The Heat Wave Tour 2009
Herzlich Willkommen zur "Heat Wave Tour 2009"
Endlich ist mal wieder Ferienzeit, Magnus hat sein 2.Schuljahr sehr gut absolviert und braucht dringend Erholung, Strand, Pool, Sonne und SAND...
...nein, keinen weißen SAND wie auf den Seychellen etwa, da wollen wir nicht hin, viel zu langweilig...
...den einzigen SAND den wir wollen ist ROTBRAUN und befindet sich im Südwesten der USA, am besten spürbar unter einem vernünftigen Wanderstiefel...
Wir werden viel Fahren, Wandern, Schwitzen, Fluchen, Lachen und uns trotzdem Erholen.
Wetten dass...
Freitag, 26. Juni 2009
Ham-Muc-Lax
Wie jeden Morgen klingelt mein Wecker bzw. Handy um 5.30 Uhr. Heute jedoch
stehe nicht ich als Erster auf der Matte, sondern Yvonne. Im ersten Moment wusste
ich überhaupt nicht was los ist, so schläfrig bin ich noch. Das
ist allerdings kein Wunder, denn ich bin vor 2 Uhr nicht ins Bett gekommen.
Gestern hatte mein guter "alter" Cousin Enrico zum 40. Geburtstag
geladen und so bin ich am späten Vormittag zusammen mit Magnus mal eben 320
km Richtung alte Heimat gefahren, um natürlich persönlich zu
gratulieren.
Abends auf dem Rückweg haben wir dann noch Annemarie mit an Bord genommen.
Sie besucht uns schon seit Jahren in den Sommerferien. Angefangen hat es damals
im Jahre 1998, da kam sie als 8-jährige das 1. Mal zu uns zu
Besuch. Mittlerweile ist sie zu einem bildhübschen jungen Mädchen
herangewachsen. Kinder, wie die Zeit vergeht.
Kurz vor Mitternacht und nur noch wenige Kilometer von Hittfeld entfernt, meldet
der Radiosender, dass der King of Pop ins Krankenhaus eingeliefert wurde und es
ihm sehr schlecht gehen würde. Wir diskutieren noch etwas über Michael
Jackson und ich erzähle Anne noch, dass der Tod für ihn vielleicht die
Erlösung sei.
Als ich zu Hause den Laptop noch mal hochfahre, um mir die Bordkarten
auszudrucken, lese ich im World Wide Web, dass er tatsächlich gestorben ist.
So hänge ich noch 2 Stunden nach Mitternacht vor dem Fernseher und verfolge
die Berichterstattung auf CNN. Auf einmal tat der Kerl mir richtig leid.
Nachdem Yvonne hörbar das Haus verlassen hat, stehe ich auf und mache mich
so langsam fertig. Da unser Flugzeug erst 11.05 Uhr von Hamburg via München
in die Stadt der Engel aufbricht besteht kein Grund in Hektik zu verfallen.
Selbst Magnus kommt heute nur äußerst schleppend in Gang. Um 8.00 Uhr
soll es Richtung Flughafen losgehen.
Eine Katzenwäsche später steht der “Kleine” vor mir und
will nur noch weg. Nach einem kurzen Abschiedsbesuch im Hotel, brechen wir schon
halb acht auf, nach Hamburg Fühlsbüttel. Ohne den gefürchteten
Stau vorm Elbtunnel, aber trotzdem im dicksten Berufverkehr, stehen wir eine
knappe Stunde später am Check In Schalter der
Lufthansa. Nachdem wir uns von unseren 4 Gepäckstücken
verabschiedet haben, durchlaufen wir ebenso schnell die Sicherheitskontrolle.
Die restliche Zeit bis zum Abflug geht mit einem kleinen Frühstück,
sowie dem Durchstöbern einiger Shops drauf.
Mit etwas Verspätung starten wir dann endlich Richtung München...
Hier gilt es nur noch die Passkontrolle zu durchlaufen, dann stehen wir vorm
Ausgang H44.
Unser Flug LH 452 ist sogar schon angeschrieben. Da wir bis zum Abflug um 15.35 Uhr noch reichlich Zeit haben, genehmigen wir uns noch ein bayrisches Mittagessen im hiesigen “Airbräu Restaurant”.
Das Boarding beginnt kurz nach drei und da Familien mit Kindern etc. als Erstes
einsteigen dürfen, sind wir zwei recht schnell an Bord des
Airbus A340-600.
Die Maschine füllt sich rasch und ist wohl bis zum letzten Platz
ausgebucht.
Pünktlich verlassen wir den Münchener Flughafen bei heiterem Wetter
Richtung Nordamerika.
Eine knappe Stunde später überfliegen wir wieder Hamburg und dann auch noch Sylt. Die berechnete Flugzeit beträgt heute 11 Stunden und 35 Minuten.
Die Freude über das Abendessen hält sich bei Magnus sehr in Grenzen.
Sein Kindermenü besteht unter anderem aus Nudeln und einem Klecks
Tomatensoße. Vielleicht werde ich beim nächsten Mal für ihn kein
extra Kinderessen mehr bestellen.
Selbst das kleine grüne Monster bleibt unangetastet. Nur ein trockenes
Brötchen findet er zu verlockend und knabbert es auf.
Ich entscheide mich für Rindergulasch mit Kartoffelbrei, einfach und
lecker!!!
Als wir Grönland erreichen, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Die schneebedeckten Berge scheinen zum greifen nahe zu sein.
Für einen Moment verdeckt kein Wölkchen den Blick nach unten. Minuten
später jedoch ist nur noch ein weißer Schleier zu sehen.
Trotz Online Registrierung müssen noch immer diese grünen Formulare in
der gewohnten Form ausgefüllt werden. Für meinen Schriebs benötige
ich zwei Anläufe, habe doch glatt eine 7 mit einem Querbalken
verziert.
Das Unterhaltungsprogramm lässt keine Wünsche offen, denn es werden
mittlerweile 12 Filme zur Auswahl angeboten. WOW!!! Darunter die Oscar Gewinner
“Slumdog Millionär” und “ Der Vorleser”. Ansonsten
gibt’s unter anderem noch “Der Kaufhaus Cop”, “Der
rosarote Panther 2”, “Hilde” und “Transporter3” .
Mit dieser Auswahl sollten wir die restliche Zeit noch gut überstehen,
vorausgesetzt die Augen spielen noch mit.
Der Service im Flugzeug ist absolut ausgezeichnet. In den Bordküchen stehen
Snacks und Getränke zur Verfügung und die sehr freundliche Crew
läuft auch pausenlos mit Erfrischungen durch die Gänge.
Ungefähr 3,5 Stunden vor der Landung schläft Magnus einfach so ein. Nach dem "Kaufhaus Cop" und zweimal "Pink Panther" geht bei ihm nix mehr. Ich bin auch echt froh, dass er etwas zur Ruhe kommt. Ich dagegen komme höchstens auf 60 Minuten Augenpflege. Permanentes Babygeschrei lassen mich immer wieder aufschrecken. Aber was soll es, der kleine Hosenscheißer brüllt ja nicht, um alle anderen zu ärgern, sondern was weis ich warum. Nervig sind aus meiner ganz eigenen, nicht immer einfachen Sicht, nur die Eltern. Aber Schwamm drüber, schließlich haben wir es bald geschafft.
Im Sinkflug wird auch Metze wieder wach und ist begeistert vom Hollywood Schriftzug, welcher trotz des dicken Nebels über Downtown Los Angeles sichtbar wird. Wir sind endlich da!!!
Das Flugzeug macht eine letzte Rechtskurve, ehe wir 2 Minuten später sanft aufsetzten. Der Flugkapitän hat einen guten Job gemacht. Ich bin wie immer sehr dankbar.
Den Einreisestempel haben wir nach 20 Minuten Anstehen in der üblichen Schlange. Das Gepäckband "spuckt" 10 Minuten später alle unsere Gepäckstücke aus, durchatmen!!! Es läuft doch wie am Schnürchen.
Nach dem ich bei den letzten Touren immer Alamo als Vermieter gewählt habe, geht es diesmal wieder zu Hertz. Allerding lässt der Shuttlebus recht lange auf sich warten. Oder ist es die innere Ungeduld, die es mir so endlos lang vorkommen lässt? Im Mietwagen Center angekommen, werde ich recht schnell an einen Schalter herangewunken. Ich frage sofort nach einem Ford Explorer, aber dieser ist momentan nicht verfügbar. Einen Ford Flex, der auch noch nagelneu sei, könnte ich bekommen. Man(n) schreibt mir die Stellplatz Nummer auf und ich soll ihn mir mal anschauen. Kurze Zeit später stehe ich davor und kann nur den Kopf schütteln. Er ist wirklich neu, dazu schneeweiß und ohne "High Clearance" aber mit 4WD Antrieb. Der geht überhaupt nicht. Zurück am Counter sage ich nur "UGLY CAR", und er zaubert einen Mazda CX9 aus dem Ärmel. Den könnte ich bekommen oder für schlappe 25$ mehr am Tag einen fetten Cadillac Escalade. Natürlich nehme ich den Mazda in Beschlag obwohl der Escalade ein richtiger Kracher ist. Und die Wahl entpuppt sich nicht als faules Ei. Mit der Ausstattung und dem Raumangebot sind wir sehr zufrieden. Nach kurzem Instrumentencheck rollen wir vom Hof und nehmen Kurs auf das nur wenige Minuten entfernte Sheraton Hotel am Airport. Wie schon im März, wurde mir dieses Hotel über Priceline zu gewiesen.
Nach schnellem Check In und Duschen, begeben wir uns noch in die Bar, um den ersten Tag mit einem Drink und einem leckeren Burger ausklingen zu lassen. Kurz nach 23 Uhr fallen wir beide in die Betten und wünschen uns einen langen, erholsamen Schlaf.
Gute Nacht!
Samstag, 27. Juni
Los Angeles - Zion N.P.
Nach etwas mehr als 3 Stunden bin ich bereits wieder wach. Ich mag den
Zahlen auf dem Radio Wecker kaum trauen. Es ist erst 2.15 Uhr und hinter mir
liegt mal wieder ein kurzer, erholsamer Schlaf. Alle Versuche nochmals
einzudusseln schlagen fehl. Selbst Magnus wird nur eine Stunde später wach.
Via Netbook und Skype melden wir uns kurz zu Hause. Da es nach einem Tag
noch nicht wirklich viel zu berichten gibt, bleibt es bei einer kurzen
Viedeo-Konferenz.
Um 4.30 Uhr stehen wir mit leichtem Gepäck am Schalter des Valet Parking Service und nehmen unseren Mazda entgegen. Die großen Taschen mit der kompletten Campingausrüstung hatte ich gestern Abend natürlich im Wagen zurück gelassen. Wie schon im März geht es erst auf den San Diego Freeway ein paar Meilen gen Norden, ehe der Santa Monica Freeway kreuzt. Ab jetzt heißt es eine Stunde Go East auf der Interstate 10. Erst als wir den 15-er erreichen, welcher uns nun Richtung Norden führt, verschwinden die aneinandergrenzenden Wohnsiedlungen des Großraumes Los Angeles. Ab jetzt wird es rechts und links des Highways "grüner". Magnus unterdessen wird es das erste Mal langweilig, weil sein persönliches Bordprogramm noch nicht installiert ist und dann machen ihm Hunger und die tiefstehende Sonne noch sehr zu schaffen. Ich dagegen finde es einfach nur toll in den Sonnenaufgang zu fahren, immer gen Osten.
Hinter uns liegt L.A., im dichten Nebel vor uns die San Bernadino Mountains im Morgenlicht. In Barstow machen wir unseren ersten Stop. Obwohl Magnus keine Lust auf "Denny's" hat, starten wir hier gewohnt amerikanisch, kulinarisch in den Tag. Hier habe ich noch nie schlechte Erfahrungen gemacht und auch heute soll es so bleiben.
Vor der Weiterfahrt befestigen wir den DVD Player an der Kopfstütze des Beifahrersitzes und starten endlich das Unterhaltungsprogramm. Metze ist seelig und nach der ersten Tankbefüllung rollen wir mit viel Dino Gebrüll zurück auf die Straße, immer weiter Richtung Osten. Vorbei an Baker kommen wir der Nevada Stateline immer näher. Der Verkehr läuft nach wie vor sehr flüssig, was sich erst in Las Vegas ändern soll.
Ich überlege, ob ich dem neuen "REI" Center einen Besuch abstatten soll. Hier gibt es alles was das Outdoor Herz höher schlagen lässt. Heute Morgen hatte ich mir bei Google Maps noch die genauen Straßenkreuzungen angeschaut und das sah ziemlich einfach aus. Außerdem liegen wir sehr gut in der Zeit und so starte ich den Versuch den Laden zu finden...
...nach fast einer Stunde sind wir wieder auf der Interstate 15 Richtung Norden. "REI" habe ich nicht gefunden. Mir ist irgendwo ein kleiner Patzer unterlaufen und auf meiner Straßenkarte ist der Maßstab von Las Vegas zu groß. Es zeigt sich mal wieder, wie weit die Stadt in alle Himmelsrichtungen wächst, einfach unglaublich. Auf den vielen Boulevards wird man von den unzähligen Ampeln eingebremst und auf den Freeway's vom alltäglichen Stau. Das alles mitten in der Wüste von Nevada.
Als die Sonne am höchsten steht haben wir den "Silver State" hinter uns gelassen und befinden uns im "The Beehive State", genauer in St. George/Utah. Es ist Zeit für die erste Shopping Tour. Den Walmart habe ich noch in guter Erinnerung von der "WET WILD WEST TOUR" mit Anita und Hartmuth im letzten Jahr. Die Temperaturen erdrücken uns fast, so heiß ist es. Nach einer knappen Stunde ist der Wagen und unsere Kühlbox voll. Mit diesem Vorrat an Lebensmitteln, sollten wir ein paar Tage in der Wildnis überleben können. Vor der Weiterfahrt stelle ich noch meine Uhr um, schließlich ist es in Utah ein Stunde später als in Nevada.
Wie von meiner inneren Uhr vorberechnet, stehen wir kurz vor 4 Uhr am Eingang des Watchman Campgrounds im "Zion National Park". Nach kurzer Einweisung bekommen wir unsere Site zugewiesen, das heißt ich hatte mir den entsprechenden Platz vorher schon online reserviert. Der Aufbau des Zeltes geht trotz der extremen Temperaturen sehr schnell und routiniert von statten.
Unser nächster Weg führt uns direkt zum Visitor Center, denn wir brauchen noch neue Kopfbedeckungen. Nach fast einer halben Stunde werden wir fündig und verlassen im Partnerlook den Laden.
Nun sind wir gut gewappnet für kommende Abenteuer, bei denen wir einen kühlen Kopf benötigen. Auf unserer Site nimmt Magnus sofort den Kletterfelsen in Beschlag, während ich mich um das BBQ kümmere.
Die erste Packung Bratwürstchen muss heute Abend bereits dran glauben.
Wie schon bei früheren Touren sind wir vom Geschmack ziemlich begeistert, den Rest erledigt Heintz Ketchup. Gut gestärkt drehen wir noch eine kleine Runde über das ziemlich große und weitläufige Areal. Der Campground ist so zu sagen "FULL". Ohne Resvervierung hat man in der Feriensaison und dazu noch am Wochenende keine großen Chancen einen Platz zu bekommen.
Als unsere direkten Nachbarn damit beginnen ihr Lagerfeuer zu entfachen und uns damit ziemlich einräuchern, verziehen wir uns ins Zelt. Außerdem sind wir beide ziemlich müde vom langen Fahrtag und die Zeitverschiebung macht sich nun stark bemerkbar.
Gute Nacht!
Sonntag, 28. Juni
Zion N.P. - Coyote Buttes "The Wave"
Trotz der sehr milden Temperaturen von gestern Abend sind wir schnell eingeschlafen und heute morgen dementsprechend gut ausgeschlafen. Es ist bereits 4 Uhr als Metze wach wird. Mit Stirnlampe bewaffnet macht er sich alleine auf den dunklen Weg zur Toilette und lässt mich doch glatt ganz allein im Zelt zurück. Einige Minuten später beratschlagen wir, nicht in die Schlafsäcke zurück zu kriechen. Diese hatten wir vergangene Nacht übrigens sowieso nicht gebraucht, denn selbst jetzt zeigt mein Thermometer warme 22 Grad an. Punkt 4.30 Uhr verlassen wir so leise wir nur möglich den Campground Richtung Mt. Carmel Junction. Die Ruhe hier überall ist fast unheimlich. Selbst die Ranger Station vor dem Eingang zum Tunnel ist noch nicht besetzt. Auf dem Weg vom Parkausgang bis zur Mt. Carmel Junction fällt die Außenthemperatur von 24 Grad auf sage und schreibe 11 Grad. Nur in Shirt und kurzer Hose bekleidet, bekomme ich es persönlich beim Tanken an der Mt. Carmel Jct. zu spüren.
In Kanab mache ich noch einen kurzen Stop bei MCD, um meine "Morgenmedizin" einzunehmen. Als ich den Laden betrete ist doch promt die Kaffeemaschine leer und ich reihe mich in die Schlange der Wartenden ein. Geschlagene 10 Minuten vergehen, bis ich überglücklich einen vollen Becher in der Hand halte.
Kanab verlassend fahren wir wieder in einen fantastischen Sonnenaufgang
hinein. Außer ein paar wenigen Trucks im Nacken ist nicht viel los auf dem
Highway. Nach ca. einer Stunde ist dann auch die House Rock Valley Road
erreicht. Nach den ersten Metern bin ich etwas irritiert, denn obwohl ich
nicht wirklich schnell fahre, vibriert das ganze Auto. Es scheint als
sei die "Straße" ziemlich ausgewaschen, hart und steinig. Im letzten
Jahr sind wir hier um einiges zügiger durchgebrettert und haben riesig Staub
aufgewirbelt. Das geht ja heute überhaupt nicht. Möglicherweise liegt
es aber auch am straffen Fahrwerk des Mazdas,
dazu scheinen die Reifen auch ziemlich hart aufgepumpt zu sein.
Am Wire Pass Trailhead angekommen, ist es an der Zeit zu frühstücken. Neben Cerialien und Milch gibt es noch Nutella Brötchen sowie leckeren Orangesaft. Außer uns macht sich noch eine größere Gruppe wanderfertig. Anhand des vielen Gepäcks schlussfolgere ich, dass es durch den Paria Canyon geht. Da würde ich jetzt auch sofort mitgehen...
Um exakt 8.30 Uhr beginnen wir mit der Wanderung zur schönsten Welle der
Welt. Magnus kennt sie nur von meinen Bildern her und ist ziemlich aufgeregt auch
einmal dort stehen zu dürfen.
Den ersten kurzen aber dafür steilen Anstieg meistert er ohne Meckerei hervorragend. Die Trekkingstöcke helfen in solchen Passagen natürlich auch etwas. Desweiteren hat er auch nur einen leichten Rucksack mit einer 2 Liter gefüllten Trinkblase zu tragen.
Nach dem Eintrag ins Trailregister laufen wir in zügigem Schritt weiter bis zur ersten Felsformation. Hier braucht mein kleiner Wandergefährte den ersten kleinen Stop. Die Sonne brennt mittlerweile schon ziemlich heiß.
Auf dem weiteren Weg erkläre ich ihm, dass es auch sehr wichtig ist, ab und zu mal nach hinten zu schauen, um sich ein paar markante Punkte für den Rückweg zu merken. Bei meinem ersten Besuch hier im Jahr 2005 zusammen mit Klaus sind wir ziemlich ins Schwitzen gekommen...
Da wir nicht immer direkt zusammen laufen, sondern auch mal versetzt, erinnere ich Metze permanent daran zu denken, wo er hin tritt. Seine lapidare Antwort: "Wegen der Klapperschlangen, ich weiß". Eigentlich weiß er doch gar nichts davon, schließlich hat er noch nie ein Exemplar in freier Natur gesehen. Im Vergleich zu uns Menschen, sind diese Reptilien so gut getarnt, dass wir sie kaum wahrnehmen. Umgekehrt ist das natürlich anders, sie sehen uns immer, wie unheimlich. Außer einigen Eidechsen kommt mir leider nichts vor die Linse.
Kurz vor dem finalen Anstieg zeige ich Magnus noch die wenigen Überreste einer Kuh, welche vor Jahren hier draußen verendet ist.
Und dann ist es auch fast geschafft. Es gilt letzte Reserven zu mobilisieren, schließlich sind wir nur noch wenige Schritte vom Tagesziel entfernt.
Als ich sage, dass wir nun da sind, fragt er: "Wo ist denn nun die Wave?" Das hängt mit dem richtigen Blickwinkel zusammen, erwidere ich, und weise ihm den Weg. Als mein Kommando: "Umdrehen" kommt, ist auch Metze endlich angekommen.
Nach der ersten Fotosession ist es ihm plötzlich viel zu heiß...
...und er möchte nur noch in den Schatten, um sich zu erholen.
Neben uns sind bis zum jetzigen Zeitpunkt nur ein älteres Ehepaar hier unterwegs. Das die zwei auch aus Deutschland kommen, sei nur ganz nebenbei erwähnt.
Magnus und ich relaxen ein Weile und stärken uns mit frischem Obst. Nur mit Mühe gelingt es mir, ihn wieder auf die Beine zu bekommen, denn es gibt noch mehr zu erkunden.
Als ich erzähle, dass es einen Fels gibt, der aussieht wie ein Hamburger, glaubt er mir nicht, aber die Neugierde ist geweckt. Dank GPS Daten finden wir den "Burger Rock" sogar.
Wellen so weit das Auge reicht.
Nach fast einer Stunde im Hinterland der Wave, entscheiden wir uns für eine größere Pause, ehe wir den Rückweg zum "Wirepass Trailhead" antreten.
Nach und nach treffen einige Grüppchen ein. Der Sprache nach zu urteilen, kommen diese aus Deutschland und den Niederlanden. Als die Sicht wieder einigermaßen frei ist, posieren wir ein letztes Mal und treten zur ungünstigsten Zeit den Rückweg an.
Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel. Nicht eine einzige Wolke ist weit und breit zu sehen. Wir zwei sind nun endgültig in der "HEAT WAVE TOUR 2009" angekommen. Da wir genügend Wasser zur Verfügung haben, gieße ich Magnus eine ordentliche Ladung über den Kopf. Anfangs ziert er sich noch etwas, aber als er merkt wie schnell alles wieder trocknet, verlangt er Nachschlag. Der Rückweg ist um einiges schwieriger zu bewältigen, als der Hinweg am Morgen. Selbst bei den beiden Teepees (einer markanten Felsformation) bleibt der erhoffte Schatten aus. Die Sonne steht direkt über uns. Für Abwechslung sorgen nur noch zwei bewaffnete Ranger, die direkt auf uns zu kommen. Nachdem die Permits kontrolliert sind, plaudern wir noch ein paar Sätze. Endlich habe ich die Möglichkeit zu fragen, was mit den Wanderern passiert, welche ohne Erlaubnis hier erwischt werden. Die Antwort lautet 250$ Strafe pro Person.
Der letzte Abschnitt über die große "Sandwiese" wird für den kleinen Metze zur echten Tortur. Ich fordere ihn immer zum Trinken auf und nehme ihn schließlich zur seelischen Unterstützung bei der Hand. Und endlich, kurz vor dem Trailregister finden wir den ersten schattigen Platz.
Zurück am Trailhead sind alle Qualen wieder vergessen. Im Jahr 2005 war
ich auch im Juli hier, bei ähnlichen Temperaturen und es hat mir damals fast
gar nichts ausgemacht. Allerdings war ich damals schon fast eine Woche an die
Zeitumstellung gewöhnt. Das hat uns heute wohl gefehlt. Trotz des
schwierigen Rückweges haben die vielen positiven Eindrücke
den wenigen negativen überwogen und Magnus kann auch wieder lachen.
Im Vergleich zum letzten Jahr, wurde das Areal am Trail Register wieder etwas umgestaltet. Es gibt eine neue Informationstafel zur Entstehung dieser bizarren Felsformationen.
Nach einer kurzen und sehr intensiven Erfrischungspause holpern wir wieder über die House Rock Valley Road zurück Richtung Kanab. Im Schaukeln des Wagens schläft Metze nach wenigen Kurven ein.
Um 15 Uhr stehen wir wieder vorm MCD. Magnus der inzwischen wach geworden ist und so tut als hätte er kaum geschlafen, freut sich auf die versprochenen Chicken Nuggets. Wieder müssen wir Wartezeit in Kauf nehmen, denn viele Familien mit Klein- und Kleinstkindern haben den Laden voll in Beschlag genommen. Hier geht es zu wie auf einem riesigen Kindergeburtstag. Und wir zwei sind die Einzigen in durchgeschwitzten Wanderklamotten.
Zurück auf dem Campground kühlen wir uns in den "reißenden" Fluten des Virgin Rivers ab, ehe ich mich um das BBQ kümmere.
Magnus hat derweil seinen Puls wieder ganz nach unten bekommen und beschäftigt sich mit Mathematiktests auf seinem DS. Beim Essen stellen wir fest, dass wir einige neue Nachbarn bekommen haben, welche ebenfalls damit beschäftigt sind, etwas heißes auf den kalten Teller zu bekommen.
Angelockt vom leckeren Duft unserer "Thüringer" Würstchen, bemerken wir einen weiteren Mitbewohner unserer Campingsite.
Aus heutiger Sicht (8.August 2009) möchte ich nicht festlegen, um was für ein Tier(chen) es sich hier handelt. Damals dachte ich, das ist eine Maus, nun bin ich mir nicht mehr sicher. Könnte auch ... sein!
Ähnlich wie gestern verschwinden wir nach einem kleinen Spaziergang recht früh im Zelt. Für heute hat es auch gereicht.
Gute Nacht!
Montag, 29. Juni
Zion N.P.
Erneut liegt eine sehr milde Nacht hinter uns, und Magnus verlässt schon wieder als Erster das Zelt Richtung Restrooms. Allerdings ist heute Morgen keine Stirnlampe nötig, denn es ist schon 6 Uhr, was heißen mag, dass ich verschlafen habe. Nein ehrlich, ich bin froh, so lange durchgeschlafen zu haben.
Eine halbe Stunde später ist der Picnictable gedeckt bzw. prepariert und wir starten mit dem Frühstück. Diesmal habe ich es übrigens nicht vergessen, eine vernünftige Tischdecke aus Deutschland mitzunehmen. Zwar kein rot-weißes Karo, aber immerhin...besser als garnix. Unsere weitere Tagesgestaltung wird nun zum Gesprächsthema Nummer 1. Unser Wagen soll, wenn es irgendwie geht, heute nicht bewegt werden. Das heißt, wir werden uns um so mehr bewegen. Magnus Gesichtsausdruck gefriert allmählich!!! Ich erinnere ihn an die schöne Wanderung im letzten Jahr zu den Emerald Pools. Da wurde auch erst gestöhnt und mittendrin war es richtig toll.
Nachdem wir uns wieder wanderfertig gemacht haben, checken wir kurz im Visitor Center die Wettervorhersage. Da steht angeschrieben, dass heute 104 Grad Fahrenheit erwartet werden und mit Regen bzw. Gewittern nicht zu rechnen ist. Wow, 40 Grad bei wolkenlosem Himmel, gut das wir die richtigen Kopfbedeckungen dabei haben. Im Bus stelle ich Magnus vor die Wahl, entweder wir wandern zu "Angels Landing" oder zum "Observation Point". Der Erste ist mit viel Kletterei verbunden und der zweite zieht sich sehr in die Länge. Allerdings werden beide so oder so viel Kraft kosten. Als Magnus das Wort Kletterei hört, ist er Feuer und Flamme und will unbedingt zum Landeplatz der Engel. In Gedanken sehe ich ihn schon Abstürzen und entscheide mich für den um einiges längeren Trail zum "Observation Point".
Nach einigem Hin und Her akzeptiert Metze meine Entscheidung. So steigen wir an der Station "Weeping Rock" aus und beginnen um 8 Uhr loszulaufen. Dieser erste Teil der Wegstrecke liegt glücklicher Weise noch im Schatten. Nach 10 Minuten kommt dann die erste Bewertung von Magnus, die da lautet:"Das ist anstrengend"! Nach 25 Minuten folgt die nächste: "Das ist aber richtig anstrengend"! Die Pausen nehmen nun immer mehr zu. Nach ungefähr einer halben Stunde können wir dann aber beide erstmal durchatmen, denn es geht bergab in einen Canyon.
Es bleibt aber die einzige Berg-und Tal Passage, denn nach wenigen Minuten geht es wieder nur aufwärts. Von nun an ist die Sonne unser treuer Begleiter. Für etwas Abwechslung sorgt eine Eidechse, der ein Stück vom Schwanz fehlt, die Arme...
Nach kurzem innehalten ziehen wir weiter. Magnus aber kämpft mit sich und läuft und läuft und läuft. Ich bin richtig stolz auf ihn.
Ein psychologischer Nachteil ist, dass wir das Ziel optisch noch nicht erkennen können. Stattdessen sehen wir auf der anderen Seite des Canyons, Angels's Landing.
Metze sagt kein Wort, flucht aber sicherlich in sich hinein und steigt weiter den Trail hinauf. Der entwickelt sich ja zu einem richtigen Kämpfer und Beißer.
Als es ihm sichtlich keinen Spaß mehr bereitet, liegt der schwierigste Teil hinter uns. Die letzten Minuten geht es über eine Ebene bis zum Endpunkt des Trail.
Nach 2 Stunden und 35 Minuten ist es dann endlich geschafft.
Nun ist das Lachen zurück gekehrt.
Ein lang gezogenens Nein kommt über seine Lippen, als ich vorschlage, als nächstes zu "Angel's Landing" zu Wandern.
Von dieser Stelle lässt sich auch gut der erste Teilabschnitt unserer Wanderung erkennen. Magnus erkennt sofort ein kleines und großes M. Das ist wie für uns gemacht, antworte ich zurück.
Im Schatten eines Baumes erholen wir uns noch eine Weile. Allerdings werden wir von einer Vielzahl von Mücken belästigt. Nach einer halben Stunde sammeln wir uns wieder und beginnen den Abstieg. Metze vorweg und ich hinterher.
Nach wenigen Schritten kommt mir ein Amerikaner hinterher gelaufen. Er erzählt mir, dass eben von einem anderen Wanderer ein "Rattler" beim Überqueren des Trails gesichtet wurde, und wir doch vorsichtig sein sollten. Ich bedanke mich natürlich für die Info und ab sofort läuft Magnus hinter mir. Ich scanne den Weg vor mir so gut wie möglich ab, aber eine Klapperschlange können wir nicht entdecken. Stattdessen fliegt uns ein Schmetterling vor die Linse. Ihn zu fotografieren ist relativ leicht und vor allem ungefährlich.
Der weitere Abstieg bereitet uns konditionell keine Sorgen, einzig die Waden bzw. Schienbeine werden sehr beansprucht. Die Aussicht auf Erfrischungen an der Zion Lodge lassen kaum Pausen zu.
Um exakt 13 Uhr stehen wir wieder am Trailhead und Magnus freut sich, dass wir es geschafft haben. Glückwunsch!!!
An der Zion Lodge gibt es dann endlich den heiß ersehnten Snack!
Und zum Dessert eine riesige Portion Softeis, welche wir dann auf der benachbarten Feuchtwiese genießen. Ach, das Leben kann doch sooo schön sein.
Während wir uns so langsam wieder fertig machen, kommt es zu einer Situation die einem zu 99 Prozent nur in den Staaten passieren kann. Eine Amerikanerin kommt auf uns zu und faselt irgendwas von einem Foto. Da ich meine Ohren für den Moment auf Durchzug gestellt habe, verstehe ich nur Bahnhof. Beim zweiten Anlauf kapiere ich so allmählich. Sie beobachtete uns eine Weile und war der Meinung das Metze und ich in unserem Wanderoutfit so richtig gut in die Landschaft passen würden. Vielleicht liegt es ja an unseren Mützen, denke ich... Sie bittet uns, ein Bild machen zu dürfen. Ich denke warum nicht, so sammeln wir Deutschen ein paar Pluspunkte im Land der unbegrenzten Eitelkeiten. Als ich einwillige und mit Metze in Pose gehe, schaut sie verwirrt zu uns. Da habe ich wohl wieder was falsch verstanden. Sie möchte meine Kamera und diesen Moment nicht etwa für sich, sondern für uns festhalten. Wir sind echt begeistert und machen den Spass natürlich mit.
Mit dem Shuttlebus fahren wir kurze Zeit später wieder zurück zum Visitor Center und kühlen uns im klimatisierten Giftshop ab. Auf dem Campground macht uns dann wieder die fast unerträgliche Hitze zu schaffen. Glücklicherweise gibt es vor den Restrooms einen großen Wasserhahn an dem wir uns recht gut erfrischen können.
Am späten Nachmittag setzen wir uns dann doch nochmal ins Auto und fahren nach Springdale, um Getränke und Eiswürfel für die Kühlbox zu kaufen. Magnus ist auf der kurzen Fahrt von diversen Büffeln, Kühen, Bullen und Hirschen so angetan, dass wir einen kurzen Stopp an dieser kleinen Farm machen. Gegen einen Obulus den jeder selbst bestimmt, kann man sich hier umschauen und spazieren gehen. Als dieser stattliche Bulle mit den Hufen scharrt, ziehen wir zwei aber rasch weiter.
Zum Abendessen kehren wir ins Wildcat Willie's Restaurant ein und beschließen den Tag mit einem deftigen Dinner, definitiv aber keinem Steak.
Kurz vor der Dämmerung drehen wir noch eine riesige Runde über den Campground, das heißt wir laufen alle Loop's ab und sind doch erstaunt über die größe des Areals hier.
Im Zelt startet Magnus dann später seinen DVD Player und schaut sich die ersten Minuten eines Video's an. Ich werde kurze Zeit später mal wach und schalte alles wieder ab, denn auch er ist längst in seinen Träumen unterwegs.
Gute Nacht!
Dienstag, 30.Juni
Zion N.P - Page/AZ
Heute Morgen bin ich mal wieder der Erste der wach ist. Da wir unsere Lager hier abbrechen, fange ich auch gleich im Zelt an, alles zusammenzupacken.
Der Schlafsack und die Kleinigkeiten die so überall herum liegen sind dann auch sehr schnell verstaut. Bei meiner selbst aufblasenden Matratze sieht das ganz anders aus. Aufgrund ihrer luxuriösen Ausmaße brauche ich eine Weile um diese einigermaßen "klein" zu bekommen.
Die aufgehende Sonne taucht die Berge mal wieder in ein atemberaubendes Licht. Metze bekommt von diesem täglichen Spektakel nichts mit. Erst mit etwas Nachhilfe gelingt es mir, ihn wach zu bekommen.
Das Frühstück genießen wir wieder direkt vor dem Zelt. Es ist ein sehr schönes Gefühl, den Tag in der Natur so simpel zu starten. Bei der weiteren Tagesplanung bin ich noch hin und her gerissen.
Ursprünglich hatte ich vor, zu Beginn der Tour bis nach Wyoming in den Yellowstone N.P. zu fahren und dabei auch den Craters of the Moon N. P. zu besuchen. Dann kam das Losglück bei der "Wave" Lotterie dazwischen und alles wurde hinfällig.
Nun bin ich am grübeln, den Toroweap Point am North Rim des Grand Canyons anzufahren. Ich bin schon so oft daran vorbei gefahren und habe den 100 Meilen "Ritt" auf der Schotterpiste immer irgendwie gescheut.
Nach dem das Lager abgebaut ist und mehr oder weniger gut im Wagen verstaut ist, brechen wir wieder auf, Richtung Mount Carmel Junction. Direkt hinter der Tankstelle parkend, fahre ich das Netbook hoch. Das benachbarte Best Western bietet nach wie vor kostenlosen Internetempfang an. Zu einer Skype Session kommt es leider nicht, weil Yvonne zur Zeit nicht online ist.
Also rollen wir kurze Zeit später weiter Richtung Kanab und noch immer bin ich unentschlossen über den weiteren Verlauf. Dann ankommend stehen wir vor der großen Kreuzung und ich biege links Richtung Page ab. Also mal wieder kein Toroweap Point. Irgendwie ist der Mazda mehr für die Straße entwickelt als für das Gelände. Mir liegt das Gerumpel auf der House Rock Valley Road noch zu sehr im Hinterkopf. Hätte ich jetzt einen "schwammigen" Ford Explorer, wäre meine Entscheidung wohl anders ausgefallen.
Kurz vor Page erreichen wir das kleine Kaff namens Big Water. Hier gibt es eine Rangerstation, welche wir erstmal aufsuchen. Ein Ranger nimmt sich unser an und führt uns überall herum. Als er Magnus Interesse für Dino's spürt, macht er noch ein paar interessante Ausführungen zu den dort ausgestellten Skeletten. Als ich ihn nach den Wahweap Hoodoos frage, einer weiteren bizarren Steinformation, holt er sofort Informationsmaterial und erklärt uns den Weg dahin. Auf dem Weg zum Trailhead entdecken wir noch ein Wohnmobil und einen Pkw. Also richtig viel Traffic scheint hier heute nicht zu sein. Das Einzige, was wieder extrem scheint, ist die Sonne.
Aber die 5 Kilometer bis zu den Hoodoos sollten wir doch irgendwie schaffen. Nachdem wir uns wandertechnisch schick gemacht haben, tauchen wir in ein riesiges "Wash" ein. Hier müssen Milliarden von Steinen liegen. Als das Flussbett immer breiter wird bzw. sich in mehrere Arme teilt, schalte ich mein GPS Gerät ein und füttere es mit den exakten Koordinaten. Wir wollen den möglichst direktesten Weg gehen und keine Umwege laufen.
Mir wird schnell klar, dass wir hier heute nicht so schnell vorankommen wie ich es mir wünsche. Magnus ist kaum ein Piep zu entlocken. Er ist sehr ruhig heute, zu ruhig. Trotzdem läuft er immer weiter und weiter. Doch das gefällt mir heute überhaupt nicht. Selbst als ich ihm von seinem Rucksack befreie steigt seine Stimmung kaum. Nach sehr vielen kurzen Pausen machen wir nach ca. 3 Kilometern eine längere Pause im Schatten eines Strauches.
Kurze Zeit später erbricht Magnus das ganze Wasser, was er vorher getrunken hat. Von diesem Moment an wird mir klar, dass ein Weiterlaufen wohl nicht allzuratsam ist. Ich frage ihn mehrmals ob wir weiter machen wollen, aber er zuckt nur mit den Schultern. Im Klartext, er hat Angst, dass ich von ihm enttäuscht sein könnte und traut sich nicht die Wahrheit über seinen körperlichen Zustand zu sagen. Ich habe den Ernst der Lage aber schon längst erkannt und breche die Wanderung hier ab. Der Weg zurück wird noch schwierig genug werden. Hand in Hand laufen wir wieder in die andere Richtung und entdecken nach nur wenigen Schritten in der Ferne 2 Erwachsene und 2 Kinder. Kurze Zeit später kreuzen sich unsere Wege. Im Gespräch stellt sich heraus, dass es sich um Landsleute handelt. Sie sind mit dem Wohnmobil unterwegs, welches wir gesehen hatten. Ihr Weg ist noch um einiges länger, weil man mit dem Camper nicht bis zum Trailhead fahren kann. Wir wünschen ihnen viel Glück und ziehen weiter.
Zweieinhalb Stunden nach dem Startfoto erreichen wir endlich unseren Wagen. Magnus glaubt immer noch, dass ich böse auf Ihn sei, weil ich nicht an meine Bilder gekommen sei. Aber das ist völliger Quatsch, sage ich ihm. Schließlich brauchen wir ja noch Ziele für kommende Touren. Als wir am Wohnmobil der deutschen Familie vorbeikommen, halte ich noch kurz und hinterlasse eine Nachricht.
Am 18. Juli bekomme ich folgende Email von Holger:
"..Hallo Marco und Magnus,
erinnert Ihr Euch noch, wir haben uns auf dem Weg (für Euch der
Rückweg) zu den Wahweap Hoodoos getroffen. Ja, wir haben es noch
geschafft (zumindest zur Hälfte: Jonas und Silke haben an der
südlichsten Gruppe Rast machen müssen, ich bin mit meiner Tochter
noch
weitergegangen..."
Auf dem Weg nach Page erholt sich Magnus wieder einigermaßen. Ich glaube er ist auch gesundheitlich etwas angeschlagen, denn er ist permanent am Husten. In den nächsten Tagen müssen wir es wohl etwas ruhiger angehen lassen. Kurz vor 14 Uhr fahren wir am Best Western Arizona Inn vor und können sofort einchecken. Nach einer Abkühlung im Pool geht es das erste Mal seit Tagen wieder unter die Dusche, was eine Wohltat ist. In der Lobby entdecken wir sehr schöne Postkarten von der Umgebung, sogar die "Wave" ist als Motiv dabei. Das passt doch zur Tour denken wir, kaufen Einige und schicken diese nach Deutschland zur Familie und Freunden.
Nach einem Besuch am Glen Canyon Staudamm lasse ich es mir nicht nehmen, nochmal zum "Horseshoe Bend" zu fahren. Die kleine Wanderung vom Parkplatz bis zur Flussschleife schaffen wir ohne Zwischenfälle.
Es ist jedesmal ein verrücktes Gefühl so nah am Abgrund zu stehen. Magnus darf sich allerdings immer nur hinter mir aufhalten. Ein unbedachter Schritt...und weiter möchte ich gar nicht denken.
Nach dem Abendessen springen wir erneut in den Pool, der mittlerweile sehr gut gefüllt ist, und danach in unsere Betten.
Gute Nacht!
Mittwoch, 1. Juli
Page, AZ - Moab, UT
Kurz nach 6 Uhr ist die Nacht für mich beendet. Magnus liegt noch ziemlich regungslos im Bett herum und bekommt von meinen morgendlichen Aktivitäten nichts mit.
Ich nutze die Zeit sinnvoll, schnappe mir meine Kamera und genieße einen fantastischen Sonnenaufgang. Es ist einfach nur wunderbar, den Tag mit einem solchen spektakulären Blick zu beginnen. Zurück im Zimmer angekommen, bekommt Metze mal wieder einen Hustenanfall. Er hat sich wohl irgendwo eine leichte Erkältung eingefangen und das bei täglich 40 Grad Celsius. Vielleicht lag es auch an der Klimaanlage im Wagen, obwohl ich diese nie zu kalt einstelle. Ich kann es nicht ganz genau sagen, aber auf jeden fall müssen wir jetzt mehr aufpassen.
Nach einem kleinen Frühstück in der Lobby des Hotels, nehmen wir noch schnell Kontakt mit der Heimat auf. Magnus erzählt vollmundig von der gescheiterten Wanderung und wie oft er erbrochen hat und und und. Yvonne entgegnet mir: "Was machst Du mit meinem Sohn?" Als sie dann noch fragt, ob wir auch Kopfbedeckungen auf hatten, werde ich etwas sauer. Was denkt sie eigentlich von mir. Ich antworte nur kurz fragend: "Hast Du schon mal einen Cowboy ohne Hut gesehen?" ... Damit ist alles geklärt, Punkt
Als den beiden so langsam der Gesprächsstoff ausgeht, beende ich die Sprechstunde kurz und schmerzlos. Nach einem Tankstopp fahren wir noch eben zu Walmart, um ein paar Kleinigkeiten, wie Hustensaft, für uns beide zu besorgen. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Infekt in den nächsten Tagen noch auf mich überspringt.
Auf dem Weg ins geliebte Moab wollen wir auf jeden Fall das "Monument Valley" besuchen. So richtig durchgefahren bin ich hier nur 2003. Damals habe ich noch analog fotografiert und nun ist es an der Zeit die schönsten Eindrücke digital festzuhalten.
Am Parkeingang werden 5$ Gebühr fällig und Metze kommt for Free heute hier rein. Grund für den Discount ist der, dass das Visitor Center wegen Umbauarbeiten geschlossen ist. Hier ist mächtig viel gebaut worden, wie z. b. das neue Hotel mit Blick ins Tal, welches sich recht gut in die Landschaft einfügt.
Kurz hinter dem Kassenhäuschen werden wir gefragt, ob wir an einer geführten Tour teilnehmen wollen, was wir aber dankend ablehnen. Es ist an der Zeit den Mazda rot einzustauben, was uns nach wenigen 100 Metern auch gelingt.
Nach und nach fahren wir alle bekannten Punkte ab und stehen kurze Zeit später zum ersten Mal überhaupt am berühmten John Ford's Point. Nur das Pferd inkl. Reiter steht nicht da wo ich es gerne hätte. Ich schnappe mir ein paar Dollar und mache mich auf dem Weg zum Traumpaar. Dort angekommen erzählt mir der Reiter, dass es nur was kostet wenn man selber mal aufsatteln möchte. Da das für mich nun wirklich nicht in Frage kommt, bittet er mich schnell zurück zum Fotopunkt zu gehen, denn gleich reitet er in die gewünschte Position, weil der nächste "Tourbus" eintrifft. Gesagt, getan, habe ich kurze Zeit später meine gewünschten Aufnahmen.
Für den Rundkurs benötigen wir fast 2 Stunden und stehen mittags wieder am Ausgangspunkt. Ein letztes Mal setzen wir uns in Szene...
...dann verlassen wir das "Monument Valley" in nördliche Richtung. Vorbei an Mexican Hat, Blanding und Monticello steuern wir Moab direkt an.
Dort angekommen fahren wir zum Moab Valley R.V., dem Campingplatz auf dem wir schon einige Male in einer Cabin gewohnt haben. Es ist Metze's Wunsch, dort unser Lager für die nächsten Tage aufzuschlagen.
Es gibt natürlich landschaftlich viel reizvollere Campsite's in der näheren Umgebung, aber in diesem Punkt nehme ich sehr gerne Rücksicht auf die Bedürfnisse meines kleinen Wandergefährten. Hier ist ein Pool, ein Spielplatz, sehr saubere sanitäre Anlagen, kostenloser Internetempfang und die Hauptstraße, auf der die Trucks nur so vorbeirauschen. Und nicht zu vergessen, die überdachten Stellplätze für die Zelte. Sozusagen ein Zelt über dem Zelt. Während ich das Zelt aufbaue, befindet sich Magnus schon im Poolbereich und planscht glücklich herum.
Als sich später leichter Hunger bei uns einstellt, beschließen wir nach Moab reinzufahren. Nach einem kurzen Bummel durch die alt bekannten Souvenirläden, entdeckt Magnus das Restaurant "ZAK". Diese Location scheint bei ihm einen guten Eindruck im letzten Jaht hinterlassen zu haben. Wir sitzen im Außenbreich, genießen das Essen und beobachten das Treiben auf der Mainstreet.
Nach dem "The Check Please" schlendern wir noch durch den Moab City Market. Obwohl wir momentan nix brauchen, bleibt unser Cart nicht leer. Wie immer. Zurück auf dem Campingplatz möchte Magnus schon wieder in den Pool und später auf den Spielplatz. Ich fahre unterdessen mein Netbook hoch und mache mir ein paar Notizen fürs Tagebuch. Die Wetteraussichten für morgen sind "Partly Cloudy" und für die bevorstehende Nacht gibt es eine Sturmwarnung. Ein Blick zum Himmel macht es auch schon deutlich, es zieht sich sehr schnell zu. Als Metze vom Spielplatz kommt dämmert es bereits. Er hat neue Freunde gefunden und sie haben mächtig herumgetobt. Eine halbe Stunde später liegt er im Zelt und ist beim DVD schauen schnell eingeschlafen. Ein sehr schöner und mit 42 Grad extrem heißer Tag geht zu Ende. Mal sehen was uns der morgige Tag so alles bringt.
Gute Nacht!
Donnerstag, 2. Juli 2009
Moab, UT
Rückblende zum gestrigen späten Abend. Ich war gerade kurz vorm
einschlafen, da wurde es sehr stürmig. Aus der Sicht einiger meiner
Zeltnachbarn auf jeden Fall zu stürmig. Nach den ersten heftigen
Böen fiel mir ein, dass noch etwas Kleinkram wie Schuhe, Socken,
Handtücher, Stativ und die geliebte Tischdecke in Sicherheit gebracht werden
müssen. Einige Augenblicke später lag ich wieder sicher im Zelt. An
einen ruhigen Schlaf war allerdings nicht zu denken. In regelmäßigen
Minutenabständen wurde unser Zelt von schweren Windstößen
erschüttert, blieb aber erwartungsgemäß unbeeindruckt
und standfest stehen. Während an anderen Stellen hörbar
hantiert und Zeltnägel neu eingeschlagen werden mussten, hat
uns unsere Festung einen guten Schutz geboten.
Richtig gut geschlafen habe ich trotzdem nicht. Als ich Magnus vom nächtlichen Sturm berichte, kann er mir nicht wirklich folgen. Er hat so tief geträumt und von all dem nichts mitbekommen.
Beim Frühstück besprechen wir unseren Tagesplan, allerdings ohne richtiges Ergebnis. Der Himmel ist zur Zeit sehr Wolken verhangen und es sieht auch so aus, als würde es gleich beginnen zu regnen. Trotzdem packen wir alles, was man für einen Tag in der Wildnis so braucht, ein.
Wir verlassen Moab in nördlicher Richtung und biegen nicht nach rechts in den Arches N.P., sondern kurz vorher links auf die 279 ein. Immer am Colorado River entlang Richtung Potash Road. Dort angekommen wir das Gelände gleich etwas rauher und die Felsbrocken rechts und links der Piste immer größer. Ich biete Metze 100$ wenn er diesen Fels ins rollen bringt. Trotz höchster Anstrengungen rührt der sich nicht einen Millimeter, worüber ich im nachhinein auch sehr glücklich bin.
Und wo wir gerade beim herumalbern sind, wird es Zeit für ein paar weitere Schnappschüsse.
Trotz getretener Handbremse, Automatik auf P und einem zusätzlichen Stein vorm Hinterrad, umgibt mich ein mulmiges Gefühl. Wenn jetzt alle Systeme versagen, geht es steil bergab. Magnus jedoch hat seinen Spaß und fühlt sich wie ein König. Nach ein paar wenigen Meilen drehen wir allerdings wieder um, denn es warten noch andere Herausforderungen auf uns.
Nächster Stopp ist der Parklatz des "Corona Arch" Trailhead. Mit ganz leichtem Gepäck laufen wir los und folgen dem Trampelpfad. Magnus sein Mißtrauen verfliegt recht schnell, als er merkt, wie einfach es sich läuft, wenn die Sonne mal nicht scheint. Ein völlig neues Feeling für ihn.
Als sich zum normalen Wandern noch Kletterei hinzu gesellt, ist er voll im Element. Jetzt macht es erst so richtig Spaß.
Selbst für mich ist dieser Trail absolutes Neuland. So neu, dass wir im ersten Abschnitt fast vom Weg abkommen, weil wir vor lauter Erzählerei die Steinmännchen, welche ja den Trail markieren, vollkommen außer Acht lassen. Nach einigen Minuten stehen wir mitten in der Pampas und merken, dass wir uns total verlaufen haben.
Mit dem nötigen Ernst finden wir aber recht schnell wieder in die Spur und
Metze auf die Leiter. Und siehe da, der "Corona Arch" ist schon in
Sichtweite.
Links ist auch gleich der "Bowtie Arch" zu erkennen.
Magnus wirkt so Klein im Vergleich zu den gigantischen Ausmaßen dieses
Steinbogens. Wir genießen es, ganz allein hier draußen zu sein.
Als Metze bemerkt, dass jedes laute Wort von den Canyonwänden als Echo reflektiert wird, ist er nicht mehr zu halten. Selbst ich lasse mich davon anstecken und wir schreien beide aus voller Brust.
Hier fühlt er sich heute so richtig wohl. Als ein junges, turtelndes Pärchen eintrifft, räumen wir das Feld und treten zum gefährlichen Rückzug an.
Als Magnus so richtig leichtsinnig wird, kommt er in diese brenzlige Situation und ist kurz vorm Absturz... Jedenfalls tischen wir Yvonne diese Story auf und halten ihr das obere Bild vor die Nase. Sie schaut mich nur an und sagt: "Das kann doch nicht wahr sein?" Wir schauspielern beide noch einen Moment weiter, ehe wir den Schwindel mit dem Bild aufklären. Ich habe die Kamera etwas verkantet, was zu dieser neuen Perspektive geführt hat. Ein richtiges Action Bild eben, Yes!
Am Ende des Trails geht der Daumen heute zum Glück wieder nach oben. Auf dem Weg zurück Richtung Moab kommen uns immer mehr Jeeps der ortsansässigen Vermieter entgegen. Da kommt mir die Idee für Morgen, vielleicht Einen zu mieten und die Potash Road doch komplett abzufahren. Magnus ist sofort begeistert.
Am frühen Nachmittag wird es endlich Zeit einen Abstecher in den Arches N.P. zu machen.
Es ist schon fast Tradition, den ersten Stopp an der "Park Avenue" zu machen.
Bei jedem unserer Besuche haben wir hier Station gemacht. Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 2005. Es war damals Metze's erste Tour durch den Wilden Westen. Kinder, wie die Zeit vergeht.
Obwohl die Abgasrohre ziemlich weit unten verlaufen, wage ich heute doch noch eine Offroad Sektion. Am "Balanced Rock" biege ich links auf die "Willow Flat Road" ein. Die bin ich vor Jahren mal mit einem Ford Explorer abgefahren und habe da das erste Mal so richtig feuchte Hände hinterm Lenkrad bekommen. Die Angst von damals ist längst verflogen und wenn mir die Sache zu schwierig wird, kann ich ja immer noch umdrehen. Die für mich schwierigsten Passagen kommen dann auch wirklich wieder, wobei ich mehr Sorge um den Wagen habe, als um unsere Gesundheit. Teilweise fahre ich in Schrittgeschwindigkeit, den ein oder anderen Absatz hoch und herunter. Im Prinzip ist es auch nicht wirklich dramatisch. In meinem Hinterkopf habe ich allerdings noch eine Passage, die bis jetzt gefehlt hatte, oder bin ich doch schon vorbei? Diese hatte mir vor Jahren das meiste Kopfzerbrechen bereitet, dazu habe ich den Explorer noch ordentlich aufgesetzt und Matse und Klaus die mit an Bord waren, hatten ihren Spaß, mich schwitzen zu sehen. Es gilt einen für meine Verhältnisse großen Felsabsatz zu überfahren.
Wenige Kurven später schießt mir das Blut aus dem Kopf. So riesig hatte ich das alles nicht mehr in Erinnerung, ebenso die vielen Schleifspuren auf dem Fels. Hier hat schon so mancher seinen S.U.V. ordentlich aufgesetzt. In Gedanken sehe ich die Auspuffrohre abgerissen am Wagen hängen. Aber ein Umdrehen kommt nicht in Frage. Ich bitte Magnus sich ordentlich fest zu halten und gebe gezielt Gas auf dem vermeintlich richtigen Weg. Ich spüre regelrecht wie sich mein Gesicht verzerrt und auf das große Scheppern wartet, doch es kommt ganz anders. Ohne einen Kratzer am Bodenblech, geschweige am Auspuff, bewältige ich den Absatz. Jetzt könnte ich eine Zigarette gebrauchen. Das letzte Stück ist dann teilweise sehr sandig, aber ich gebe immer ordentlich Gas und münde später auf dem Highway 191 ein, welcher uns nach Moab zurück bringt. Geschafft!
Zurück auf dem Campingplatz erfrischen wir uns im Pool. Während Magnus
mit seinen neuen Freunden anschließend auf dem Spielplatz herumtollt, fahre
ich den Computer hoch, um mir einen genaueren Überblick über die Jeep
Vermieter zu machen.
Richtig schlau werde ich aus der Recherche allerdings nicht, also fahren wir langsam die Mainstreet entlang und stoppen am Moab Adventure Center. Der erste äußere Eindruck ist sehr gut, die Mitarbeiter sind sehr nett und kümmern sich sofort um jeden der ein Anliegen hat. Ich erzähle, dass ich die Potash Road entlang fahren möchte und man erklärt mir, dass das kleinste Modell ausreichend sei. Man versucht nicht mir unötiger Weise ein größeres und damit auch teureres Modell zu vermieten. Das ist sehr fair und eine viertel Stunde später ist der Mietvertrag unterschrieben.
Zum Abendessen fahren wir erneut ins "ZAK", wo Magnus sich am "All you can eat Pizza Buffet" den Bauch vollschlägt. Ich dagegen belasse es bei einem relativ kleinem B.L.T. Sandwich.
Da heute Abend zu viele Mosquitos unterwegs sind, verschwinden wir kurz nach 20 Uhr im Zelt und schauen noch eine DVD an.
Gute Nacht!
Freitag, 3. Juli 2009
Moab, UT
Ohne Sturm haben wir beide recht gut durchgeschlafen. Nervig sind nur die vielen Trucks die mit Getöse über den Highway fahren. Nach üblicher Morgentoilette widmen wir uns dem Frühstück vorm Zelt, welches von Tag zu Tag immer kleiner und auch kürzer zu sein scheint.
Im City Market halten wir später auch noch kurz, um unsere Kühlbox mit frischen Eiswürfeln zu befüllen. In der reichhaltigen Obst- und Gemüseabteilung decken wir uns schließlich mit fertig zu bereiteten frischen Obstsalaten ein. Das muss für heute reichen.
Pünktlich um 8.30 Uhr stehen wir beide am Counter vom Moab Adventure Center. Nach kurzer Einweisung bekommen wir noch ein Roadbook, in dem die wichtigsten Informationen und ein paar Wegstrecken mit entsprechenden Schwierigkeitsgraden aufgezeichnet sind. Selbst eine Kühlbox gefüllt mit Ice steht bereit, aber wir lehnen dankend ab.
Wir verlassen Moab und folgen exakt wie gestern dem selben Weg am Colorado River. Vorbei an Potash (Mine) erreichen wir gleichnamige Road. Wieder vorbei am großen runden Fels, der weiter unbeirrt vor sich her balanciert. Heute biete ich Metze 200$ Dollar, wenn er ihn vom Sockel haut, aber der grinst nur komisch.
Vorbei an einigen Teichen, die wohl zur Mine gehören, kommen wir dem Canyonlands N.P. immer näher. Mit dem Jeep fährt es sich viel entspannter als mit dem Mazda. Der ist ja schließlich wie gemacht für dieses Gelände.
An steileren Passagen wird es auch wieder Zeit für ein paar Action Shots. Was uns auffällt ist, dass wir bis jetzt weder Gegenverkehr hatten noch von irgendjemandem überholt wurden. Wo sind die denn alle?
Am Ende der Potash Road kommen wir an einem Wegweiser kurz zum stehen. Rechts geht es Richtung Shaver Trail und links herum auf die White Rim Road.
Ohne große Überlegungen biege ich natürlich links ab. Ein Besuch beim Musselman Arch ist Pflicht, wenn man schon einmal bis hierher gekommen ist. Als ich Magnus erzähle, dass man über diesen Arch sogar laufen kann, will er es mir erst nicht glauben. Ich baue das Fotostativ auf und starte den Selbstauslöser welcher mit 10 Sekunden programmiert ist. Nach 3 Anläufen schaffen wir es so einigermaßen auf das Bild.
Aus Sicherheitsgründen lasse ich Magnus nicht alleine hier entlang laufen, schließlich geht es rechts und links von uns in die Tiefe.
Nach einer kleinen Zwischenmalzeit in Form von Obst und Erfrischungsgetränken fahren wir gemütlich zurück Richtung Shaver Canyon.
Der Zustand der Piste ist recht ordentlich und die Tatsache, dass wir keinen Gegenverkehr haben, lässt mich auf einigen engen Passagen nicht ins Schwitzen kommen.
Auch die Shaver Trail Road befindet sich in einem ausgezeichneten Zustand. Das hatte ich von vor einigen Jahren noch ganz anders in Erinnerung. Kurz vorm Erreichen des oberen Plateaus, nimmt sich Metze eine Auszeit und schläft auf dem Beifahrersitz, trotz heftiger Schaukelbewegungen, ein. Ich frage mich, was er nachts so alles treibt?
Am Grand Overlook Viewpoint des Canyonlands N.P. angekommen, lasse ich ihn natürlich weiterschlafen und genieße mal wieder diesen monumentalen Ausblick. Wenn es nicht so heiß wäre, könnte ich hier stundenlang herumsitzen.
Als mein Copilot wieder fit ist, setzen wir die Fahrt fort.
Wir haben gerade den Parkausgang passiert, um Kurs auf die Gemini Bridges, einer weiteren Offroad Strecke, zu nehmen. Da bittet mich Magnus, den selben Rückweg, also über die Potash Road, zu nehmen. Es hat ihm so sehr gefallen. Nach kurzem nachdenklichen Zögern macht der Papa einen U-Turn auf der Straße und kommt der Bitte seines Sohnes nach. Kinder an die Macht!
Aber mal ganz ehrlich, auch mir gefällt es hier richtig gut.
Jetzt am Nachmittag nimmt der "Verkehr" im Vergleich zum Vormittag mächtig zu, aber zu Staus, Hektik und Huperei kommt es hier draußen natürlich nicht.
Zurück in Moab tanken wir als Erstes und danach geht es ab in die Waschanlage. Vom Verleiher wird gewünscht, den Jeep von groberem Schmutz zu befreien. Die größte Herausforderung beim arbeiten mit der Spritzpistole ist es, das Wageninnere trocken zu lassen. Kurze Zeit später nimmt man uns den Wagen ohne Beanstandung ab. Beim Schlendern durch das Center, werden wir nebenbei auf andere Outdoor Aktivitäten aufmerksam. In diesem Moment kommt ein Angestellter auf uns zu, weil er hört wie wir beide deutsch sprechen. Als ich ihm erzähle, dass wir in Hamburg (in der Nähe) wohnen, flippt er fast aus. Er hat selbt eine Weile in Hamburg-Altona gelebt und studiert. Und dann kommen wir zu der anderen Outdooraktivität, die da Rafting heißt. Wir besprechen in deutsch-englischem Kauderwelsch einige Touren und ich entscheide mich für einen Halbtagestrip auf dem Colorado River, welcher morgen um 11 Uhr hier am Center beginnt. Metze tobt vor Aufregung, endlich wieder Action Shots.
Zurück am Campingplatz springen wir sofort in den Pool, um uns zu erfrischen. Während ich nach 10 Minuten wieder draußen bin, um den Grill anzuheizen, ist Magnus nicht aus dem Wasser zu bekommen.
Erst als ich mit einem Bratwürstchen winke kommt er angerannt und isst es so schnell auf, als würde es kein Morgen geben. Eigentlich kann ich Ihn verstehen, es ist die erste und einzigste warme Mahlzeit des Tages.
Später am Abend bekommen wir noch direkte Zeltnachbarn, die eine Menge an Gepäck, Kisten usw. aus ihrem Wagen ausladen. Natürlich begrüßen wir unsere Neighbors persönlich und stellen uns vor. Die zwei wirken schon ein bisschen abgedreht sind aber sehr nett. Während Mary Ann im Zelt übernachten wird, schläft Jackson auf einer Pritsche in der Natur. Er kommentiert jede seiner Aktionen und ist ein richtiger Scherzkeks, den ich leider sprachlich nicht verstehe. Später stellt sich heraus, dass sie aus Salt Lake City und er aus Neuseeland kommt. Mit ihr kann ich mich recht gut unterhalten, bei ihm jedoch verstehe ich fast garnichts. Seine Worte kommen so abgehackt und zu kurz ausgesprochen über seine Lippen.
Ich bin echt gespannt ob der Typ heute Nacht schnarcht.
Gute Nacht!
Samstag, 4. Juli 2009 Independence Day
Moab, UT
Mein Nachbar Jackson ist heute als Erstes wach und schleicht viel zu früh um seine Site herum. Als Magnus und ich beim Frühstück sitzen kommt er wieder angetrabt. Er brubbelt irgendetwas von Fishing und so, wahrscheinlich war er Angeln, ist aber ohne sichtbares Ergebnis zurück gekehrt.
Für einen Moment überlege ich, ob ich mein Netbook hochfahre und auf Youtube den Titel "JACKSON" von Jonny Cash und June Carter laufen lasse. Da wir aber Zelt und Co schon verpackt haben, verwerfe ich den Gedanken wieder schnell. Kurz vorm Check out komme ich mit beiden noch in ein längeres Gespräch über unsere jeweiligen Tourverläufe. Als sie die Bilder von der Wave sehen, geht ein Staunen um. Mary Ann möchte sofort wissen wo es diese Formation zu bestaunen gibt. Ihre Tour führt bis nach New Mexico und in den nächsten Tagen ist Zelten in den Bergen in der Nähe von Phoenix /AZ angesagt. Sofort frage ich Jackson ob er weis, dass es dort auch Schwarzbären gibt, er nickt und grinst. Meine nächste Frage ist die nach einer Waffe, er nickt und grinst erneut. So sind sie, die Cowboys. Er erwähnt allerdings auch, dass diese nur zum möglichen Abschrecken taugt. Wir wünschen den beiden alles Gute und verlassen den Campingplatz Richtung Moab Adventure Center...
...denn der heutige Tag steht ganz im Zeichen eines solchen oder ähnlichen Rafting Bootes. Viertel vor 11 Uhr ist Treffpunkt und jeder bekommt seine Schwimmweste zugeteilt.
Pünktlich verlassen wir mit dem Bus Moab in nördliche Richtung. Über den Highway 128, welcher immer am Colorado River entlang führt, geht es ca. eine halbe Stunde in rasanter Kurvenfahrt bis zum Abzweig "Fisher Tower Road".
Hier liegen die Rafting Boote und nach kurzer Gruppeneinteilung kann es endlich losgehen. Es herrscht am Anfang zwar ein leichtes durcheinander, aber schließlich findet jeder seinen Platz.
Unser Guide heißt Brian und ist ein richtig netter Kerl, der uns nach wenigen Minuten auf ruhigem Wasser schon vorschlägt, in den Colorado abzutauchen. Als sich keiner traut über Bord zu gehen, macht er den Anfang.
Als ihm fast alle folgen, drücke ich Metze die Kamera in die Hand und lasse mich auch nach hinten fallen und etwas treiben. Die Fluten sind wirklich sehr erfrischend aber bei weitem nicht so kalt wie ich es erwartet hätte. Nach dem Magnus ein paar Bilder geschossen hat taucht er auch bis zur Brust ein, möchte aber schnell wieder raus. Kurz darauf verpacke ich meine Kamera, wobei mich ein Amerikaner beobachtet. Er sagt sinngemäß: "Wow, du kaufst eine Kamera für 1000$ und hast kein Geld für eine wasserdichte Tasche. Stattdessen wickelst Du sie in eine Plastiktüte ein?" Einige in der Gruppe kichern natürlich. Als ich ihm antworte, dass die Kamera fast 2000$ gekostet hat und ich kein Geld für eine wasserdichte Tasche mehr hatte...habe ich die Brüller auf meiner Seite. Hätte ich gewusst, dass wir einen solchen Rafting Trip mitmachen, wäre ich wohl diesbezüglich besser vorbereitet gewesen. Nun musste eine Plastiktüte als Cover für meine Kamera herhalten. Und mein Rucksack, welcher gut im Boot verzurrt ist, hält auch das gröbste Wasser draußen.
Nach einer guten halben Stunde, mit einer mal rasanten und mal weniger rasanten Fahrt auf dem Fluss, legen wir zum BBQ an der "Red Cliffs Ranch" an. Hier gibt es frische Burger, Hot Dogs, Kartoffelauflauf und und und zum Essen. Es schmeckt richtig lecker. In der prallen Sonne sitzend werden unsere Klamotten wieder schnell trocken.
Nach fast einer Stunde kann es Metze kaum noch abwarten endlich weiter zu fahren. Er hat einen riesen Spaß dabei.
Die Boote haben sich in der Sonne so sehr aufgeheizt, dass es unmöglich ist, darauf zu sitzen. Mit einem Paddel bewaffnet klettert ein Guide von einem zum anderen und spritzt die Raftingboote nass.
Als letztes verlassen wir den Anleger und der zweite Abschnitt kann endlich beginnen. Brian erklärt, dass in wenigen Minuten die ersten Stromschnellen kommen und alle freuen sich schon riesig darauf. Er erzählt weiter, dass es sich um Stromschnellen der Kategorie 3 auf einer Skala von 1 bis 5 handelt. Ein Mädel der Gruppe fände es gut, wenn Brian die schwierigste Route durch das wilde Gewässer nehmen würde und spricht ihn darauf hin an. Der erwidert, dass die Möglichkeit zu kentern allerdings sehr sehr groß sei, weil es uns zu sehr an Erfahrung fehle. Wenn wir jedoch alle damit kein Problem hätten Boot über in den Colorado zu stürzen wäre es einen Versuch wert. Ein anderes Mädchen findet es aber gegenüber Magnus nicht fair und eher rücksichtslos. Brian versichert uns aber, dass wir auch auf dem vermeintlich sicheren Weg durch die Stromschnellen unseren Spaß haben werden. Als Erstes kommt meine Kamera in seine wasserdichte Tasche, THANX!!! Dann bittet er uns einen Fuß zwische Boden und seitlichem Schlauch einzuklemmen, denn das gibt mehr Halt. Desweiteren sollen wir nur nach seinen Kommandos paddeln und dies dann bitte vor lauter Aufregung nicht vergessen, denn sonst gehen wir wirklich alle baden.
Wenige Augenblicke später wird das Wasser richtig weiß!
Das Boot geht steil nach oben, aber es kentert nicht.
Während wir hinten nur mäßig naß werden, bekommt der vordere Teil der Gruppe die volle Dusche ab. Alle johlen, jubeln und schreien und haben einen riesigen Spaß dabei.
Der Fotograf der diese Aufnahmen gemacht hat, bleibt uns vollkommen verborgen, denn wir waren zu sehr mit uns selbst beschäftigt.
Die letzten 20 Minuten bis zum Ende des Trips geht es sehr gemächlich zu. An einer Canyonwand entdecken wir ein verrostetes Autowrack. Brian erzählt, dass hier jemand von der Straße abgekommen sei und in die Tiefe gestürzt ist. Der Fahrer überlebte den Unfall, dann schwamm er unbegreiflicher Weise durch den Colorado River und kletterte die Berge hoch und landete in der Nähe des "Delicate Arch". Als ihn Ranger nach Tagen fanden , war er bereits an Erschöpfung gestorben.
Für Magnus ist der Trip viel zu schnell zu Ende und er möchte am liebsten umdrehen, um die Tour noch einmal zu machen. Als die Boote verladen sind geht es mit dem Bus wieder zurück nach Moab.
Zur Erfrischung gibt es noch Wassereis und Brian erzählt von den Fotos die während der Tour gemacht wurden sind. Direkt an der Mainstreet gibt es einen kleinen Laden, wo wir diese spätestens morgen begutachten könnten.
Magnus und ich checken später im Best Western Greenwell Inn ein. Da uns gestern Abend die Mosquitos wieder zu sehr geärgert haben, sollte heute mal eine feste Behausung her. Nach einigen kleinen Runden im Pool schlage ich vor, in den Arches N.P zu fahren, um zum Delicate Arch zu wandern. Das ist eigentlich ein Pflichtbesuch und wird deswegen auch nicht aus meiner Planung herausgestrichen. Auch wenn ich schon tausendmal da war.
Metze ist zwar nicht von Anfang an begeistert, willigt dann doch ein. Auf der Fahrt in den Park schläft er mir dann auch noch ein. Vorbei am schönsten aller balancezierenden Felsen stehen wir später auf dem Parkplatz am Trailhead. Dieser ist mal wieder brechend voll. Ich bitte Magnus auf dem Weg hoch zum Arch etwas Tempo zu machen, weil hinter uns eine größere Wolkenfront aufzieht. Mein kleiner Wandergefährte zieht gut mit und wir ereichen den Arch bei Sonnenschein.
Uns erwartet der übliche Andrang. Auf der einen Seite die "Fotografen" wie mich, die den Steinbogen in seiner Natürlichkeit ablichten wollen und auf der anderen Seite die, die sich im Arch stehend gerne fotografieren lassen. Und da prallen mitunter Welten aufeinander. In anderthalb Stunden Wartezeit gelingt es mir nicht ein vernünftiges Foto zu machen. Jedesmal steht ein anderer im Bild. Die Krone schießt dabei ein turtelndes junges Pärchen ab, welches ein endlos scheinendes Shooting abhält und sich anschließend dort niederläßt, um sehr gestenreich zu diskutieren. Die zwei halten sich über eine Stunde im direkten Fokus der Objektive auf. Ich bin mehrmals am überlegen hinüber zu gehen, um sie zu Bitten weiter nach links zu gehen, denn da läßt es sich bestimmt genauso gut labern. Ich habe echt einen dicken Hals, kann aber an der Tatsache nichts ändern, dass jeder das Recht hat, sich hier aufzuhalten wo er möchte.
Als die Sicht zum Arch dann endlich frei ist, wird es bedrohlich dunkel, so das Metze und ich den Rückmarsch beginnen.
Trotz dieser aufziehenden Gewitterfront kommen uns noch viele Wanderer entgegen. Am Wagen angekommen, sehen wir in der Ferne einige Gewitterregen niedergehen.
Am "Balanced Rock" bietet sich eine dramatische Stimmung. Ein dunkles Wolkenband zieht auf.
Vor genau 3 Stunden sah der Himmel ganz anders aus. Diese Kontraste hier sind wunderschön.
Zurück in Moab begeben wir uns auf Shopping Tour durch die kleinen Läden. Zum Dinner sitzen wir am späten Abend gemütlich bei "Eddie Mc Stiff's". Als wir das Restaurant verlassen, ist das Feuerwerk zum Independence Day in vollem Gange. Wir bekommen jedoch die letzte und finale Fontäne noch mit. Mit diesen Eindrücken geht wieder ein sehr schöner Tag zu Ende.
Gute Nacht!
Sonntag, 5.Juli 2009
Moab, UT
So eine Nacht in einem richtigen Bett, ist auch nicht zu verachten. Mensch Magnus, es ist bereits 8.30 Uhr wir liegen noch immer im Nest und wollten Moab doch recht früh verlassen. Mit verschlafenen Augen schaut er mich an und bittet um einen kleinen Nachschlaf. Nach Morgendusche und einem selbstgekochten Kaffee sind alle Lebensgeister geweckt und wir starten mal wieder eine Skype Session mit der Heimat. Während Magnus vom Rafting Trip plaudert, gehe ich vor die Tür und bin vom blauen Himmel so angetan, dass ich mich kurzzeitig entschließe, eine weitere Nacht in Moab dran zu hängen. Die Gewitterwolken von gestern Abend sind längst verzogen und die Sonne lacht uns an. Ich kann und will einfach nicht weg von hier.
Als ich Metze mitteile das wir bleiben ist auch er begeistert. Am liebsten würde er noch einmal den Colorado River bezwingen, aber das heben wir uns für ein anderes Mal auf. Nach einem mäßigen und überteuerten Frühstück im "Pancake House" fahren wir wieder in den Park bis zum Parkplatz des "Devils Garden". Wir waren vor 2 Jahren zwar auch schon hier, aber Erstens lässt es sich so schön wandern hier und Zweitens ist im letzten Jahr der "Wall Arch" zusammen gebrochen. Das möchte ich mir schon noch ansehen, bevor wir hier die Biege machen.
Es ist bereits 12 Uhr Mittags als wir mit der Wanderung beginnen. Erstes Highlight ist wie immer der "Landscape Arch", der wohl als nächstes kollabieren wird. Nur einige Meter weiter kommen die Überreste vom "Wall Arch".
Obwohl er tagsüber zusammengebrochen ist und hier immer eine Menge Menschen unterwegs sind, wurde niemand verletzt.
So sah er vor dem Zusammenbruch aus. Ging der Trail damals auf der linken Seite unmittelbar am Holzschild vorbei...
... so heißt es heute, einige Meter vorher Seite wechseln und rechts hochklettern.
Klettermetze ist wieder voll in seinem Element und ich muss ihn einigemale zurück pfeifen. Nach dieser neuen und steilen Passage betreten wir dann aber wieder gewohntes Terrain.
In einiger Entfernung ist der "Black Arch" zu sehen. Kurz vorm "Double-O Arch" treffen wir auf zwei deutsche Wandergefährten aus dem schönen Leipzig.
Beim gemeinsamen Rasten kommen wir ins Gespräch und es gibt so viel untereinander auszutauschen, dass wir den ganzen Trail zusammen bleiben. Besonders Magnus ist davon angetan endlich mal wieder mit Deutschen, genauer gesagt mit Susette und Jürgen zu reden. Ich war ihm auf die Dauer dann doch wohl etwas zu eintönig.
Am "Dark Angel" ist Halbzeit so zu sagen, von hier aus geht es wieder die gleiche Strecke zurück. Heute Mittag hatte ich mal mit dem Gedanken gespielt, über den Primitive Loop, einem urwüchsigen Pfad, zurück zu laufen. Da ich das Metze auf Grund der hohen Temperaturen und seiner (bzw. unserer) neu gewonnenen Wanderfreunde nicht antun möchte, geht es normal weiter. Der würde mich jetzt glatt alleine da entlang laufen lassen und mit Susette und Jürgen weiter hiken.
Er übernimmt sofort Die Führungsarbeit und räumt den Weg für uns frei.
Obwohl es noch garnicht so spät ist, sind wir fast allein unterwegs. Uns begegnet lediglich noch ein Pärchen, woher, aus Deutschland natürlich.
Der Blick auf die La Sal Mountain in der Ferne ist grandios.
Der letzte Stop ist an diesem modernen Kunstwerk. Unzählige Steintürmchen wurden hier aufgebaut.
Metze sucht verzweifelt nach einer freien Stelle, um auch selbst künstlerisch tätig zu werden.
Als der Meister endlich fertig ist, besteht er darauf, ein eigenes Bild von uns dreien zu machen. Sein Steinmännchen geht in der Masse aber komplett unter.
Dafür macht er nur wenige Schritte später eine weitere unglaubliche Entdeckung. Direkt am Trail entdeckt Metze diesen kleinen Arch. Er besteht zwar nur aus Holz und dürfte bei den Parkrangern kaum für Aufsehen sorgen. Dem Kleinen ist es egal und er überlegt sich sofort einen Namen. Einige Geistesblitze später nennen wir ihn MA(Magnus Arch)...
Mit Susette und Jürgen, die übrigens auch im BW Greenwell Inn übernachten, verabreden wir uns noch zum Abendessen. Während die 2 heute noch den Delicate Arch auf ihrem Plan haben, fahren wir 2 ganz gemächlich durch den Park zurück. Bei "Moab Action Shot's" erwerben wir unsere Bilder von der Rafting Tour, welche gleich auf CD gebrannt werden. Ein letztes Mal geht es in den Pool. Als Magnus später nicht von der Glotze weg zu bekommen ist, schnappe ich mir meine Kamera, gehe spazieren und genieße den Sonnenuntergang.
Nach einigen Aufnahmen schlendere ich zum letzten Mal durch die kleinen Souveniershops. Auf der Suche nach dem Besonderen findet sich doch immer etwas, egal ob man(n) es braucht oder nicht. Kurz vor 20 Uhr hole ich noch Magnus ab, wir gehen wieder zu "Eddie Mc Stiffs", wo wir heute noch eine Verabredung haben. Mit leichter Verspätung trifft erst Jürgen ein und einige "Augenblicke" später auch Susette. Für Magnus der ziemlich hungrig ist, fühlt sich die Warterei wie 1 Stunde an. Aber kurze Zeit später sitzen wir endlich am Tisch und essen saftige Steaks und lassen einen wunderschönen Tag gemütlich ausklingen.
Montag, 6.Juli 2009
Moab, UT - Bryce Canyon, UT
Als wir aus den Betten kriechen ist es bereits 9 Uhr und draußen ist wieder ein schöner Tag erwacht. Heute nochmal verlängern?... nein, so liebend gerne wir noch bleiben würden, aber wir müssen uns wieder auf den Weg gen Westen machen.
5 Übernachtungen in Moab haben meine originale Tourplanung sowieso schon durcheinander gewirbelt. Die Tour zum "Telescope Peak" im "Death Valley" ist zeitlich bzw. organisatorisch schon nicht mehr zu schaffen. Auf der einen Seite schade, auf der anderen Seite war es hier rund um Moab mal wieder wunderbar. Jetzt zeigt es sich, dass individuelle Tourplanung eine Menge Vorteile hat. Da wo es einem gefällt, bleibt man gegebenenfalls den einen oder anderen Tag länger. Nach dem alles im Wagen mehr oder weniger gut verstaut ist, checken wir aus. Hinter der Windschutzscheibe steckt noch eine kleine Nachricht von Susette und Jürgen für Magnus. Er freut sich riesig und bewahrt diese wie einen Schatz auf. Die zwei sind schon recht früh Richtung "Canyonlands N.P." aufgebrochen. Und wir brechen Richtung "Denny's auf, wo wir sehr opulent frühstücken.
Eine halbe Stunde später sagen wir Moab mal wieder Good Bye und fahren nach Norden, um auf die Interstate 70 zu gelangen. Einige Meilen hinter Green River verlassen wir diese aber wieder und folgen dem Highway 24 Richtung Hanksville. Da wir schon in der Nähe sind, machen wir auch gern mal wieder einen kleinen Abstecher ins "Goblin Valley".
Mit einer Flasche Wasser in der Hand rücken wir den Kobolden auf die Pelle.
Metze ist heute bei weitem nicht so euphorisch wie bei früheren Besuchen hier.
Trotzdem hält er gut durch und das bei wieder sehr hohen Temperaturen. Im Anschluss dieses einstündigen Besuches geht es weiter bis nach Hanksville. Beim dortigen Tanken meldet sich Magnus plötzlich mit den Worten: "Papa mir geht's nicht gut!"
Und wenn er genau diesen Satzaufbau verwendet, weis ich, dass er es ernst meint. Ihm ist so richtig schlecht, ob es am Frühstück von heute morgen lag? Von meinen Wanderplänen die ich für heute habe, wusste er noch nix. Daran kann es also auch nicht liegen. Naja, ich bitte ihn etwas zu schlafen und wenn es schlimmer wird halte ich mal eben rechts an.
Er schläft tatsächlich ein, verschläft die Durchfahrt am "Capital Reef N.P., und wacht erst wieder auf, als uns dieses Rindvieh auf der Straße begegnet.
Wir befinden uns mittlerweile auf der höchsten Stelle des "Dixie National Forest", zwischen Torrey und Boulder. Der Kranke ist mit einem Schlag total wach und macht aus meiner Sicht einen guten Eindruck.
An einem der vielen Viewpoints halte ich, damit Metze mal etwas frische Höhenluft einatmen kann. Aber er mag nicht aussteigen, was meinen guten Eindrück von eben leider nicht bestätigt.
Hinter Boulder verschärft sich sein Zustand dann wieder. Als wir uns dem Campground zum "Calf Creek Trail" nähern, wird mir klar, dass das heute nichts mehr mit ihm wird. Statt nochmal im Zelt zu übernachten, entscheide ich mich für die Weiterfahrt zum "Bryce Canyon". Mit etwas Glück bekommen wir vielleicht ein Zimmer im Ruby's Inn. Auf den letzten Meilen des heutigen Tages bittet Metze um ein Tüte, um diese notfalls während der Fahrt zu "bespucken"(norddeutsches Vokabular). Tatsächlich muss ich einige Augenblicke später rechts am Straßenrand anhalten...
...danach fühlt er sich wieder etwas besser. Ich im übrigen auch, denn das Wageninnere hat nichts abbekommen. An der Registration des Ruby's Inn teilt man mir mit, dass noch wenige Zimmer frei sind und das sogar zu nicht allzu überzogenen Preisen.
Wir können unser Zimmer in der Elk Lodge gleich beziehen, sodas Magnus sich etwas hinlegen kann. Ich räume derweil den kompletten Wagen aus, um endlich wieder eine gewisse Grundordnung zu bekommen. Da das Thema Zelten nun abgeschlossen ist packe ich alles ordentlich zusammen. Man könnte meinen es geht morgen schon nach Hause.
Als das Auto nun so leer geräumt vor mir steht, finde ich, es hat eine Wäsche verdient. Da Metze's Lebensgeister auch wieder geweckt sind, fahren wir zum benachbarten Car Wash.
Das Ergebnis kann sich wenige Minuten später sehen lassen.
Auf Metze's Wunsch hin gehen wir zum Dinner ins Ruby's Inn. Er hat das Buffet vom letzten Jahr noch gut in Erinnerung. Mir dagegen sind andere Dinge vom letzten Jahr im Gedächtnis hängen geblieben. Nach einigen Minuten wird das auch alles wieder bestätigt. Am Nachbartisch wird mit vollem Elan in eine große Plastikwanne abgeräumt. Das die Teller dabei heil bleiben grenzt an ein Wunder. Ich empfinde es rundherum einfach nur schmuddelig, dazu kommt eine sehr unfreundliche Bedienung. Möglicherweise hatte sie schon einen langen Tag und die Jüngste ist sie auch nicht mehr, also Schwamm drüber. Solche Situationen kenne ich aus eigener Erfahrung. Magnus kann auf dem Buffet nichts nach seinem, ganz eigenen, Geschmack finden. So essen wir beide eine Kleinigkeit aus der Karte, was geschmacklich in Ordnung ist. Über die Rechnung, welche wir später präsentiert bekommen, hülle ich den Mantel des Schweigens. Habe schließlich schon genug gemeckert.
Als die Schatten immer länger werden, wird es endlich Zeit für einen kurzen Besuch im "Bryce Canyon N.P."
Wir fahren bis zum Sunset Point und gehen eine Weile spazieren. Ich bin überrascht, dass es noch so mild ist für diese fortgeschrittene Tageszeit.
Neben uns sind natürlich noch eine Menge Menschen unterwegs, die sich am Sonnenuntergang erfreuen. Nach mal wieder unzähligen Bildern fahren wir wieder zurück und statten dem General Store noch einen Besuch ab, das muß einfach sein.
Ohne das ganz große Schnäppchen geht es später auf das Zimmer. Dafür entdecken wir wenig später diese heißen Öfen.
Während es sich Magnus auf dem Bett gemütlich macht und in die Röhre starrt...
schnappe ich mir die Kamera und drehe draußen ein Runde.
Als die letzten Eindrücke des Tages digitalisiert sind, verschwinde ich ebenfalls im Bett.
Gute Nacht!
Dienstag, 7. Juli 2009
Bryce Canyon, UT - Death Valley, CA
Da wir uns mittlerweile zu richtigen Langschläfern entwickelt haben, ist es bereits 9 Uhr als wir wach werden. Bei Magnus ist soweit alles in Ordnung, dafür verspüre ich ein leichtes Kratzen im Hals. Gleich nach der Morgentoilette sprinte ich zum General Store und stehe vor dem Regal mit den kleinen Wunderheilern. Mit dem letzten Fläschchen "DayQuil-Cold & Flu" und einem Becher Kaffee sollte ich den drohenden Virus abwehren.
Als wir schon einige Meilen gefahren sind, frage ich hinten nach, wie die allgemeine Lage ist. Die schnelle Antwort lautet: GUT! Dann erwähne ich, dass wir auf den Zion N.P. zu steuern. Die Antwort lautet: GUT! Meinen Vorschlag zum Angel's Landing zu wandern, findert er aber nicht so gut. Okay, dann befahren wir mal eine ganz neue Strecke. An der Long Valley Junction biegen wir rechts in Richtung Cedar City ab. Nach wenigen Minuten geht es bereits ordentlich bergauf und wir sind mittendrin im "Cedar Breaks National Monument".
Während es mit den Höhenmetern bis auf knapp über 3000m geht, so fällt die Außentemperatur schon fast dramatisch ab. 15 Grad Celsius fühlen sich nach den vergangenen heißen Tagen doch sehr schattig an.
Nur im Shirt und kurzer Hose muss ich beim fotografieren nun wirklich aufpassen, mir keine Erkältung einzufangen. Aber die vielen Viewpoint bieten so grandiose Aussichten, dass ich an fast jedem anhalte und das eine oder andere Bild mache.
Auf einmal sind wir dem "Zion" wieder so nahe. Dieser Abstecher hat sich auf jeden Fall gelohnt. In Cedar City folgen wir der Interstate 15 Richtung Süden. Von jetzt an ist es erstmal vorbei mit spektakulären Ausblicken. In Vegas geraten wir natürlich in den ersten Stau seit Tagen. Vorbei an der Hotel Skyline lassen wir die Stadt der Illusionen links liegen und biegen auf die Blue Diamand Road ab. Nach unzähligen Ampeln und neuen Häusersiedlungen, verschwindet die Straße in den Bergen. Vegas wächst und wächst!
Da sich die Tanknadel nach so viel Fahrerei nach unten neigt, halten wir noch kurz in Pahrump. Über die Death Valley Junction gehts es eine knappe Stunde später hinein in den heißen Kessel. "Down into the Death Valley", da bin ich wieder. Am Visitor Center in Furnace Creek machen wir den nächsten Stop. Wir stellen fest, dass es ziemlich warm hier unten ist.
Vor knapp 6 Stunden stand die Themperaturanzeige bei 3000 Meter Höhe noch auf 15 Grad und nun bei ca. -58 Metern auf 47 Grad Celsius. Das sind Gegensätze die der Körper erstmal verkraften muss.
Nach so viel Fahrerei bin ich echt froh, als wir in Stovepipe Wells ankommen. Hier hatte ich schon vor Wochen ein Zimmer reserviert. Ursprünglich als Belohnung für den anstrengenden Hike zu Telescope Peak gedacht. Das es nun so gekommen ist, finden wir auch beide toll.
Wir bekommen ein Zimmer im 49ERS, mit direkten Blick auf die Sanddünen. Nachdem das Nötigste ausgeladen ist, ziehen wir unsere Badeshorts an und erfrischen uns im Pool.
All zu lange halten wir es nicht aus, denn der Saloon öffnet gleich und wir haben einen Bärenhunger. Das einzige was wir heute zu uns genommen haben, waren ein paar Chicken Tenders im "Wendys" in St George/UT. Das liegt aber nun auch schon einige Stunden hinter uns. Magnus ordert sich mal wieder ein Steak, er ist so richtig auf den Geschmack gekommen. Von diesem Riesenteil schafft er allerdings nur die Hälfte, der Rest landet auf meinem Teller.
Den Verdauungsspaziergang muss ich heute alleine machen, denn für Metze ist es noch immer viel zu heiß. Als ich den Sonnenuntergang erlebe, liegt er im klimatisierten Zimmer und wartet gespannt darauf das es dunkel wird. Dann kommen die Fledermäuse!
Und tatsächlich, kurz nach der Dämmerung ist es soweit und die ersten kommen angeflogen, um aus dem Pool zu trinken(saufen). Magnus nimmt diese ziemlich kleinen Tierchen erst nicht wirklich wahr. Er dachte die Fledermäuse seien viel größer und umschreibt diese dabei mit einer Handbewegung im Durchmesser von 20cm. Wir sind hier nicht bei Batman!
Es ist bereits stockfinster als wir den Pool verlassen. Als der Mond aufgeht schnappe ich mir Stativ und Kamera und versuche noch einige Bilder zu machen, was aber mal wieder ziemlich schwierig ist.
Kurz vor Ende meiner Fotosession werde ich noch ordentlich erschreckt. Nicht etwa vom American Werwolf sondern von 2 Kampjets die so tief fliegen, dass ich denke, die krachen jetzt irgenwo hinein. Das Problem ist, man hört sie, sieht sie aber nicht. Als mein Puls wieder unten ist, zappen wir uns eine Weile durchs Programm und schlafen anschließend ohne Klimaanlage ein.
Gute Nacht!
Mittwoch, 8 Juli 2009
Death Valley/CA - Los Angeles/CA
Unser letzter Tag in der Wildnis beginnt wieder recht früh. Die hohen Temperaturen im Zimmer lassen da kein Langschläferleben zu. Da ich die Klimaanlage aus Lärmgründen gestern Abend abgestellt hatte, fühlt es sich nun im Bett an wie im Brutkasten.
Um 8.30 Uhr ist alles verladen und Magnus strahlt, weil es endlich nach Los Angeles geht. Nicht etwa wegen der Stadt an sich, sondern wegen der Attraktion, die da morgen auf ihn wartet...
Wie schon vergangenen Dezember bei unserer Xmas Xpress Tour verlassen wir den Park in westlicher Richtung. Irgendwie habe ich heute keine Lust zum Fahren, aber es hilft alles nichts, wer soll es sonst tun?
Selbst der Blick auf die "Sierra Nevada" ändert nichts an der Tatsache, dass es bald vorbei ist mit einsamen Straßen und Beautiful Landscapes. Bald sind die Freeways überfüllt und ich muss höllisch aufpassen, im dichten Getümmel des Großraumes Los Angeles nicht vom rechten Weg abzukommen. Wir halten nur noch einmal in Mojave einer kleinen Stadt, um uns die Beine zu vertreten. Danach nimmte der Verkehr sehr deutlich zu und es gibt kein zurück mehr. Unser Kreis schließt sich so ganz langsam. Nach knapp 5 Stunden habe ich den schlimmsten Verkehr überstanden und fahre die Melrose Avenue entlang, um einige Besorgungen zu machen. Unser Hotel, das Sofitel direkt am Cedar Sinai Medical Center, finde ich auch ohne Umwege und Verfahrerei. Das grenzt an eine Sensation.
Wir nutzen natürlich den überteuerten Valet Parking Service, alle anderen Versuche den Wagen günstig abzustellen sind sowieso zwecklos in dieser Stadt. Am Front Desk geht es sehr zügig voran, nur kurz die Karte zur Identifizierung zücken, schon geht es auf das Zimmer mit Blick zum Beverly Center. Nach einem Bummel durch genannte Shopping Mall, genießen wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages am Pool. An der Hotelbar nehmen wir später lediglich noch einen kleinen Snack ein, ehe wir uns ins Zimmer zurückziehen und vor der Glotze einschlafen.
Gute Nacht!
Donnerstag, 9 Juli 2009
Los Angeles/CA - Universal Studios
Unser letzter voller Urlaubstag beginnt mit viel Sonnenschein. Den können wir heute auch sehr gut gebrauchen, denn ein Besuch der Universal Studios Hollywood steht auf unserem Plan. Für Magnus ist das der absolute Höhepunkt in den vergangenen 2 Wochen.
Nach einigen strapaziösen Touren hat er sich diesen Spaß auch verdient. Als wir vor Wochen den Urlaub geplant haben, versprach ich ihm, dass es bei einem guten Schulzeugnis in die Studios geht. Bei einem sehr guten Zeugnis gibt es sogar die "Front of Line" Tickets obendrauf. Am Ticketschalter strahlt er über beide Ohren, denn heute gibt es mal wieder keine Warteschlangen für uns.
Sein eigener Plan für die kommenden Stunden steht natürlich auch schon fest. Es ist die klassiche Runde. Vorbei am (an) "Jaws", dem Kiefer, Rachen oder Beißwerkzeugen, des wohl bekanntesten Weißen Hai's, geht es zur Studiotour.
Die ist nach wie vor recht interessant und abwechslungsreich. Auf dem im letzten Jahr abgebrannten Teil wird schon wieder fleißig aufgebaut. Die "Wisteria Lane" ist heute gesperrt, denn es laufen aktuell Dreharbeiten zur Serie "Desperate Housewives". Mich stört das überhaupt nicht, weil ich mir diesen "Käse" nicht anschaue. Am besten gefällt mir nach wie vor "Bates Motel" aus Alfred Hitchcock's "Psycho". Das ist doch wahre Filmgeschichte.
Nach der beschaulichen Fahrt durch die vielen Kulissen steht Action auf dem Plan. "Revenge of the Mummy-The Ride" schüttelt uns mächtig durch. Eine Achterbahnfahrt mit extremer Beschleunigung und viel Dunkelheit gepaart, löst bei Metze Angst aus und bei mir Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Wieder bei Tageslicht angekommen fällt mir ein, dass wir noch nichts gefrühstückt haben. Da Magnus noch keinen Appetit hat genehmige ich mir allein einen Hot Dog. Mit der Bitte etwas schneller zu Essen schleift er mich zu "Jurassic Park-The Ride". Ich glaube, das ist sein absoluter Favorit unter allen Attraktionen.
In der letzten Reihe sitzend tauchen wir ein in die Welt der Dinos.
Rechts und links tauchen Dino's auf, die uns mal erschrecken oder mit gezielten Fontänen nass spritzen. Es bleibt garantiert niemand trocken während der Fahrt.
Während die 2 kleinen sich um eine Packung Popcorn streiten, wartet Magnus gespannt auf die Fahrt zum T-Rex. In seinem Anblick und mit viel Getöse entkommen wir ihm bei der rasanten Schussfahrt.
Unten angekommen stellen wir gemeinsam fest, dass wir klitschnass sind. Also letzten Sommer war das nicht ganz so schlimm, so kommt es uns jedenfalls vor.
Im Anschluß folgen wir den Spuren der Feuerwehrmänner aus dem Film "Backdraft". Die Wärme der pyrotechnischen Effekte sorgt dabei für eine schnellere Trocknung unserer Kleidung. Minuten später sitzen wir wieder im Boot, schippern durch das Dinoland und werden erneut nass. Insgesamt kommen wir auf 4 Fahrten, wobei wir bei der letzten Tour ganz vorne, in der ersten Reihe, sitzen. Hier ist der Ausblick tatsächlich am schönsten und die Klamotten fühlen sich zum Schluss an wie frisch gewaschen.
Es ist bereits früher Nachmittag, da bemerkt Magnus, dass er noch nichts gegessen hat und bekommt Hunger. Es gibt natürlich Chicken Strips und French Fries. Die Bestellung nehmen keine Angestellten mehr auf, sondern Automaten via Touchscreen. Die Bedienung ist ziemlich einfach und es funktioniert alles reibungslos.
Frisch gestärkt geht es zu den "Simpsons", einer virtuellen Achterbahnfahrt.
Hier bewegt sich nur das Fahrgerät in dem man sitzt "leicht" in alle Richtungen. An das Dach, in Form einer großen Kuppel, wird dann der Trickfilm projeziert und man fühlt sich mitten drin im Geschehen.
In der relativ kurzen Wartezeit bis zum Beginn der "Fahrt"...
...gibt es noch Sicherheitshinweise auf eine ganz besondere Art. So sind sie eben, die Simpsons (oder Amis)
Nach mehreren Fahrten mit dem Ferris wheel... oder was immer es sein mag, besuchen wir den Terminator, Shrek, Die Creatur aus der schwarzen Lagune, Universals Animal Actors, erneut The Simpsons Ride und auch noch einmal die Studio Tour.
Zum Abschluss eines langen Tages, sehen wir uns natürlich das Actionspektakel "Waterworld" an. Zum Glück sitzen wir sehr weit oben und werden von den unzähligen Wasserfontänen der Jetskis nicht getroffen. Ansonsten sind wir wieder mächtig begeistert von der Show...
... und vom Einsatz der Schauspieler!
Nach fast 10 Stunden Entertainment sind wir beide ziemlich müde und schreiten über den roten Teppich aus den Park. Im benachbarten Hard Rock Cafè lassen wir den Tag beim Dinner nochmals an uns vorbei ziehen und sind uns einig, dass es sich mal wieder gelohnt hat. Zurück im Hotel fallen wir recht schnell in unsere Betten.
Gute Nacht!
Freitag, 10 Juli 2009
Lax-Muc-Ham
Die letzten Stunden in der Stadt der Engel liegen vor uns. Nach einem köstlichen Frühstück im Hotel machen wir uns so nach und nach fertig für den Checkout. Punkt 12 Uhr rollen wir mit unserem Mazda Richtung Santa Monica, denn hier wollen wir den Nachmittag verbringen. Nach Beachbesuch und "Third Street Promenade" entdecke ich sogar noch einen "REI" Laden und stöbere eine Weile durch die Regale und Gänge. Ehe wir uns versehen, ist es an der Zeit zum Flughafen zu fahren.
Da stehen wir nun mit Sack und Pack bei der "Hertz" Autovermietung und müssen uns nach 2265 Meilen (3645km) von unserem treuen Begleiter verabschieden. Ich traue allerdings meinen Augen nicht, als ich unweit von hier einen schneeweißen Ford Flex entdecke. Der steht immer noch an der gleichen Stelle wie vor 2 Wochen...vielleicht irre ich mich aber auch, lustig finde ich es trotzdem.
Nachdem wir unsere Bordkarten in den Händen halten, informieren wir uns erstmal über den aktuellen Status unseres Fluges. Alles scheint pünktlich zu sein und Magnus kann es kaum noch abwarten, endlich nach Hause zu kommen.
Pünktlich um 21.15 Uhr verlässt der Airbus A340-600 Los Angeles mit dem Ziel: HEIMAT!
An dieser Stelle schließt sich das Reisetagebuch der "Heat Wave Tour 2009".
Vierzehn ereignisreiche und unvergessliche Tage liegen hinter uns.
Danke Metze, dass Du so gut durchgehalten hast. Kommst halt doch nach mir!
Das müssen wir unbedingt mal wieder machen!
Bis bald!