für Sauerkraut, Nürnberger Würstchen, Brezel und Bier lasse ich mich doch gerne umbuchen. Um 19.30 Uhr heben wir zum letzten Teilstück ab und landen 20.45 Uhr in Hamburg. Draußen ist es ganz schön frisch. Von sonnigen 20°C in Kalifornien zu frostigen -8°C in Hamburg ist schon ziemlich heftig. Da unser Wagen noch immer in der Tiefgarage des Marriott Hotels steht, müssen wir nicht auch noch kratzen.
Um 22.00 Uhr kommen wir endgültig wieder zu Hause an. Hinter uns liegen 7 ereignisreiche Tage.
Bis bald...
31.Dezember 2008
06.00 Uhr Yvonne steht auf um im Hotel das Frühstücksbuffet vorzubereiten
06.30 Uhr Ich stehe auf um im Großmarkt einzukaufen
10.30 Uhr Metze hat ausgeschlafen!!!