Down into the Death Valley 2009

Death Valley, das Tal des Todes, ist eine der heißesten Regionen der Welt. Es erstreckt sich über eine Fläche von über 13000 km². Das von massiven Bergketten umgebene Badwater Bassin ist der tiefste Punkt Nordamerikas. Riesige Teppiche von Salzkristallen sind die Überreste von Seen, welche vor einigen tausend Jahren existierten. Als Kontrast dazu bietet der Nationalpark vielfältige Landschaftsformen, wie zum Beispiel tiefe Schluchten, Sanddünen oder hohe Berge.

Down into Death Valley

Bei einem Kurzbesuch im Sommer 2006 zeigte das Thermometer am Visitor Center 47°Celsius im Schatten. An Outdooraktivitäten ist bei einer solchen Hitze natürlich nicht zu denken. Anders die Situation im Dezember letzten Jahres, als ich mit meiner Familie 2 Tage hier verbrachte. Da waren es gerade mal 10°Celsius und unsere kleine Wandertour in den "Golden Canyon" wurde nicht zur Tortour. Beim Verlassen des Parks wurde mir bewusst, dass die beste Jahreszeit zwischen November und April zu sein scheint. Zurück in Deutschland habe ich mich dann gleich an die Planung für einen Kurzurlaub Mitte März gemacht. Herausgekommen ist dabei 1 Woche Kalifornien inkl. 5 Tage auf dem Furnace Creek Campground.

 

 


 

Donnerstag, der 12. März 2009

Was für eine Woche, bis zum heutigen Tag. Am Montag endete die Urabstimmung der UFO (Gewerkschaft der Flugbegleiter). Dienstagnachmittag kommt die Meldung über den Onlineticker, dass man sich mit Lufthansa geeinigt hat. Ich schnaufe echt tief durch, denn nun sind meine Bedenken wegen eventueller Streiks und damit verbundener Flugausfälle hinfällig. Was jedoch gestern in Winnenden  und in Alabama /USA passiert ist, rückt alles andere in den Hintergrund...  


Freitag, der 13. März 2009

Endlich ist es soweit, gegen 5.30 Uhr klingelt mein Wecker. Ein perfektes Datum um in ein Flugzeug zu steigen. Wenn es genügend abergläubische Reisende gibt, dann fliegen diese hoffentlich morgen und heute sind die Flugzeuge leer.

Eine knappe Stunde später steht das bestellte Taxi vor der Tür. Magnus ist schon etwas traurig, zu gerne würde er jetzt mit mir kommen. Doch sein Weg führt zur Schule und meiner zum Flughafen Fuhlsbüttel. Nach 40 Minuten stehe ich im Terminal 2 und sehe die Schlange am Lufthansa Checkin. In mich hineingrinsend ignoriere ich diese und orientiere mich zur Gepäckaufgabe bei den Quick Checkin Automaten. Ich krame kurz in meinen Unterlagen und lege die Onlinebordkarten vor, welche ich mir gestern zu Hause schon ausgedruckt hatte. Dieser Service ist nun auch für USA Flüge verfügbar. Da ich sowieso wirklich alles über das Internet gebucht habe, zögerte ich gestern auch nicht bei diesem Prozedere. Das Ergebnis ist ein noch schnellerer Service am Schalter und keine 5 Minuten später verschwinden meine Reisetaschen über die Gepäckbänder. See you in LAX!!! Ich frage mich kurz wie das wohl sein wird wenn alle zu Hause online einchecken?

Die Sicherheitskontrolle bringe ich mit gewisser Routine hinter mich. Ist ja eigentlich immer das gleiche: Laptop aufs Band, alle Hosentaschen leer räumen, Gürtel abziehen usw. Allerdings vergesse ich einen kleinen Karabiner an der Jeans, welcher natürlich von den Sensoren der Schleuse nicht unbemerkt bleibt. Der Angestellte unserer "Homeland Security" winkt mich aber rasch weiter. So sind sie halt, die Hamburger. Nach einer knappen Stunde bummeln durch die vielen Shop's, ist es an der Zeit den Kreislauf in Gang zu bringen. Die nächsten 60 Minuten verbringe ich in der "Pier 1" mit Frühstück und dem Zeitungstudium. Pünktlich um 10.10 Uhr verlässt der A320 die Parkposition. Es scheinen fast alle Plätze ausgebucht zu sein. Als die Turbinen aufheulen und die Maschine beschleunigt, erlaube ich es mir, einmal die Zeit zu stoppen. Nach handgemessenen 31 Sekunden heben wir ab und nur ein paar Augenblicke später lächelt die Sonne. Nach einer knappen halben Stunde meldet sich der Pilot und verkündet, dass wir gerade Erfurt überfliegen. Just in diesem Moment reißt kurz die Wolkendecke auf und gibt einen Blick auf den Thüringer Wald frei. Es ist noch immer Winter. In der bayrischen Landeshaupstadt ist es wieder genauso trüb und bedeckt wie im hohen Norden. Nach kurzer Orientierungsphase steuere ich gezielt auf das "Käfers" zu. Hier werde ich meine Mittagszeit bei bajuwarischen Spezialitäten verbringen. Während dessen erreichen mich einige "viel Spaß im Urlaub" SMS und Yvonne meldet sich auch per Telefon.

A340-600

Mir fällt auf, dass es sehr ruhig hier überall zu geht. Ich frage beim Service im Restaurant mal ganz locker nach der allgemeinen Lage. Das Wort "Krise" verkneife ich mir. Die Bedienung meint aber das alles soweit in Ordnung sei und der nächste Ansturm bald kommen werde. Ich zahle und wünsche noch gute Geschäfte. An meinem Abfluggate geht es noch ruhiger zu. Genauer gesagt bin ich der einzige hier weit und breit. Da kann doch irgend etwas nicht stimmen. An einem LH Serviceschalter nur einige Schritte entfernt erhalte ich die Nachricht, dass sich das Gate geändert hat.

MUC-LAX 

Gemütlich schlendere ich zum richtigen Ausgang. Hier sind dann doch schon einige Sitzreihen belegt. Das Boarding beginnt 30 Minuten vor Abflug. Mal wieder nicht nach Sitzreihen (Zonen) aufgeteilt, beginnt der "Run" auf die besten Plätze. Das die Gäste der First- und Business Class als erstes einsteigen dürfen versteht sich von selbst, aber das ewige Gedränge in der Economy ist nicht zu vertreten. Bei einem Flug mit der amerikanischen Airline "Ted for United" letztes Jahr wurde penibel darauf geachtet, dass erst die Passagiere einsteigen die ganz hinten sitzen. Bei Lufthansa klappt das bei weitem nicht so gut.

On my way to L.a. 

Ich sitze im hinteren Teil der Maschine. Der Fensterplatz neben mir ist noch immer frei und es kommen kaum noch Passagiere nach. Sofort denke ich an Freitag, den 13. und an den Aberglauben, heute nicht ins Flugzeug zu steigen.Vielleicht hat mein Sitznachbar einen Rückzieher gemacht...??? ...einige Momente später ist der Platz belegt. Ein kurzer Rundumblick zeigt nicht einen einzigen freien Platz. Gut für die Lufthanseaten. Der Copilot meldet sich auch noch kurz zu Wort. Die errechnete Flugzeit beträgt heute 11 Stunden und 40 Minuten. Mir läuft ein Schauer über den Rücken, weil ich irgendwie mit 10 1/2 h gerechnet habe. Wieder verlassen wir die Parkposition und rollen zur Startbahn. Als die Turbinen aufheulen und der A340-600 beschleunigt, nehme ich erneut die Zeit. Nach 53 Sekunden hebt der Jet ab. Wir haben die Wolkendecke noch nicht ganz durchstoßen, da klappt mein Vordermann(Vorderfrau) seine Rückenlehne bis zum Anschlag nach hinten. Ich bin echt bedient, verkneife mir aber jedwede Reklamation. Den Bildschirm des Inseat Entertainment habe ich direkt vor der Nase. In dieser Position ist es schlichtweg unmöglich ohne bleibende Augenschäden das Programm zu genießen. Als die Reisehöhe erreicht ist, wandert mein rechter Daumen zum Knopf an der Armlehne und ich presse meinen Oberkörper ganz sanft nach hinten. Kurze Zeit später serviert man einen Drink und etwas zum knabbern. Anschließend schlummere ich etwas vor mich hin, ehe ich vom Essensduft geweckt werde. Wie auf allen Hinflügen ist das Menü sehr gut. Beim späteren Duty Free Verkauf zücke ich meinen 25€ Gutschein, welchen ich letzten Sommer auf dem Rückflug von Denver bekommen hatte. Damals war mein Bildschirm ausgefallen und ich kam nicht in den Genuß des Unterhaltungsprogrammes. Nach einigem Hin und Her wird der Voucher akzeptiert.

Sunset kurz vor der Landung

Das Ausfüllen der Einreiseformulare gelingt mir auf Anhieb ohne Fehler. Danach schaffe ich es, für 3 Stunden etwas zu schlafen. Irgendwann werde ich so fest angerempelt bzw. jemand stolpert über mein rechtes Bein welches ausgestreckt im Gang liegend den Weg versperrt, das ich wach werde. Ich entschließe mich, mich dem Bordprogramm zu widmen. Zuerst schaue ich mir "Nordwand" mit Benno Führman und anschließend "Novemberkind" mit Anna Maria Mühe an. Beide Filme gefallen mir sehr gut und verkürzen mir die Zeit bis zur Landung in Los Angeles. Nach dem Servieren des Frühstücks überfliegen wir Las Vegas. Ich sitze allerdings auf der linken Seite und kann lediglich etwas vom Lake Mead erhaschen. Von jetzt an verlässt der Airbus ganz allmählich die Reisehöhe und beginnt den Landeanflug auf LAX. Gegen 19.30 Uhr und damit eine halbe Stunde früher, setzt die Maschine auf. Der Touchdown ist recht hart und wir werden einmal kräftig durchgeschüttelt. Jetzt müsste auch der Letzte wach geworden sein. Meinem Sitznachbarn tropft etwas Kondenswasser auf die Stirn. Das kommt warscheinlich aus der Air Condition. Er nimmt es aber sehr gelassen und wir wünschen uns gegenseitig alles Gute. Die Einreiseprozedur geht recht schnell voran. Erst der rechte Daumen dann die andereren Finger auf den Scanner, anschließend dasselbe mit der linken Hand. Noch kurz in die Kamera geschaut und schon habe ich meinen Stempel im Pass. Keinerlei weitere persönliche Fragen. Das habe ich hier noch nicht erlebt. Ob es an Obama liegt, der will doch Einiges verändern. Am Gepäckband stehe ich keine 5 Minuten, da sind beide Taschen da und beim Zoll winkt man mich schnell durch. Draußen angekommen ist es bereits dunkel geworden. Der Shuttle zum Mietwagenverleiher Alamo kommt nach 5 Minuten. Das kommt mir wie eine Ewigkeit vor. Wie jedesmal macht sich in mir eine gewisse Ungeduld breit. Im Rental Center kann ich in der Choise Line für Standart SUV stöbern. Zur Auswahl stehen 1 Ford Escape, 1 Kia Sorento und 3 Toyota Highlander. Ich brauche fast 10 Minuten um mich zu entscheiden. Die Highlander bestechen zwar durch Größe, allerdings sind sie farblich von hellblau bis beige/gelb überhaupt nicht nach meinem Geschmack. Bei allen drei wurde auch auf eine Dachreling verzicht, was der allgemeinen Optik sehr schadet. So entscheide ich mich für das kleinste Modell, den Ford Escape. Als ich das Logo für den Sattelitensender "Sirius" entdecke, bin ich restlos überzeugt von der "Choise", verstaue  mein Gepäck im Kofferraum und rolle vom Hof.

Sheraton Gateway LAX

Nach den ersten Metern stellt sich ein gutes Fahrgefühl ein. Der Wagen "geht" sehr leichtgängig. Nach 2 Kilometern wird mir der Wagen wieder förmlich aus den Händen gerissen. Bedienstete des Sheraton Gateway empfangen mich am Hoteleingang. Während ich mit leichtem Handgepäck in die Lobby gehe, parkt man den Wagen nebenan. Kurze Zeit später stehe ich mitten in einer Menschentraube vor den Aufzügen und möchte eigentlich nur auf mein Zimmer. Doch die Türen bleiben verschlossen. Aus der benachberten Bar gesellt sich ein weiterer Gast dazu und erzählt, dass es Probleme mit dem Fahrstuhl gibt. Dies sei aber der einzige Kritikpunkt im Hotel, der Rest, inkl. Restaurant/Frühstück und Bar, sind top. Er hat die Lacher auf seiner Seite. Nach 5 Minuten des Wartens werden wir von der Rezeption in Kenntnis gesetzt, den Serviceaufzug zu benutzen. So schaffe ich es tatsächlich, mein Zimmer zu beziehen. Als erstes geht es unter die Dusche, um mich frisch zu machen. Den Rest des Abends lasse ich in der Bar bei einem Bier und einem Hickory Burger ausklingen. Yes, i'll be back! Kurz vor Mitternacht kann ich meine Augen kaum noch offen halten und schlafe ein.

Gute Nacht!


Samstag, der 14. März 2009

Wie es sich für richtiges Jetlag gehört, wache ich um vier Uhr mal kurz auf, schaffe es aber die Nachtruhe um 1 Stunde zu verlängern. Kurz vor Sonnenaufgang setzt dann auch hörbar der Flugbetrieb auf dem benachbarten Flughafen ein.

Das stört mich allerdings überhaupt nicht. Stattdessen koche ich mir erst mal einen Starbucks Kaffee und fahre den Laptop hoch. Das Einloggen klappt ohne größere Probleme, nur wird eine Gebühr fällig. Es muß lediglich die Zimmernummer eingegeben werden, dann steht das World Wide Web zur Verfügung. Die Datengeschwindigkeit lässt jedoch zu wünschen übrig, nix mit DSL 16000. Da der Batteriestatus auch schon wieder gen 50% sinkt, ist es ratsam nochmal nachzuladen. Bei der Suche nach einem Adapter für amerikanische Steckdosen, greift meine Hand ins leere. Verdammt, die Dinger liegen in der großen Reisetasche im Wagen. In einem klassischen Motel bräuchte ich jetzt nur vor die Tür treten und der Wagen steht in "griffnähe" bereit. Nach kurzen Überlegen düse ich mit dem Lift nach unten. Der Diensthabende beim Valetparking Service versteht mein Anliegen und wir laufen zusammen zum "Escape", welcher in unmittelbarer nähe des Eingangs steht. Das ging doch schneller als erwartet. Es ist kurz nach 7.00 Uhr als alles geladen ist. Nun, es wird Zeit endlich aufzubrechen. Erst gehts auf den San Diego Freeway Richtung Norden, dann auf den Santa Monica Freeway Richtung Osten. Der Verkehr läuft recht flüssig und so schaffe ich es ohne Stau aus dem Moloch Großraum L.A. herauszukommen. Knapp eine Stunde später biege ich die Interstate 15 Richtung Las Vegas ein. Das klappt ja alles wie am Schnürchen, sogar die Abfahrt "Foothill BLVD"(Route66) verpasse ich nicht. Von Deutschland aus hatte ich geplant hier zu stoppen, um Verpflegung an Bord zu nehmen. Neben diversen Supermärkten sind hier auch auch "Sport Chalet" und auf der anderen Seite des Freeways "Bass Pro" angesiedelt. Hier bekomme ich die restlichen Sachen die ich zum komfortablen "Car Camping" benötige. Nächster Stop ist Barstow, es wird Zeit zu Frühstücken. Bei Denny's stärke ich mich mit einem Klassiker, dem "All American Slam". Der anschließende Versuch zu tanken schlägt fehl, weil meine Karte nicht akzeptiert wird. An der Gas Station gegenüber funktioniert sie glücklicherweise und so verlasse ich Barstow mit vollem Bauch und vollem Tank. Gedanklich gehe ich schon mal die weitere Strecke durch, noch eine Stunde bis Baker, von dort eine Stunde bis Shoshone und schließlich eine Stunde bis zum Furnace Creek Campground. Also in ungefähr drei Stunden müsste ich da sein. Bis Baker läuft auch alles nach Plan. Hier verlasse ich die Interstate 15 und biege auf den State Highway 127 Richtung Norden. Über das Hinweisschild "Foot Race Ahead" welches am Ortseingang steht, mache ich mir für den Moment keine Gedanken, denn es sind keine Läufer zu sehen. Kurz vorm Ortsausgang von Baker wird meine Reise jäh gestoppt. Unzählige Autos mit aufgeklebten Nummern verstopfen den Highway. An einer Kontrollstelle versucht mich ein Streckenposten zur Registrierung zu lotsen. Ich mache ihm jedoch klar, dass ich "nur" ins Death Valley möchte. Er findet meinen Plan ganz toll und gibt mir noch eine paar gutgemeinte Sicherheitshinweise im Bezug auf die Läufer, welche in 30 Meilen zu erwarten sind. Plötzlich befinde ich mich in einer nicht enden wollenden Blechlawine. Schnell kapiere ich, dass zu jedem Läufer ein Begleitfahrzeug gehört. Das genaue System ist mir im Moment aber noch nicht bekannt, der eine hat eine 65 auf der Scheibe stehen, der andere eine 165. Als ich eine Startnummer über 300 entdecke wird mir klar, dass mein Zeitplan jetzt ins Stoppen gerät. Nach ungefähr zweieinhalb Stunden "Kriechverkehr" passiere ich endlich Shoshone. Während die Dauerläufer sich Richtung Pahrump/NV und dann nach Las Vegas quälen, kann ich nun endlich wieder Gas geben. Kurz vor 16.00 Uhr stelle ich den Motor am Eingang des Campgrounds ab.

Furnace Creek Campground  

Die Registration ist momentan natürlich nicht besetzt. Es klebt aber ein Zettel hinter der Scheibe, auf dem gebeten wird kurz zu warten. Nach ein paar Dehnübungen, welche ich jetzt auch nötig habe, sehe ich die Rangerin auch schon kommen. Die Formalitäten sind dann schnell geklärt und so rolle ich in Schrittgeschwindigkeit auf der Suche nach "Site 85".

Hilleberg Nallo 2 (rot)

Ohne Extrarunde erspähe ich meinen Platz für die nächsten Tage. Was mir sofort auffällt ist der fehlende Picnic Table. Bei meinen neuen Nachbarn stehen dafür gleich 3 Stück. Ich parke erstmal, atme tief durch und geh zu Fuß zurück zur Rangerin. Die schickt mich wiederum zum "Host" des Camps. Nach zweimaligen "Hello" rufen in sein Motorhome vernehme ich die Worte Elvis, Elvis...back. Hier hält sich der King of Rock'n Roll also versteckt, denke ich. Als ich merke das er damit seinen Hund meint, bin ich schon etwas enttäuscht. Nach kurzer Konversation fahren wir mit seinem Golfcart zurück zur "85". Zusammen hieven wir einen Picnic Table von nebenan auf meine Site. Ich bedanke mich beim Chef und kann nun endlich mein Camp aufbauen. Mein Zelt passt genau unter das Geflecht aus Ästen und steht somit ordentlich schattig.

Nachdem ich mich sozusagen häuslich eingerichtet habe, laufe ich Richtung General Store. Brauche nämlich noch Zündhölzer!

Etwas Bewegung nach einem solchen Fahrtag tut richtig gut. Als ich durch dieses Paradies aus Palmen spaziere, muss ich mich an die "Xmas Xpress Tour" erinnern. Vor 3 Monaten habe ich hier mit langer Hose und Fleecejacke gestanden, jetzt sind es angenehme 25 Grad. Es ist schon irgendwie verrückt. Im General Store stöbere ich erstmal nach einer neuen Kopfbedeckung und werde auch schnell fündig. Die Suche nach Streichhölzern gestaltet sich dagegen schwierig. Ein Mitarbeiter des Laden erklärt mir, dass  momentan keine auf Lager sind. Dafür gibt es Stabfeuerzeuge!!! Oh Mann, denke ich mir, heute morgen bei "Sport Chalet" stand ich vor so einem Teil. Die 3,50 $ schienen mir etwas überteuert und eine Schachtel Zündhölzer werde ich schon irgendwo bekommen. Denkste,...über den Preis für den Zipper hier möchte ich an dieser Stelle schweigen.

Dem Brenner übrigens ist egal wie er gezündet wird, Hauptsache es geht endlich los. Kurz vor Sonnenuntergang schaffe ich es dann auch mir etwas Warmes zuzubereiten. Auf dem Speiseplan steht Chicken Oriental Style. Das ist mir von der letztjährigen Trekking Tour durch den Paria Canyon noch in guter Erinnerung geblieben. Viele Grüße an dieser Stelle an Anita und Harry nach Köln. Als es bereits dunkel geworden ist, schnappe ich mir mein Laptop und laufe nochmal zum Genralstore, denn hier müsste es Empfang geben. Und tatsächlich empfange ich ein starkes Signal. Die Verbindung zum Internet steht auch kurze Zeit später, allerdings muss man sich erst registrieren und bezahlen ehe es losgeht.

Auf dem Weg zurück zum Zelt bemerke ich den wunderschönen Sternenhimmel. Sofort baue ich das Stativ auf, klicke die Kamera drauf und richte diese gen Himmel. Mit Fernauslöser bewaffnet experimentiere ich ein Weile hin und her.

Der ganz große Erfolg möchte sich aber irgendwie nicht einstellen. Nach einigen Fehlversuchen breche ich ab und ziehe mich in meine Behausung zurück, schließlich liegt ein langer Tag hinter mir. 

Gute Nacht!


Sonntag, der 15. März 2009

Neuer Tag, neues Glück! Nach über 8 Stunden Nachtruhe, in denen ich höchstens ein- oder zweimal wach war, ist es jetzt an der Zeit aufzustehen. Der erste Blick gilt dem Thermometer, welches mit 15 Grad mein als angenehm empfundenes Klima bestätigt. Laut Weather Channel sollen die Temperaturen in den kommenden Tagen die 30 Grad Marke überschreiten. Überall auf dem Campground geht das Gewusel los. Zum Frühstück koche ich mir lediglich eine Tasse Früchtetee. Mein Ziel ist es, die nächten Tage mal ohne Koffein auszukommen. Erster Anlaufpunkt des Tages ist das Visitor Center. Meine erste Frage gilt dem Zustand der "Racetrack Valley Road", welche ich ganz oben auf meiner Liste stehen habe. Der Ranger bemerkt natürlich auf Grund meiner Aussprache, dass ich kein Einheimischer bin. Sofort kommen die üblichen Fragen: Was für ein Auto? Ich: Ford Escape mit 4WD und High Clearance! Er: Mietwagen? Ich: Yes, Sir! Er: Normale Straßenbereifung? Ich: Yes, Sir! Er: Schüttelt mit dem Kopf. Natürlich kann er mir nicht verbieten zur Racetrack Playa zu fahren, aber er versucht es mir mit allen Mitteln auszutreiben. Sofort holt er noch zusätzliches Infomaterial, auf denen es nochmal schwarz auf weiß steht:"Vehicles needed: High-Clearance due loose gravel, washboard and rocks. Flat tires are common and this road so be sure your full-sized spare is inflated, all parts of your jack are on hand and tire tread is good..." Ich gebe mich sofort geschlagen. Bin mir nicht mal sicher ob in meinem Wagen überhaupt Werkzeug vorhanden ist. Stattdessen empfiehlt er mir die "Titus Canyon Road". Ich könnte ja erstmal nach Beatty fahren, um dort günstig zu tanken, dann Rhyolite stoppen und anschließend in den Titus Canyon fahren. Mein "that sounds good" kauft mir der Ranger nicht wirklich ab und schaut mich ganz komisch an. Er denkt wahrscheinlich, dass ich ihn einfach reden lasse und trotzdem zu den Racetracks fahre. Plötzlich fragt er mich ob ich schon Eintritt für den Park bezahlt habe und hält mir einen grünen Schein vor die Nase, welche gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe geklebt wird. Ich erwidere natürlich mit ja. Dann fragt er noch nach der Farbe. Ich stocke kurz und sage, rot. Nach einem kurzen Nicken inkl. okay von seiner Seite ist unsere Konversation beendet. Zurück auf dem Parkplatz lege ich mich erstmal unter den Wagen. Als Ersatzrad hat man eine riesige "Spalttablette" angeschraubt. Vor dem Aufbruch in Richtung Titus Canyon, tanke ich in Furnace Creek den Ford randvoll. Die Gallone kostet 3,02 Dollar, was mehr als vertretbar für diese abgelegene Region ist.

Nach einer knappen Stunde Fahrzeit ist mein erstes Tagesziel, "Rhyolite" (ghost town) erreicht. Neben den Geistern, die überall hier herum spuken, bin ich ganz alleine hier. Es ist kaum vorstellbar, dass hier einmal 10000 Menschen gelebt haben sollen. Der Goldrausch hatte dies in den Jahren 1905 - 1910 möglich gemacht. Als Jahre später nichts mehr zu holen war, sind alle wieder verschwunden und Rhyolite verfiel und entwickelte sich zu einer Geisterstadt.

Geister

In den späten 80er Jahren lebte ein Belgier hier und schuf diese Geister Skulpturen.

Im Sommer 2006 bin ich hier schon einmal vorbeigekommen. Damals noch zu viel früherer Stunde. Nur mit Kamera bewaffnet durchstöberte ich das Gelände. Plötzlich entdeckte ich ca. 50 m von mir einen Coyoten bzw. der hat mich entdeckt. Als er anfing permanent zu knurren, habe ich es vorgezogen, mit dem Auto weiter zufahren.

Heute jedoch habe ich extra meinen Trekkingstock dabei,aber der "Köter" lässt sich nicht blicken. Was für ein Feigling.

Bei meinem weiteren Rundgang stoße ich noch auf diese architektonische Meisterleistung. Das "Bottle House" wurde aus 50.000 Flaschen errichtet. Es ist schon erstaunlich, auf was für Ideen die Menschenheit so kommt.

Nach soviel Kunst und Design ist es an der Zeit weiterzufahren. Nach einigen wenigen Kilometern Fahrt biege ich rechts auf die "Titus Canyon Road", welche man nur in diese eine Richtung befahren kann.

Titus Canyon Road

Auf dem ersten Teil, der insgesamt ca. 45 km langen Strecke, geht es recht unspektakulär zu. Auf einigen "Washboard" Passagen wird der Wagen ganz schön durchgeschüttelt. Das zwingt mich, das Tempo deutlich zu drosseln, schließlich ist es auch hier möglich mit einem Platfuß liegen zu bleiben.

Kurz vor dem "Red Pass" mache ich einen kurzen Fotostop. Der Blick in die Ferne verspricht etwas mehr Action auf der Piste.

Auf einmal verfärbt sich die Erde tatsächlich rot und man hat das Gefühl rund um Moab unterwegs zu sein.

Da hinter mir momentan weit und breit kein Fahrzeug zu sehen ist, halte ich einfach mal kurz an. Ich stelle die Automatik auf -P- und trete zusätzlich die Feststellbremse so stark wie es nur irgenwie geht, da es doch ziemlich steil zugeht. Nicht auszudenken wenn sich der Wagen plötzlich in den Canyon verabschiedet. Nach einigen Minuten des Innehaltens geht es aber weiter bis...

 

...Leadfield. Ähnlich wie in Rhyolite wurde auch hier Gold entdeckt und die Stadt erlebte den ganz großen Boom zwischen 1926 und 1927. Als das Gold zur Neige ging verschwanden die Menschen und Leadfield starb. Heute stehen noch einige verfallene Blechhütten, die einen gedanklich  in die alte Zeit zurück versetzen.

Hinter Leadfield geht es dann fast nur noch bergab, hinein in den Titus Canyon.

Glücklicherweise sind nur wenige Fahrzeuge unterwegs. Das ermöglicht es mir, auch an den unmöglichsten Stellen anzuhalten.

Je tiefer man kommt um so enger werden die Feldwände und Erinnerungen an den Paria Canyon werden auf einmal wach. Der Untergrund besteht mittlerweile aus Schotter. Am Rand der Piste versinkt der Wagen fast darin, so lose liegen die Steine hier herum.

Dieser letzte Streckenabschnitt ist wirklich sehr spektakulär und beschließt diese Backcountry Road. Unmittelbar am Ausgang des Canyons ist ein Parkplatz an dem ich erstmal anhalte.

Sofort entdecke ich ein kleines Schild auf dem "Trail" steht. Das ist genau das, was ich jetzt brauche. Es ist 13 Uhr und somit die "beste Zeit", um sich die Beine zu vertreten. Auf meiner Karte schaue ich mir kurz die genauen Eckdaten zum Trail in den "Fall Canyon" an. Die Länge ist mit 3 Meilen one way angegeben und der Schwierigkeitsgrad wird mit moderately strenuous definiert. Wie für mich gemacht, inkl. Wasserfall. Ich packe schnell meinen Rucksack, creme mich mit Sonnenschutz ein und schnüre meine Schuhe nochmal richtig zu. Nach einer halben Meile über einen festgetretenen Wanderweg geht es in ein riesiges "Wash".

 

Von hier an geht es nicht steil aber stetig bergauf. Das Meer aus losen Steinen macht das Laufen nicht gerade zum Vergnügen, zumal diese sich immer wieder in meinen Schuhen verirren. Hohe Wanderstiefel sind bei diesem Trail auf jedenfall besser als einfache Trekkingschuhe. Aber jetzt noch einmal zum Wagen zurückzukehren kommt nicht in Frage. So nach und nach überhole ich einige Weggefährten, die im Schatten der Canyonwände rasten. In einer späteren Passage fällt mir ein Wanderer auf der mit einem riesigen Fotorucksack bepackt ist und zusätzlich 2 richtige Profikameras um den Hals gewickelt hat. Meine Güte denke ich, wenn der soviel Kram hier hoch schleppt, muss es etwas Grandioses zu sehen geben. Nach einer Stunde laufen, laufen, laufen geht mir langsam die Puste aus und ich entschließe mich kurz auszuruhen, um ein paar Cookies zu verdrücken. In diesem Moment treffen sich in unmittelbarer Nähe von mir ein paar Amis. Die Einen wollen, genau wie ich, aufwärtz, die Anderen wieder zurück. Es werden die üblichen Fragen gestellt. Wie weit ist es noch bis zum Ziel? usw. Dabei fällt das Wort "Dry Fall". Mir schießt durch den Kopf das dry doch zu deutsch trocken heißt. Die Siegerdusche fällt also aus. Ein nochmaliger Blick auf meine Karte bestätigt alles. Das es sich beim "Fall Canyon" um einen "Dry Fall" handelt, hatte ich vorhin schlichtweg überlesen. Nach diesem kurzen Schock begebe ich mich frisch gestärkt auf den letzten Teil der Strecke.

 

Und nur eine viertel Stunde später stehe ich vor dem trockenen Wasserfall. Ich habe extra mein Stativ mit hier hoch geschleppt, um ein paar schöne Bilder vom fließenden Wasser machen zu können.

Fall Canyon

Stattdessen mache ich einige "ich war auch wirklich hier" Fotos. Einige Meter abwärts entdecke ich auch die benannte Kletterpassage, in der man den "Fall" von oben sehen kann.

An dieser Stelle muss man richtig steil nach oben klettern. Der Weg zurück scheint um ein vielfaches schwieriger zu sein. Aber darum kümmere ich mich später.

Auf dem "Fall Canyon" stehend sehe ich, dass der Trail noch weiter geht. Es geht steineknirschend weiter aufwärts.

Narrows

Hier beginnen die "Narrows", wieder werde ich an die Trekkingtour im letzten Jahr durch den Paria Canyon erinnert. Es ist unglaublich wie sich die Landschaften gleichen.

Nur das im Paria River immer Wasser fließt und hier nur nach starken Niederschlägen.

Nach weiteren zwanzig Minuten entscheide ich mich, den Rückzug anzutreten. Der Weg scheint endlos zu sein. Warscheinlich würde ich die ganze Nacht durchlaufen und in Beatty an der Tanke herauskommen.;-)

Um wieder auf den richtigen Weg zu kommen, muss ich nun den Berg wieder hinunter kraxeln. Dumm nur, dass unten keiner steht und ein paar schlaue Tipps gibt. Auf dem letzten steilen Teilstück geht es nur rückwärts, ohne das man sieht wo man hintritt. Zu zweit geht es an dieser Stelle deutlich sicherer. Aber es ist weit und breit niemand zu sehen. All die Leute die ich heute auf dem Weg hierher überholt habe sind nicht angekommen, schade eigentlich.

Exakt um 16.15 Uhr stehe ich wieder am Trailhead und wundere mich über die Vielzahl der peparkten Autos. Da mir auf dem Rückweg kaum jemand entgegen gekommen ist, schlussfolgere ich, dass die meisten in den "Titus Canyon" herein laufen. Nach einer kleinen Verschnaufpause starte ich den Motor und fahre zurück ins knapp 60 km entfernte Furnace Creek.

Nach einem Kurzbesuch im dortigen General Store finde ich mich kurze Zeit später auf dem Campground wieder. Während die Site zu meiner linken mit den selben Folks von gestern belegt ist, ist die Site zu meiner rechten unbesetzt. Sofort kümmere ich mich um mein Abendessen. Heute Abend gibt es Macaroni & Cheese, natürlich von Mountain House. Zum Dessert koche ich mir noch eine Tasse heiße Schokolade. Bereits um 19.30 Uhr lege ich mich zum schlafen ins Zelt.

Gute Nacht!


Montag, der 16. März 2009

Die Nacht endet kurz nach vor halb sieben. Ein kurzer Blick aus dem Fenster lässt für heute wieder schönes Wetter erahnen. Ganz ehrlich, etwas anderes hätte ich auch nicht erwartet. Ich staune nicht schlecht, als ich sehe, das die Site neben mir doch noch belegt ist. Da stehen heute Morgen 2 Zelte und aus dem einen sind Kinderstimmen hörbar. Bin wohl gestern Abend so schnell und tief eingeschlafen, dass ich von deren Anreise inklusive Zeltaufbau nichts mitbekommen habe. Sie haben auf ihrem Picnic Table die halbe Küchenausstattung von zu Hause aufgebaut und ich liege 5 Meter weiter und kriege nix mit davon, Gott sei dank!

 

Zum Frühstück brühe ich mir wieder einen heißen Tee auf. Zusätzlich gibt es noch "Scrambled Eggs with Ham", mal wieder von Mountain House. Es schmeckt mir besser als die Macaroni von gestern Abend. Als ich bei meinem neuen Nachbarn auch noch eine Kaffeemaschine entdecke, welche gerade ihren Dienst verrichtet, bin ich baff. Jetzt fehlt nur noch ein Geschirrspüler, der den Abwasch erledigt. Mit dem Duft von frischem Kaffee fahre ich Richtung Furnace Creek Ranch. Zielstrebig gehe ich im General Store zum Kaffeeautomaten und gieße den Becher randvoll. Es geht halt nichts über einen guten Kaffee am Morgen.

Metze

Danach mache ich es mir auf einer Bank gemütlich und starte meinen Computer, um eine Runde mit meiner Familie via Skype zu kommunizieren. Mit Schrecken stelle ich fest, dass der Akku fast leer ist. Auf der Suche nach Strom bleibt mein Blick am Gemäuer der Einfahrt hängen. Da sind doch tatsächlich 2 Steckdosen. Schnell schließe ich den Rechner an und einer kurzweiligen Videokonferenz steht nichts im Wege. Magnus wäre nach wie vor lieber hier als in der Schule und ansonsten gibt es nicht Neues. Nach einer halben Stunde gehen uns so ganz langsam die Themen aus.

Dante's View

Ich erzähle noch kurz von meinen heute geplanten Aktivitäten, ehe wir uns für morgen früh verabreden. Vorbei am Furnace Creek Inn verlasse ich das Tal des Todes in Richtung Dante's View. Bei unserem Kurzbesuch im Winter war die Zufahrt noch wegen Schnee und Eis gesperrt. Heute sieht das hier natürlich ganz anders aus. Der Blick ins Tal ist gigantisch. Auf dem "Wildrose Peak" sind noch einige Schneefelder zu sehen. Die Straße dorthin ist aber eisfrei. Ich stelle  fest, dass außer mir keiner zugegen ist. Mal abgesehen von einer amerikanischen Familie. Deren Kinder sind jedoch nach einem 2 Sekunden Fotoshooting wieder im warmen Auto verschwunden. Klar bei 11 Grad und einem frischen Lüftchen wäre es mir im T-shirt, kurzer Hose und barfuß in den Sandalen auch zu kalt. Nur Mummy hält es etwas länger draußen aus.

Telescope Peak

 Der höchste Berg im Deat Valley National Park ist der "Telescope Peak" mit einer Höhe von 3366 m. Sollte ich irgendwann in irgendeinem Sommer mal wieder in der Nähe sein, ist es mein Ziel dort oben zu stehen. Momentan ist er noch tief eingeschneit und nur mit Winterausrüstung zu bezwingen.

Badwater Basin -85.5m

Beim Blick nach unten ins Tal hinein, ist deutlich "Badwater" zu erkennen. Hier ist auf einer Holztafel der tiefste Punkt der USA mit minus 85,5 m unter dem Meeresspiegel markiert. Für jeden Death Valley Besucher gehört es dazu, sich hinter dem Badwater Schild stehend abzulichten. Mir reicht das allerdings heute nicht, ich möchte noch weiter. Von meinen Kölner Wandergefährten weiß ich, dass es tief im Tal noch einen Marker gibt. Den findet man jedoch nur mittels GPS Daten. Als ich ihre Bilder von den "Salt Flats" gesehen habe war ich echt begeistert und wusste sofort, dass ich da auch irgendwann mal stehen werde. Vorausgesetzt Harry rückt die Koordinaten raus.

 

Er hat!!!

Um 11.00 Uhr erreiche ich den "Badwater Basin" Parkplatz. Mit 20 Grad Celsius habe ich wohl optimale Vorraussetzen für den 6 km (one way) Hike. Mit Rucksack und neuem GPS Gerät ausgerüstet starte ich eine viertel Stunde später in die Salzwüste. Nach einigen hundert Metern verändert sich der Untergrund urplötzlich. Es sieht so aus, als würde sich die Salzkruste vom Boden abschälen.

Salt Flats  

Nach eine Weile verwandelt sich der Boden in ca. 2 Meter große sechseckige Saltflats. Und irgendwo in der Ferne befindet sich der wirklich tiefste Punkt im Tal. In Abständen von 10 Minuten schalte ich das GPS Gerät an, um gegebenfalls den Kurs zu korrigieren. Am Horizont habe ich mir den Gipfel des "Wildrose Peak" als groben Orientierungspunkt ausgesucht.

DEEPDV

Die letzten 100 m werden richtig spannend. Mit dem Empfänger in der Hand zähle ich die letzten Meter herunter bis Null. Ein kurzer Rundumblick nach dem Marker verfehlt sein Ziel, denn ich stehe genau davor. Weil die Tafel extra in Folie eingepackt ist, hätte ich sie fast übersehen bzw. wäre beinahe darübergestolpert.

DEEPDV

Nach knapp 1 Stunde habe ich mein Ziel erreicht und bin überglücklich. Das mir dies so schnell und einfach gelingt, habe ich nicht erwartet. Die Anzeige -105 m- auf dem Display meiner Uhr stimmt natürlich nicht, richtig wäre -85,5 m.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ohne die genauen GPS Koordinaten ist dieser Hot Spot absolut nicht zu finden.

Danke Anita und Harry!!!

 

 

Obwohl es mittlerweile recht heiß geworden ist verbringe ich fast eine Stunde hier und genieße den ruhigen Augenblick. Alles scheint plötzlich soweit weg zu sein.

Nach unzähligen Fotos packe ich die Tafel natürlich wieder ordentlich in die Folie ein und platziere diese so wie ich sie vorgefunden habe. Es wird Zeit für den Rückmarsch.

Am Horizont kann man gerade so den "Badwater Parkplatz" inkl. Toilettenhäuschen wahrnehmen.

Als ich mich wieder in Bewegung setze, zeigt mein Thermometer fast 36 Grad Celsius in der Sonne an. Diesen Trail im Sommer zu machen, möchte ich mir in diesem Moment nicht vorstellen.

Nach einer Stunde und zehn Minuten erreiche ich den Ausgangspunkt. Obwohl ich, jedenfalls gefühlt, das gleiche Tempo wie auf dem Hinweg drauf hatte, brauchte ich zurück 10 Minuten länger. Ich glaube, das lag daran, weil nicht mehr nach GPS-Koordinaten, sondern ausschließlich nach grober Orientierung(Toilettenhäuschen), gelaufen bin.  Kaum vorstellbar, aber ich bin eine riesige Kurve gelaufen, anstatt gerade auf ein fest definiertes Ziel.

Devils Golfcourse

Nach einer kurzen Verschnaufpause starte ich den Motor und fahre gemächlich Richtung Furnace Creek. Am Abzweig zum "Devils Golf Course" überlege ich ganz kurz, hinfahren oder nicht? Da ich diesen Spot bis jetzt immer links liegen gelassen habe, mache ich heute eine Ausnahme. Aufgrund der äußerst bizarren Salzkristallformationen ist irgendwann einmal jemand auf die Idee gekommen, dass dieser Ort hier nur der Golfplatz des Teufels gewesen sein kann. Da ich kein Golfer bin, kann ich das an dieser Stelle nicht beurteilen.

Artists Drive

Weiter auf dem Weg zurück kommt als nächstes der "Artist Drive". Nach kurzer Überlegung, ja oder nein, biege ich in diesen ein und fahre alle Viewpoints ab. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann bin ich 2002 bei meinem ersten Amerikaurlaub hier vorbeigekommen.

Verschiedene Metalle, wie Kupfer und Eisen, sorgen für diese Farbtupfer in den Hügeln und Felsen.

An der "Artists Palette" halte ich ein letztes Mal an. Hier ist die Farbenvielfalt wirklich am Größten. Und da ich gerade beim An- und Abfahren von Viewpoints bin, statte ich auch dem "Zabriskie Point" noch einen Besuch ab.

Zabriskie Point

Hier finde ich heute zum ersten Mal einen vollen Parkplatz vor. Es ist aber auch ein wunderschöner Spot,

benannt nach Christian Brevoort Zabriskie. Er war der Boss der "Pacific Coast Borax Company", welche hier Borax abgebaut hat.

 

Als ich vor der Furnace Creek Ranch parke ist es auf meiner Uhr bereits 16.30 Uhr. Es ist kaum zu glauben wie die Zeit vergeht.

In der Sonne sind es noch immer angenehme 32 Grad, deshalb gönne ich mir jetzt ein Eis. Im General Store treffe ich Ron an der Kasse. Er laß gestern auf meiner Jacke meine Internetadresse inkl. einiger Tournamen und so sind wir halt ins Gespräch gekommen. Als ich ihm erzähle, dass in Utah meine persönlichen Hotspots zu finden sind, erzählt er, dass er auch schon im "Grand Staircase Escalante National Monument" Touren unternommen hat. Von nun an sind wir Kollegen. How about a hug?

Dinner for one

Zurück auf meiner Campsite bemerke ich, dass meine Nachbarn bereits mit der Zubereitung des Abendessens beschäftigt sind. Überall wird gebrutzelt und die Duftschwaden lassen mir das Wasser im Munde zusammen laufen. Auch wenn mein Grill heute wiederum kalt bleibt sind die Aussichten auf ein leckeres Dinner recht groß. Ich serviere mir sozugagen selbst "Sweet & Sour Pork with Rice. Beim Dekorieren des Tisches fällt mir wieder meine nicht vorhandene Tischdecke auf. Bei der nächsten Campingtour werde ich sie bestimmt nicht vergessen.

Nach dem köstlichen "Dinner for one" wird die Abendidylle jäh gestört. Es rauschen 3 Kleinbusse an, die mächtig Staub aufwirbeln. Als sich der Nebel verzieht steht da plötzlich eine Klasse pubertierender Teenager da und beginnt sofort mit dem Aufbau des Camps. Die Betreuer scheinen Nerven so dick wie Stahlseile zu haben, um diesem Chaos Parolie zu bieten. Beim späteren Abwasch komme ich kurz mit einem ins Gespräch. Er erzählt, dass es sich um einen mehrtägigen Geologieausflug handelt. Genau wie ich reisen die Jungs am Donnerstag wieder ab. Ich wünsche ihm ein paar schöne Tage und unsere Wege trennen sich. Ähnlich wie gestern verziehe ich mich nach Einbruch der Dunkelheit in meinen Schlafsack.

Gute Nacht!


Dienstag, der 17. März 2009

Um 6.30 Uhr meldet sich mein verspannter Nacken und zwingt mich zum Aufstehen. Was für eine Nacht liegt hinter mir. Ich merke das ich den Jetlag nun überwunden habe, denn ich konnte echt schlecht einschlafen. Auch wenn es die Kiddis bis 22.00 Uhr akustisch mächtig haben Krachen lassen, daran können meine Schlafstörungen nicht allein gelegen haben. Bin wohl etwas zu früh in die Federn gestiegen, selber Schuld. Das meine jungen Nachbarn total auf- und überdrehen ist völlig klar. Ich erinnere mich kurz an meine eigenen Erlebnisse in dem ein oder anderen Ferienlager in der DDR. Lang lang ist es her.

Irgendwann, als wirklich auch der Letzte eingeschlafen ist, haben dann die Coyoten um die Wette geheult. So ein Schauspiel habe ich in dieser Form noch nicht erlebt, es macht das Übernachten in der "Wildnis" aber authentischer. Laut Ranger Report sollen sich 7 Coyoten in unmittelbarer Nähe aufhalten. Vielleicht läuft mir ja noch einer vor das Objektiv.

Die verabredete Videokonferenz mit meiner Familie, gestaltet sich zäh. Da wir ja gestern erst miteinander gesprochen haben, gehen uns schnell die Themen aus. Viel witziger sind die Reaktionen der Amis, die mich beobachten. Wirklich ungelogen, jeder dritte der vorbei kommt fragt erstaunt ob es "WIFI" gebe. Ich bejahe natürlich jedesmal freundlich, aber mit dem Zusatz das dieser Internetzugang kostenpflichtig sei. Eine Amerikanerin geht noch weiter und fragt nach meinem Passwort. Ich tue aber so als hätte ich sie nicht verstanden. Als es mir zu bunt wird packe ich alles zusammen und hole mir einen Kaffee im General Store. An der Kasse treffe ich wieder Ron, den Xanterre Mitarbeiter. Da momentan kein Andrang ist schalte ich meine Kamera ein und zeige ihm auf dem Display einige Bilder vom gestrigen Ausflug. Nach einem "See you tomorrow morning" beginne ich meine heutige Tour. Im Visitor Center bestätigt man mir, dass der "Wildrose Peak" schneefrei ist und so für alle zugänglich. Das ist genau das was ich heute brauche, frische dünne Luft. Dann schlafe ich heute Nacht hoffentlich besser. Erster Tagespunkt ist aber nicht der Trail zum Berg sondern der "Harmony Borax Interpretive Trail", welcher sich nur unweit von Furnace Creek befindet.

Harmony Borax Works ... 

Das hier ist so ein Spot, an dem ich bis jetzt immer vorbei gefahren bin. Heute mache ich gerne eine Ausnahme. Das im Death Valley abgebaute Borax wurde hier weiterverarbeitet. Dieses Mineral wird unter andererm für die Porzellan- oder auch zur Seifenherstellung benötigt. Nach 30 Minuten habe ich schon alles abgelaufen. Auf dem Weg zum Auto kommt mir ein Pärchen entgegen. Nach dem üblichen Hi...kommt von ihm noch ein "Where is your Computer?" hinterher. Die Deutschen fallen einfach überall auf.

 

Die Straße Richtung "Stove Pipe Wells" ist recht ordentlich mit Blumen gesäumt. Wobei ich glaube, dass das ganz große "Blühen" im Tal noch bevorsteht.

 

Auf der offiziellen Internetseite des National Park Service hatte ich mich vor 2 Wochen über das "Wildflower update" informiert. Man erwartet die volle Blütenpracht Ende März bzw. Anfang Juni.

Nach einigen Schnappschüssen fahre ich vorbei an "Devils Cornfield" und den "Mesquite Flat Sand Dunes" bis nach Stovepipe Wells. Auf dem Dach der Rangerstation wird fleißig gearbeitet. Eine wirklich kluge Entscheidung, die Kraft der Sonne in Energie umzuwandeln. Yes we can! Hinter Emigrant (nicht Eddygrant) biege ich rechts auf die gleichnamige Canyon Road. Die Straße zieht sich wie ein Gummi, ist teilweise sehr kurvig und eng. Auf den letzten Meilen hinter dem Wildrose Campground wird sie etwas holprig.

Charcoal Kilns

Der Parkplatz an den "Charcoal Kilns" ist sehr gut belegt. Da die Straße zum Mahagony Flat Campground wegen Schnee und Eis gesperrt ist, vermute ich, dass einige unerschrockene Hiker von hier aus die Besteigung des "Telescope Peak" in Angriff nehmen. Ich nehme mir als Erstes diese eigenartigen Gebilde vor. Bei diesen "Charcoal Kilns" handelt es sich um nichts anderes als eine Köhlerei, in der logischerweise Holzkohle produziert wurde. Diese Brennöfen stehen schon seit über 140 Jahren hier und sind noch sehr gut erhalten. Mir gefällt es sehr gut hier.

Trailhead

Um 11.37 Uhr, nach den üblichen Hiking Vorbereitungen, starte ich das Unternehmen zum 4,2 Meilen oder auch 6,75 km entfernten "Wildrose Peak". Vor ungefähr 10 Minuten ist noch so ein einsamer Hiker gestartet. Wenn mich mein Spürsinn nicht völlig getäuscht hat, müsste es sich dabei um einen Landsmann gehandelt haben. Wir sind uns leider nicht nah genug gekommen, aber ich habe einen "Deuter Rucksack" erkannt. Vielleicht hole ich ihn ja noch ein...

  

Nach nur wenigen Metern bietet sich ein fantastischer Blick Richtung Westen. Am Horizont ist die Sierra Nevada sehr deutlich zu erkennen. Einige Kurven später ist es mit spektakulären Panorama Bildern vorbei. Von jetzt an geht es ausschließlich bergauf. Je höher ich komme um so kurzatmiger werde ich. Das mein Tempo am Anfang zu hoch war, rächt sich nun.

In meinem Unterbewusstsein wollte ich wohl den anderen Hiker einholen. Von dem aber ist weit und breit keine Spur. Dafür knackt es hin und wieder rechts und links von mir im Geäst. Was für ein Tier könnte das wohl sein? Tausende Gedanken schießen mir durch den Kopf und hängen bleibt der Berglöwe. Ich frage ich immer wieder, ob das eigentlich "Mountain Lion Country" ist. Aber da hätte es sicher irgendwo Info's gegeben, außerdem habe ich meinen Trekkingstock wieder dabei. Berglöwen würden auch nicht so lärmen, die schleichen sich von hinten an bzw. sitzen oben im Baum und warten auf ihre Opfer. Ich glaube ich habe schon die Höhenkrankheit.

Um 12.20 Uhr habe ich ungefähr die Hälfte des Aufstiegs geschafft und ein Blick ins Death Valley eröffnet sich urplötzlich.

Wildrose Peak

Für einige Minuten geht es Trail auf und ab und mein Puls kommt etwas zur Ruhe. Als ich dann den letzten großen "Hügel" sehe vergeht mir fast die Lust. Ein noch steilerer Anstieg steht bevor. Auf dem oberen Bild ist dieser nur zu erahnen, weil die Perspektive gewaltig täuscht. Aber alles jammern hilft nix, nun heißt es kämpfen, kämpfen, kämpfen...

Die Schneefelder werden größer und tiefer. Sie bieten einen sehr schönen Kontrast, erschweren aber das Vorankommen.

Meine Verschnaufpausen häufen sich immer mehr. Je höher ich komme um so schwieriger wird es. Ich habe das Gefühl, nur noch ganz langsam voran zu kommen. Da mittlerweile der Wind sehr böig geworden ist, komme ich nicht darum, mir meine Fleecejacke anzuziehen. Bei dieser Gelegenheit hole gleich meinen Trailmix aus dem Rucksack und stärke mich. Diese Essensration ist ein persönliches Doping für die letzten Serpentinen. Nach 10 Minuten nehme ich den Kampf wieder an und schraube mich höher und höher.

13.39 Uhr

13.40 Uhr

Endlich geschafft!!! Summit!

Nach 2 Stunden und 2 Minuten erreiche ich nach 6,75 km den 2763 m hohen "Wildrose Peak". Es ist ein unbeschreibliches Gefühl endlich hier oben zu stehen. Neben mir sind noch eine handvoll Hiker hier, liegen verstreut herum  und genießen den Moment.

Der Blick hinunter ins Death Valley ist phantastisch.

Tief unten ist "Badwater" zu erkennen. Eigentlich ist es schon verrückt, gestern Morgen stand ich oben beim "Dante's View", am Nachmittag dann mitten im Tal und heute hier oben.

Blick zum 3368 m hohen "Telescope Peak"

Telescope Peak

Da hinauf zu gelangen scheint mir auch ein hartes Stück Arbeit. Auf jeden Fall steht er auf meiner Liste.

Summit

Wie es sich gehört trage ich mich ins Gipfelbuch ein.

Um 14.24 Uhr trete ich den Rückmarsch an. Ein wirklich gutes Gefühl den Berg jetzt im Rücken zu haben und nur noch "Downhill" zu laufen. Durch das permanente bergab Laufen spüre ich schon jetzt einen ordentlichen Muskelkater in den Schienbeinen.

Exakt um 15.52 Uhr ist das Unternehmen "Wildrose Peak" erfolgreich beendet. YES!

Zurück in Furnace Creek fahre ich erstmal am Campground vorbei und nehme direkten Kurs auf die Ranch.  Im 49'er Café lasse ich diesen schönen Tag bei einem ordentlichen "Western Burger" ausklingen. Später auf meiner Site kommt mir die dortige Ruhe sehr suspekt vor. Die Kids scheinen noch unterwegs zu sein. Um 19.30 Uhr, als es dunkel ist, verziehe ich mich ins Zelt. Hoffentlich schlafe ich ein ehe die Rasselbande zurückkehrt.

Gute Nacht!


Mittwoch, der 18. März 2009 

Kurz nach 7.00 Uhr endet für mich eine recht unruhige Nacht. Natürlich habe ich es gestern Abend nicht geschafft einzuschlafen, ehe die "Scouts" das Lager zurückenterten. Als nach dem Zapfenstreich um 21.00 Uhr kurz Ruhe eingekehrt war, ging auf einer anderen Site die Party los. So etwas nervt dann schon, insbesondere wenn man nicht eingeladen ist.

Nach der Morgentoilette komme ich noch kurz mit meinem direkten Zeltnachbarn ins Gespräch. Im Prinzip ist er meiner Meinung. Während man bei den Kindern gerne alle Augen zudrückt, hat er für die "Drunk Party People" nur wenig Verständnis. Als ich den Campground Richtung General Store verlasse, wandert man Blick sofort in die Berge. Sofort entdecke ich "meinen" Wildrose Peak. Diesen Moment muss ich einfach nochmal fotografisch festhalten, so sehr zehre ich noch von den Glücksgefühlen. Die Flüche sind längst vergessen.

 

Bei Kaffee und einigen Cookies plane ich den heutigen Tag. Dabei entdecke ich zum wiederholten mal dieses Tandemgespann. Als ich vorgestern zu Dante's View hochgefahren bin, sind sie mir das erste mal begegnet. Ebenso gestern in Stovepipe Wells. Die radeln den Park ab und haben meinen allergrößten Respekt. Neben vielen Freizeitfahrern scheinen auch einige Profiteams hier zu sein. Die Begleitfahrzeuge lassen es zumindestens vermuten. Das magentafarbene Team habe ich aber noch nicht entdeckt.

Zirka halb zehn breche ich in Richtung Norden des Death Valley auf. Erster Anlaufpunkt des Tages ist das fast 90 km entfernte "Scotty's Castle". Hierher hatte es mich bis jetzt noch nie verschlagen.

Scotty's Castle

Dieses Anwesen entstand in den 1920er Jahren, gebaut im Auftrag des Chicagoer Geschäftsmann Albert Johnson. Benannt wurde das Haus allerdings nach "Scotty", einem Abenteurer und Storyteller, der immer behauptete, dass ihm alles hier gehöre. Die Menschen glaubten ihm und schon stand der Name fest. Heute ist Scotty's Castle ein Museum, in dem man an täglichen Führungen teilnehmen kann.

Da ich dazu heute keine Lust habe, entschließe ich mich mein eigenes Ding zu machen und organisiere meine eigene Freilichtführung.

Und siehe da, plötzlich stehe ich vor einem richtigen Wasserfall. Diesmal nicht trocken und ohne strapaziöse Wanderung zu erreichen.

Er ist zwar nicht der Größte, dazu noch künstlich angebaut, aber immerhin ein "Fall". Die weitere Umgebung ist ziemlich schnell erkundet und das nächste Ziel wartet schon.

Nur ungefähr 13 Kilometer westlich von "Scotty'y Castle" steuere ich den "Ubehebe Crater an. Hierbei handelt es sich um einen mehrere tausend Jahre alten Vulkankrater. Das Wort "Ubehebe" ist ein indianischer Begriff und bedeutet "großer Korb im Fels"( Quelle Wikipedia). Als ich nach nur wenigen Minuten Fahrzeit den Parkplatz entdecke, wird mir bewußt, dass heute sehr viele Besucher einen Blick in den großen Korb werfen wollen. Vor 2 Kleinbussen steht  gerade eine Gruppe Senioren die sich abmarschbereit macht. Ich bekomme noch gerade die letzten Anweisungen des Tripleaders mit ...and hike smart!!! Das sollte heute für alle hier gelten, denn der Aufstieg ist ziemlich steil und die Sonne brennt erbarmungslos.

Auf großes Wandergepäck verzichte ich heute, nur mit Kamera, Stativ und einer Flasche Wasser mache ich mich auf den Weg zum Kraterrand. Hier entdecke ich eine Eidechse, welche sich optisch sehr gut an die Umgebung angepasst hat.

Ohne große Mühe stehe ich nach wenigen Minuten oben und blicke in den gewaltigen "Korb" hinein.

Selbst hier blüht es erstaunlicherweise an einigen Stellen. Egal ob Strauch oder Blume, die Farben bieten einen tollen Kontrast zum schwarzen Gestein.

Für die kleinen Blumen muss ich mich natürlich auch ganz klein machen und liege der Länge nach auf dem Bauch. Das Objektiv ist direkt auf die Blüte gerichtet.

Zwei US Ladies sind von meiner Performance so angetan, dass sie stehen bleiben und mich beobachten. Ich lasse mich aber nicht ablenken und tue so als hätte ich sie nicht bemerkt. Nach einer Weile fragt die eine, ob ich für den "National Geographic" arbeiten würden. Wow, denke ich! Nur mit einer Kamera bewaffnet und ohne zusätzliches Equipment hält man mich für einen Profi. Oh No, entgegne ich ihnen sofort, bin schließlich ehrlich. Das war wohl die falsche Antwort, denn nun gehen sie weiter und lassen mich links liegen. So schnell kanns gehen, eben noch ein Held und oben auf Wolke 7 nun wieder auf dem harten Boden des "Ubeheb Craters".

Ehe ich den Rückweg antrete, entdecke ich bei einem Rundumblick die Racetrack Road. Von hier aus sind es noch ca. 30 km bis zur Teakettle Junction und weitere 11 km bis zu den Racetracks. Schön wäre es gewesen..., aber aufgehoben ist nicht aufgeschoben. Was hier im Death Valley fehlt ist ein klassischer "Jeep Verleiher" wie man es von Moab her kennt. So ein hochgelegter "Wrangler" kommt doch fast überall hin.  Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass die Parkverwaltung nicht zu viele Touristen in diesem abgelegenen Teil des Tales haben möchte, um das Gebiet zu schützen und es zu erhalten. Ich akzeptiere es.

Zurück auf dem Parkplatz überlege ich mir beim Blick auf die Karte den weiteren Tagesverlauf. Hinter Stovepipe Wells gibt es noch den "Mosaic Canyon". Das klingt nach bunten Steinen und damit nicht schlecht.

Um 13.30 Uhr habe ich knapp 80 km mehr auf dem Tacho und stehe vorm Canyon. Wieder nur mit Kamera, Stativ und Wasser laufe ich los.

Da dieser Trail sehr moderat ansteigt und gut zu erwandern ist, sind hier einige Familien mit Junior Rangern anzutreffen. Die haben sichtlich Spaß, zwischen den polierten Canyonwänden herum zu turnen.

 

Auch hier wechseln ständig Form und Farbe der Wände ihr Aussehen.

Nach nur etwa 30 Minuten habe ich genug gesehen. Was mir heute noch fehlt, ist körperliche Anstrengung. Da mir morgen wieder ein reiner Fahrtag zurück ins Moloch L.A. bevorsteht, muss ich meinen Körper heute noch beanspruchen. Und wo geht das besser als in einer riesiegen Sandkiste, genauer gesagt in den "Mesquite Flat Sand Dunes".

Nach einem kurzen Snackstop im General Store von Stovepipe Wells sind die Dünen schnell erreicht. Am Straßenrand parkend, creme ich noch alle unbedeckten Körperstellen mit Sonnencreme ein. Das Stativ geschultert und die Kamera umgehängt laufe ich los. Die ganz hohe Düne zu erreichen wäre doch toll.

Die ersten Meter lassen sich auch noch ganz gut an, besonders auf diesem ausgetrocknetem Teilstück.

Die Geschwindigkeit meiner Fortbewegung verzögert sich dann aber doch schneller als es mir lieb ist. Auf einer kleinen Düne stehend, merke ich, dass die ganz Großen doch ziemlich weit entfernt sind. Mein Stativ benutze ich ab sofort als Trekkingstock und siehe da, beim kommenden Anstieg geht es viel einfacher. Allerdings ist auf einmal der Sand etwas fester, was das Laufen erleichtert.

Nach einer halben Stunde auf und ab stehe ich endlich auf einer großen Düne. Es ist zwar nicht die höchste aber ich würde sie einmal als Nr. 2 auf meiner Skala einordnen. Hier schlage ich nun mein Lager auf. Übrigens sind die größeren Spuren auf dem oberen Bild  alle von mir. Obwohl noch einige Autos an der Straße geparkt haben, ist von deren Besitzern niemand hier zu sehen. Die komplette Düne ist doch so groß, dass sich glücklicherweise alles verläuft.

Neben meinen großen gibt es sehr viele kleine Tracks zu sehen.

Leider gelingt es mir nicht, den dazu gehörenden Fährtenleger zu fotografieren.

Die Sonne brennt so heiß, dass ich mittlerweise angefangen habe zu singen. "Deine Spuren im Sand" von Howie sind von nun an mein ständiger Begleiter, ein richtiger Ohrwurm eben.

Nach dem ich die Düne in alle Richtungen bzw. aus allen Richtungen fotografiert habe, beschließe ich es zu belassen. Mein Körper wurde noch einmal ordentlich strapaziert und hat genügend Fett verbrannt.

Für heute reicht es!

Die Strecke zurück zum Wagen ist nur minder anstrengend als der Hinweg. Auf den letzten Metern bekomme ich kurz mal Schüttelfrost und mein Vorrat an Trinkwasser geht zur Neige. Für die eine Stunde in den Dünen habe ich genau 1 Liter verbraucht. Als ich vor dem Ford stehe bekomme ich einen riesigen Schreck. Der Reißverschluss meiner Hosentasche, in dem der Autoschlüssel liegt, ist auf. Mit der linken Hand taste ich ins leere. Im Bruchteil einer Sekunde bin ich geschockt. Einen weiteren Bruchteil später stelle ich fest, dass ich den Schlüssel bereits in der rechten Hand habe. Ich hatte ihn kurz vor dem Überqueren der Straße wohl schon aus der Tasche gekramt. Oje, war wohl etwas zu lange in der Sonne. Nach ein paar mal tief durchatmen bin ich wieder fit(im Kopf).

Um 16.00 Uhr fahre ich in Furnace Creek das Visitor Center an, um das Thermometer zu checken. Es zeigt 33 Grad im Schatten an.

Das Thermometer an der Ranch zeigt eine viertel Stunde später 36,5 Grad in der Sonne an. Das sind die höchsten Temperaturen während der letzten Tage. Auf einer Bank mache ich es mir erstmal gemütlich und genieße ein Eis. Dabei übermannt mich leichte Müdigkeit. Vielleicht sollte ich mich etwas langmachen und ausruhen.

Doch sich bei diesen Temperaturen ins Zelt zu legen ist nicht wirklich schön...

...so eine klimatisierte Cabin sieht da schon viel komfortabler aus.

Da fällt mir gerade ein, ich vergaß zu erwähnen, dass ich heute morgen meine Campsite geräumt habe und die letzte Nacht in der "Furnace Creek Ranch" verbringen werde. Auf noch so eine unruhige Nacht habe ich echt keine Lust. Ich möchte aber fairerweise sagen, dass ich mit meinem neuen Zelt inkl. sämtlichen Zubehör absolut zufrieden war. Da gab es nix zu bemängeln.

Nachdem ich bestimmt eine halbe Stunde im Bad verbracht habe, fühle ich mich wie ein anderer Mensch. Später räume ich den Wagen komplett aus und im Zimmer sieht es nun gar nicht mehr so aufgeräumt aus. Das ist aber notwendig, um die Taschen wieder mit System für die Rückreise zu packen. So brauche ich morgen in Los Angeles nur kleines Gepäck mit ins Hotel zu nehmen.

Nach einem Spaziergang über die Ranch entscheide ich mich wieder für ein Dinner im 49er Café. Bei einem Chicken Sandwich lasse ich den Tag noch einmal Revue passieren. Mit einigen Souveniers aus dem General Store ziehe ich mich nach Einbruch der Dunkelheit in meine bescheidene Hütte zurück.

Gute Nacht!


Donnerstag, der 19. März 2009

7.00 Uhr!

Es geht doch nichts über ein richtiges Bett, ich habe sehr gut geschlafen und bin topfit. Nur gestern Abend, irgendwann kurz vorm eindusseln, hat mein Zimmernachbar einen mittleren Hustenanfall bekommen. Die dünnen Wände haben den Schall gut zu mir übertragen. Ich denke: "Herr im Himmel, wieso, weshalb,warum! Was habe ich dir getan???. Als mein Puls leicht zu steigen begann, habe ich wirklich überlegt ihm einige von meinen "Neo Angin" Halstabletten zu reichen. Doch so plötzlich die Attacke kam, so schnell ging sie wieder.

Zum Frühstück gibt es heute morgen frisch gekochten Kaffee aus der Maschine und die restlichen Cookies. Wie verabredet starte ich um 9.00 Uhr meinen Laptop um mit meiner Familie zu skypen. Die zwei freuen sich schon sehr auf meine Rückkehr nach Deutschland. Dabei bin ich doch gerade mal eine knappe Woche verschwunden.

Aufgrund meiner gestrigen guten Vorbereitungen, brauche ich mein Gepäck heute nur noch zu verladen.

 

Um 10.00 Uhr ist alles verstaut und nach einem letzten Kontrollblick im Zimmer gebe ich bei der Registration meine Zimmerkarte ab.

Noch ehe ich so richtig von der Stelle komme, muss ich halb in den Graben ausweichen. Ein Schwertransport, beladen mit einem Fertighaus, passiert Furnace Creek.

Einen vorläufig letzten Stop mache ich am Begrüßungs-und Verabschiedungsschild. Ich sage auch, Danke!

Als ich durch Shoshone rolle, bin ich über die Benzinpreise verblüfft. Während die günstigste Sorte Kraftstoff unten im Tal 3.02 $ gekostet hat, muß man hier 3.09 $ hinblättern. Das ist zwar nur Minimal, aber immerhin! Jetzt würde mich ja doch einmal interessieren wie die Preise in Beatty sind.

Eine Stunde später nähere ich mich Baker. Keine Anzeichen mehr von Dauerläufern und Begleitfahrzeugen. Auf der ganzen Strecke sind mir heute vielleicht 10 Autos begegnet und 3 haben mich überholt. Kein Vergleich zu letzten Samstag.

Einen etwas längeren Stop mache ich dann im Tanger Outlet in Barstow. Ich nutze die Pause und werfe einen genauen Blick in die Karte. Der Großraum Los Angeles ist soweit klar, aber die genaue Hoteladresse zeichne ich mir dann doch nochmals an. Ohne Copiloten ist man in dieser Stadt schnell mal auf dem Holzweg.

So ganz langsam schließt sich der Kreis für mich. Vorbei am Walmart und Sport Chalet, wo ich letzte Woche noch Proviant an Bord genommen habe. Die Natur zieht sich allmählich zurück und es reiht sich Stadt an Stadt aneinander. Namen wie Ontario, Pomona, West Covina usw. ziehen an mir vorbei. Plötzlich ertönt mein Handy, eine SMS von meinem Cousin Enrico. Der Text:"das war's". Ich brauche ein paar Sekunden, um erst einmal zu kombinieren; was war was???. Da fällt mir ein, dass im Moment unser HSV sein UEFA Cup Rückspiel in der Türkei hat. Enrico denkt ich sitze in Deutschland fluchend vor der Röhre. Ich hatte ganz vergessen, mich bei ihm in den Amerika-Urlaub abzumelden. Nach dem er im Bilde ist hält er mich pers SMS auf dem Laufenden und verkündet später den Sieg. Danke Luhni! Hummel Hummel...

Um 16.30 Uhr stehe ich an der Auffahrt des Hotel "The Mondrian" am Sunset Blvd. Habe es doch tatsächlich ohne größere Umwege gefunden. Sofort stürzt sich ein Bediensteter des Valet Parking Service auf meinen Wagen und bringt ihn um die Ecke. Irgendwie sehen alle Angestellten gleich aus. Alle jung und cool in beigefarbenen Anzügen und Turnschuhe tragend. So richtig durchgestylt  wie das Hotel auch.

Nach dem Check-in bin ich mal auf das Zimmer gespannt.

Was mir sofort auffällt ist der fehlende Teppichboden. Stattdessen ist in den Zimmern Laminat verlegt.

Trotzdem wirkt das Zimmer nicht kühl. Der glänzende Fußboden vermittelt eher mehr Sauberkeit im Raum. Der Flat-TV ist in einem riesigen Spiegel untergebracht.

Die Dusche ist für 3 ausgelegt und bietet Wasser aus allen Richtungen. Das Waschbecken sieht zwar schick aus ist mir aber zu unpraktisch.

Der Blick nach draußen auf Los Angeles ist gigantisch.

Nachdem ich mich, dem Hause entsprechend, zurecht gemacht habe, betrete ich die Bar. Die nette Bedienung erklärt mir, das jetzt die Happy Hour beginnt. Mein Glück denke ich, bei den Preisen kann ich ja glatt einen Drink mehr ordern. Das bestellte Sandwich ist ein richtiger Kracher, sowohl optisch als auch geschmacklich. Ebenso sind die Mojitos, u.a. mit frischen Minzeblättern zubereitet, echt süffig. Nach einer halben Stunde füllt sich die Location zunehmend. Es kommen immer mehr Schöne und Reiche hereinspaziert. Bei einigen habe ich das Gefühl, sie versuchen Paris Hilton zu imitieren. In einem Magazin habe ich gelesen, dass diese bei der Neueröffnung im letzten Jahr hier anwesend war. Das Bild dazu ist ein wie Abklatsch von anderen Publikationen, immer schön künstlich grinsend. Als so langsam die Plätze rar werden bezahle ich, denn als Umsatzbremse möchte ich nicht fungieren. Ich bin sowieso satt und müde und möchte nur noch schlafen.


Freitag, 20. März 2009

Es ist bereits 9.00 Uhr durch als ich das himmlische Bett verlasse. Mein Plan für heute ist runter an den Strand zu fahren, um noch etwas Sonne und Energie zu tanken. Ein Blick aus dem Fenster lässt aber nichts gutes Hoffen. Das Tal ist von einer dicken Nebeldecke eingehüllt.

 

Es ist ja noch früh und vielleicht verzieht der sich noch. Beim Frühstück im Restaurant ist so wenig los, dass ich einen schönen Platz am Fenster bekommen. Ich habe den selben Blick wie oben in meinem Zimmer. Ich ordere Kaffee, frisch gepressten O-saft und Rühreier mit Ham. Ähnlich wie gestern Abend ist das Essen optisch und geschmacklich 1a mit Sternchen.

Kurz vor 12.00 Uhr hat sich der Nebel, oder vielleicht sind es auch Wolken, noch immer nicht verzogen. Ich ändere meine Pläne und versuche die Zeit hier in West Hollywood zu verbringen. Der Checkout verläuft noch schneller als gestern die Anreise. Die Rechnung hatte ich unterm Türschlitz liegen und so gebe ich nur eine meiner beiden Zimmerkarten ab. 5 Minuten später steht mein Wagen bereit und ich verlasse das "Mondrian". Abschließend möchte ich sagen, dass das Hotel sehr gut designt wurde. Mein Zimmer hat mir sehr gut gefallen, ebenso die Bar, die eine Augenweide für mich war. Das einzigste was dem Haus fehlt ist Charme.

Auf dem Sunset Blvd. fahre ich erstmal Richtung Osten. Nach einigen Blocks ändert sich das Straßenbild komplett. Keine Restaurants, Bar's, Geschäfte usw. Stattdessen hohe Palmen, gepflegte Vorgärten, geschmiedete Tore und Sonne, die hier das ganze Jahr zu scheinen scheint. Welcome to Beverly Hills!

Als ich das berühmte "The Beverly Hills Hotel" entdecke, parke ich in einer Seitenstraße und laufe etwas herum, um ein paar Bilder zu machen. Das ich am "Exit" gelandet bin stelle ich erst später, bei der genauen Auswerttung der Aufnahmen fest. Nach einem kleinen Einkaufsbummel auf der Melrose Ave, fahre ich zum Hollywood Blvd. Hier ist wie immer die Hölle los.

Hier mache ich ein verrückte Entdeckung. Der Batman von 2009 ist der gleiche wie von 2002. Bei meinem ersten Besuch  hier bin ich mit Camcorder herum gelaufen und genau dieser verkleidete Typ hat mir so zusagen ins Mikro gesprochen. Und heute entdecke ich ihn wieder, absolut unverwechselbar. So wie ich, ist er äußerlich kaum gealtert. :-) 

Ungefähr eine Stunde laufe ich umher und genieße die warmen Sonnenstrahlen. Um kurz nach vier orientiere ich mich ganz allmählich Richtung LAX.

Wie nicht anders erwartet, stecke ich nach ein paar Minuten im dicksten Vekehr fest. Nach einer knappen Stunde Stop and Go stelle ich den Motor ein letztes Mal ab. Alamo hat seinen Ford Escape wieder.

 

Der Kilometerzähler bleibt bei 1898,00 KM stehen. Der Durchschnittsverbrauch lag bei 9 Litern je 100 KM, das ist ein ordentlicher Wert für einen Wagen dieser Größe.

Dann geht es mal wieder Schlag auf Schlag. Mit dem Shuttle zum "Thomas Bradley Terminal" fahren, bei Lufthansa einchecken, alle Kontrollen durchlaufen und noch in Ruhe etwas Essen.

Der Rückflug nach München ist genauso pünktlich wie auch schon der Hinflug. Auch der Weiterflug nach Hamburg ist "Just in Time".

In der schönsten Stadt der Welt gelandet, empfängt mich überglüklich meine Familie.

 

Hinter mir liegt, wenn man die Flugstrapazen außer acht lässt, eine wie immer viel zu kurze, aber sehr schöne und vor allem erholsame Woche. Ich hatte mir sehr viel vorgenommen und fast alles geschafft. Der Rest ist beim nächsten Mal dran. Auf den verschiedenen Trails habe ich über 40 km Strecke zu Fuß zurückgelegt, das hat mir besonders gut getan. Das Death Valley im Frühjahr zu besuchen war ein gute Idee.

Bis bald...