High Desert Trail Mix 2010

USA..., der Südwesten..., das Colorado Plateau..., Canyon Country..., Dirt Roads..., Slickrock Trails..., MOAB!

Endlich gibt es ein Wiedersehen mit meinem persönlichen Hotspot in den Staaten.

Moab ist das Mekka für JEEPer, HIKER und MOUNTAINBIKER. Unzählige Trails lassen kaum Wünsche offen. Während ich in den letzten Jahren meisten zu Fuß oder mit dem Geländewagen unterwegs war, so ändert sich diesmal alles. Seit Anfang diesen Jahres bin ich begeisteter Mountainbikefahrer!  


 

Sonntag, der 3.10.2010

Heute Nachmittag noch auf tiefgelegenen norddeutschen Forstwegen unterwegs,

unterwegs im "Sunder" am 3.10.2010

zwischen Pilzsammlern und meinem Fotografen "Metze",

demnächst auf meinem individuellen "High Desert Trail Mix" rund um Moab...


Mittwoch, der 13. Oktober 20.30 Uhr

Im "Motel One", welches sich in direkter Flughafenumgebung befindet, beginnt für mich schon heute Abend der Urlaub. So kann ich mich morgen früh in aller Ruhe zum Abflug begeben. Der Checkin hier verläuft so freundlich wie ich es selten erlebt habe. Hier gibt es die volle Punktzahl von mir. 

Nachdem ich Zimmer Nr. 444 bezogen habe, gönne ich mir noch einen Sandwich und ein Feierabendschoppen. An der Rezeption ist ein reges Treiben zu beobachten. Ohne Vorreservierung ist für heute nix mehr zu bekommen. Mich wundert das natürlich nicht bei diesem Konzept hier. Der Einzelzimmerpreis ist scheinbar jeden Tag gleichbleibend und beträgt gerade mal 59,-€, was bei der Lage des Hotels und beim Design der Zimmer echt günstig ist. Weniger ist halt manchmal mehr! Achja, Frühstück kostet 7,50€ und ist exklusiv erhältlich. Da ich meine Essgewohnheiten seit einiger Zeit grundlegend geändert habe, werde ich wohl morgen früh mit nüchternen Magen auschecken. Ich freue mich aber schon jetzt auf den Kaffee am Abfluggate.

Gute Nacht!


Donnerstag, der 14. Oktober 2010  HAM-FRA-DEN

Moin Moin, mein Wecker klingelt 6.00 Uhr!!! Da bin natürlich schon längst wach und habe die neuesten Nachrichten gelesen. Die Bergleute in Chile sind alle gerettet, Glück auf! Gestern waren wir laut "BILD" noch alle Chilenen und was sind wir heute??? Okay, ich bin für die nächsten Tage Obama...

Das gestern Abend georderte Taxi steht genauso überpünktlich am Hoteleingang wie ich auch. Der Taxidriver ist trotz der recht kurzen Fahrtstrecke sehr freundlich. Nach wenigen Minuten endet die Fahrt am Terminal 2 des Hamburger Flughafens. Die erste Welle scheint schon durch zu sein, denn an den LH-Schaltern ist kaum etwas los. Selbst an der Sicherheitskontrolle gibt es keine Wartezeiten. Einzig an den neuen Körperscannern staut es sich etwas...

Angelockt von frischem Bäckereiduft zieht es mich zu Marché und ich genehmige mir nun doch Frühstück namens "Heidi". Kaffee, Croissant, Brötchen, Zimtfranzbrötchen und endlose Marmeladen sind eigentlich zuviel für mich...,eigentlich!

Exakt um 9.30 Uhr heulen die Triebwerke der A321-100 Limburg auf und 37 Sekunden später erhebt sich das Bugrad gen Himmel. Ich sitze diesmal ganz vorne in der vierten Reihe, habe die Turbinen also hinter mir. Für mich ein ganz neues Fluggefühl. Nach wenigen Minuten durchstoßen wir die Wolkendecke und von nun an scheint die Sonne. Auf das Frühstück, welches serviert wird verzichte ich. "Heidi" liegt mir noch immer schwer im Magen.;-)

Die Landung um 10.30 Uhr in Frankfurt ist butterweich und wenige Augenblicke geht's via Skytrain zum Terminal C Ausgang 16. Herzlich Willkomen in unserer Lufthansa Lounge klingt es mir entgegen.

!!!An alle Leser dieser Zeilen!!! Ich habe weder im Lotto gewonnen, noch mein Girokonto ruiniert, sondern mein Miles and More Konto geplündert.

90.000 gesammelte Flugmeilen habe ich gegen einen Freiflug in der Business Class eingetauscht. Ich finde das ist kein schlechter Deal, oder? Das Buffet ist wirklich lecker, doch "Heidi" hält mich für den Moment noch davon ab hier irgendetwas anzurühren.

Naja, ich habe ja noch eine Stunde Zeit...

Ich habe mich gerade in den weichen Polstern niedergelassen, da kommt die neue Königin der Lüfte um die Ecke gebogen. Die A380 ist schon ein ganz schöner Klopper, jedoch finde ich die Boeing 747 irgendwie majestätischer. Nach kurzer Faszination widme ich mich dem Schreiben dieser Zeilen.

Bereits vor einigen Tagen haben sich Guido, Karl-Hubert, Anita und Hartmuth, Torsten und all diejenigen die ich gerade vergessen habe, bei mir gemeldet um mir alles Gute zu wünschen. Danke!

Danke auch Enrico, Nicole und Pamela für Eure Hilfe bei der Hotelübergabe!!!

Während ich so in die Tasten meines Laptops haue, schrecke ich kurz zusammen. Es ist bereits kurz vor 13 Uhr und das Boarding müsste doch nun so ganz langsam beginnen? Und überhaupt, es kam noch nicht mal eine Durchsage... bin ich überhaupt richtig hier? In der äußersten Ecke sitzend, packe ich schnell meinen Kram zusammen und gehe ganz ruhig zum Schalter...

...alles ist in Ordnung! Hier geht es wirklich sehr ruhig zu, fast zu ruhig. Da vergisst man(n) schonmal Zeit und Raum. Wobei mir das Gefühl für Zeit und Raum in diesem Jahr sowieso vollkommen abhanden gekommen. Das ist jedoch eine andere Geschichte...

Das Boarding beginnt dann aber doch recht pünktlich und ich sitze, so wie auf dem Flug von Hamburg nach Frankfurt auf Sitz 4a. Kein Wunder, ich habe mich ja gestern am späten Abend noch selbst eingecheckt. Das Platzangebot hier ist schon überragend und nachdem ich alle Knöpfe zum verstellen meines Sessels ausprobiert habe, warten alle darauf endlich loszufliegen. Es kommt auch prompt das Kommando "all doors in flight", aber ca. eine halbe Stunde tut sich garnix. Selbst Kaptain Kirk meldet sich nicht. Stattdessen bemerke ich nach einem Schulterblick, dass die A380 von Lufthansa kurz vorher das Gate verlassen hat und nun das Vorfeld blockiert. Wir müssen warten... Als es dann endlich losgeht, sehe ich wie die Königin der Lüfte eine kleine Runde dreht und wieder am Gate anlegt. Technische Probleme?

Wir starten unterdessen kurz vor halb drei Richtung Denver. Die Turbinen jaulen auf und nach 56 Sekunden  fliegen wir davon...

Noch ein kurzer Blick auf das Stadion von Eintracht Frankfurt, sowie die "Skyline" von Mainhattan und dann drehen wir ab Richtung Westen.

Ich bin dann mal weg...

Als die Reisehöhe erreicht ist gibt es erstmal einen Drink. Mir fällt gerade ein, dass es vor dem Start auch schon etwas flüssiges gab. Dann werden die Speisekarten gereicht. Es stehen jeweils 3 verschieden Vorpseisen, Hauptgerichte und Desserts zur Auswahl. Achja, nicht zu vergessen die weißen Stoffservietten, welche auf den Klapptischen paltziert werden. Für einen Moment fühle ich mich underdressed.

Meine Menü sieht wie folgt aus:

Vorspeise: Thunfischpastrami (diese Wort hatte ich vorher noch nie gehört) im Sesam Mantel mit Glasnudeln

Hauptgericht: Riesengarnelen auf Currysauce und Zartweizenrisotto

Dessert: Obstsalat mit Weintrauben (ach wie ordinär)

Über die alkoholischen Getränke, die währenddessen so durch meine Kehle flossen, möchte ich nicht näher eingehen. Aber eines steht fest: Alles war sehr gelungen angerichtet und hat auch genauso lecker geschmeckt. Ebenso loben möchte ich an dieser Stelle die Cabincrew. Alle sind sehr freundlich und aufmerksam.

Großes Kino an kleinem Display während des Essens durfte natürlich nicht fehlen. Das A-TEAM hat mich für knapp 2 Stunden in die 80iger Jahre verstetzt. Selbst heute noch sagt Hanniball:"Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert..."

Der Blick auf Grönland ist atemberaubend schön wie immer. Von hier aus sind es noch ca. 5 Stunden zu fliegen. Die aktuelle Flughöhe ist 10.363 m, bei einer Geschwindigkeit von 898 km/h und die Außentemperatur beträgt -45 Grad Celsius.

Meinen Sitz habe ich mittlerweile in die Schlafposition gebracht. Es ist unglaublich entspannend so zu liegen, nur müde bin ich überhaupt nicht. Da hat man schon mal die Gelegenheit bequem im Flieger zu reisen, aber an Schlaf ist nicht zu denken. So zappe ich mich durch das Programm und schaue mir eine neue Verfilmung von Robin Hood an. Zu Hause würde ich niemals auf die Idee kommen mir so etwas anzusehen. Es ist halt Urlaub...

Kurz vor der Landung wird erneut fein gespeist. Das gleiche Prozedere wie vor einigen Stunden. Diesmal genehmige ich mir Tafelspitz in Aspik mit Meeretich und Bündner Gerstensalat. Wieder toll angerichtet und sehr delikat. Was mich am meisten begeistert ist die Tatsache, dass es sich um kleine leichte Speisen handelt und man trotzdem satt wird.

Bei einem flüchtigen Blick aus dem Fenster staune ich nicht schlecht als ich die Windkrafträder entdecke. Alles wird irgendwie "green" bei den Amis.

Mit etwa 10 Minuten Verspätung landet die A340-600 sicher, soft und weich auf dem Denver International Airport. Die Sonne brennt bei angenehmen 20 Grad Celsius. So kann es von mir aus die ganze Zeit bleiben.

Der Weg zu den Einreisebeamten zieht sich wie ein Gummi. Da ich so ziemlich als erster die Maschine verlassen habe, bringe ich die Kontrolle ohne Wartezeit hinter mich. Die üblichen Fragespielchen nach dem Wieso, Weshalb, Warum usw. verlaufen entspannt. Mein Gegenüber outet sich auch als Mountainbiker, der öfters mal in Moab unterwegs ist. Anschließend stelle ich mich ans Gepäckband und warte ca. 10 Minuten. Dann endlich kommt meine Tasche und ich atme tief durch. 

Jetzt nur noch raus aus dem Flughafen und den Alamo Shuttlebus suchen. Das Wort Suche kann ich mir aber schenken, es stehen sogar 2 Busse bereit. Im Alamo Center  gibt es nicht mal eine Schlange. Ich darf mich sofort zum Schalter bewegen. Die Konversation dort gestaltet sich ziemlich schwierig. Mein "Brother" von gegenüber spricht so undeutlich, dass ich plötzlich sogar nicht mehr deutsch denken kann. Er möchte gerne noch meine Handynummer haben. Diese ist mir gerade entflogen...und erst nach mehreren Fehlversuchen bekomme ich es hin, sie auf englisch zu übermitteln. Den Versuch einen größeren Wagen zu mieten lehne ich dankend ab. In der Choise Line stehen ca. 7 SUV und ich entscheide mich für einen GMC Terrain. Die Kiste ist doch vollkommen ausreichend für einen "Lonesome Rider".

 

Von Alamo fahre ich natürlich auf direkten Weg zum "Holiday Inn & Suites" welches sich in unmittelbarer Umgebung befindet und beziehe mein Zimmer. Als erstes koche ich mir einen leckeren Kaffee und schreibe nebenbei ein paar Zeilen.

Es fällt mir allerdings schwer mich zu konzentrieren, weil nebenbei der Fernseher läuft. Jim Carrey als "Der Dummschwätzer" gibt gerade auf ABC-Family sein bestes. Ich gebe natürlich auch mein bestes, auch wenn sich so langsam Müdigkeit einstellt. Im benachbarten " Sporting News Grill" gibt es noch ne Kleinigkeit ehe es ins Bett geht.

Gute Nacht!


Freitag, der 15.10.2010 Denver-Moab

Good Morning America! Gestern Abend sind mir gegen 22.30 Uhr (Ortszeit) die Augen zugefallen. Aufgewachen tue  ich heute morgen gegen 9.00 Uhr (allerdings MEZ)!!! Ich habe es nicht mal geschafft 3 Stunden zu schlafen. Das ist, so glaube ich, ein neuer persönlicher USA-Urlaubsrekord. Alle Versuche mich nochmal in Morpheus Reich zu begeben scheitern.

Da sogar die Kaffeemaschine in meinem Zimmer heute morgen ihren Dienst verweigert, hole ich mir eben in der Lobby meinen Kaffee. Bei der Gelegenheit gehe ich gleich mal an die frische Luft und mache fleißig Nachtaufnahemen.

Die Aussicht auf leere Freeway's in Denver bewegen mich dazu bald aufzubrechen. Als ich den Motor starte und die Automatik auf R stelle, öffnet sich plötzlich im Rückspiegel ein kleines Display! Die Kiste hat eine Rückfahrkamera...das ist mir gestern überhaupt nicht aufgefallen.

Die Auffahrt zur Interstate 70 habe ich natürlich gleich mal verpasst und so finde ich mich nach 10 Minuten an meinem Hotel wieder. Nacht's in einer fremden Stadt, dazu ohne Navi, da kann das schon einmal passieren. Neben einigen Trucks ist wirklich nicht viel los auf der Straße. Die größte Gefahr geht von den Deer's (das gemeine Reh) aus. Unzählige Schilder warnen zu äußerster Vorsicht. Auf einem Abschnitt, an dem rechts und links nur Betonbegrenzungen zu sehen sind ist es dann auch soweit. Auf der rechten Fahrbahnseite wird gerade ein überfahrenes Deer vom Straßendienst beiseite gezerrt. Auf der linken Seite sitzt ein weiteres seelenruhig direkt neben der Fahrbahn und alle Autos rasen hier mit 65 mp/h daran vorbei. Ob es heute Abend noch lebt, darf sehr stark bezweifelt werden. Die Interstate windet sich immer höher in die Rocky Mountain's. Die Fahrt durch den Eisenhower Tunnel ist dann der Höhepunkt, nun sind ca. 3400m erreicht. Die Außentemperatur beträgt schattige -4,44 Grad Celsius und ich sitze im T-shirt hinterm Steuer. Irgendwo zwischen Dillon und Vail werden die Skihänge schon künstlich bearbeitet. Ich wundere mich erst warum mitten in der Nacht die Hänge beleuchtet werden, dann jedoch bemerke ich, dass es sich hier um Schneekanonen handelt. In Beaver Creek mache ich dann einen Frühstücksstopp bei Denny's. Der "All American Slam", den ich bevorzugt immer in dieser Lokalität esse, war nicht der ganz große Brüller. Vielleicht lag es auch an der recht frühen Stunde. Als es endlich heller wird, macht das fahren auch viel mehr Spass. In Rifle schlendere ich eine halbe Ewigkeit durch einen Walmart. Im riesigen Einkaufswagen finden sich später zwei Deosticks und eine Dose Kaugummis wieder. Anschließend fahre ich gemütlich weiter gen Westen und erreiche ganz entspannt Moab.

Ich bin dann mal hier...

Ein geiles Gefühl wieder da zu sein. Zuerst geht es  zu meinem Mountainbike Vermieter, um mir den Laden mal anzuschauen. Marshall, der Boss, begrüßt mich sehr freundlich und gibt mir sogleich ein paar Empfehlungen für die kommende Woche. Mein Bike ist morgen früh um 8 Uhr für mich abholbereit.

Mit diesen positiven Eindrücken fahre ich direkt zum Greenwell Inn, meinem Quartier für die nächsten Tage. Sehr freundlich frage ich Rachelle an der Rezeption, ob es möglich ist schon einzuchecken. Sie beordert sofort den Zimmerjungen herbei und eine knappe Stunde später darf ich mich ausbreiten.

Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals eine Woche in den USA in einem Hotel/Motel verbracht zu haben. Bei solch einer Gelegenheit räume ich doch tatsächlich meine Tasche komplett aus.

Moab ist mal wieder total voll, auf der Mainstreet ist echt die Hölle los. Alle sind sie da, die Hiker, Biker und Jeeper...

Ein Wagen ist schöner als der andere. Morgen wird es noch verrückter werden, denn die Marathonläufer fallen hier ein. Am Samstag findet hier ein Halbmarathon statt.

Für eine halbe Stunde lege ich mich mal an den Pool und mache die Augen zu. Die Sonne brennt allerdings noch immer so heiß, dass ich es nicht lange aushalte. Mir heute noch nen Sonnenbrand einfangen muß ja auch nicht sein. Später gehts noch zum City Market und danach spaziere ich noch etwas die Straße auf und ab. Nun macht sich die Zeitverschiebung in Verbindung mit dem fehlenden Schlaf bemerkbar. Ich fühle mich total erschöpft und werde langsam müde. Doch vor 22.00 Uhr darf ich mich noch nicht hinlegen. Da muss ich nun noch 5 Stunden kämpfen. Da mein Zimmer gut temperiert schreibe ich einige Zeilen für meinen Reisebericht. Zum Abendessen gehe ich ins benachberte "ZAK". Hier gibt es meinen geliebten BLT Sandwich. Für einen Absacker in "Woody's Taverne" reicht es heute nicht mehr, aber vielleicht ja morgen.

Gute Nacht!


Samstag, der 16.Oktober 2010   

Moinsen! Nach 6 Stunden Schlaf (juchu) bin ich wieder fit. Es ist zwar trotzdem noch viel zu früh, aber es sind gute Fortschritte bei der Nachtruhe zu erkennen. Da ich Kaffeemaschine und einen einigermaßen "gut" gefüllten Kühlschrank habe, genehmige ich mir ein kleines Frühstück auf dem Zimmer. Mit leerem Magen auf eine Biketour zu gehen könnte ungesund sein.

Als es so langsam hell wird gehe ich zum Wagen, um schon mal die Rückbank umzuklappen. Achja, seit einer knappen halben Stunde röhrt ein Bus so vor sich hin. Da denkt aber jemand nicht an die Umwelt, bzw. an schlafende Hotelgäste. Die Koffer sind exakt ausgerichtet und warten darauf verladen zu werden. Das sieht nach deutscher Gründlichkeit aus, oder? Nee, aus dem Pancake House kommt ein Grüppchen asiatischen Touristen und begibt sich zum Bus. Jetzt kopieren die sogar schon unsere Tugenden.

Ich schaffe es derzeit meinen Wagen für mein Bike fertig zu machen und düse ab zu...

..."Uranium Bicycles". Pünktlich um 8.00 Uhr stehe ich vor der alten Tanke, die vor einigen Jahren umfunktioniert wurde.

Bei Marshall bezahle ich als erstes die Miete für eine Woche. Dann gehen wir zusammen vor die Tür und er zeigt mir ein nagelneues Moutainbike. Ich bekomme ein "GT Force Expert", der Rahmen aus Karbon und ansonsten nur feinste Teile, von der Gabel bis zum Stoßdämpfer. Er erzählt mir, daß er viele Bikes nach kurzer Zeit an jedermann weiter verkauft. (Shipping to Europe for two hundred extra Buck's) Für dieses Bike verlangt er 2.700$!!! Ich lächele smart zurück. Nachdem Klickpedalen dran sind und die Dämpfer auf mein Gewicht eingestellt sind, drehe ich eine Minirunde vor der Garage. Soweit ist alles in Ordnung. Marshall empfielt mir für heute den Slickrocktrail mal abzufahren. Da wollte ich sowieso hin, warum eigentlich nicht gleich damit beginnen?

Leider bekommen wir das MTB nur mit ausgebauten Vorderrad in den Kofferraum. Macht aber nix, denn innerhalb einer Minute ist das Rad demontiert oder auch montiert. Ich entschließe mich zum Hotel zurück zufahren, um das Auto hier stehen zu lassen. Über die Mainstreet und Centerstreet gehts "direkt" zum Trailhead. Es geht natürlich nur bergauf, so richtig steil in Serpentinen. Ich bin wohl der einzigste der nicht mit dem Auto direkt zum Parkplatz fährt. Okay, ich gebe zu, die Entfernung in Kombination mit dem stetigen Anstieg habe ich unterschätzt. Woher sollte ich das auch wissen? Hierher hat es mich noch nicht verschlagen. Nach gut 45 Minuten stehe ich am Trailhead und bin bereits das erstemal total ausgepowert.

Ich staune nicht schlecht als ich sehe was hier so alles unterwegs ist. Egal ob mit dem MTB, dem Motorrad(Enduro) oder dem Jeep. Das hier ist der größte Outdoorspielplatz der Welt...

Ich bin noch keine Minute unterwegs, da bleibe ich vor Ehrfurcht an der ersten Abfahrt stehen. Wow, da muß ich mich aber vorsichtig herantasten. Das hier hat alles nicht mit norddeutschen Forstwegen zu tun.

Das ist ein echtes High Desert Abenteuer und schon nach wenigen Minuten atme ich tief durch. Der erste Downhill ist geschafft ohne mich zu überschlagen.

That was just the beginning!

Von jetzt an geht es nur noch hoch und runter. Teilweise extrem steil, so steil das ich beim "bergauf" fahren trotz kleinstem Gang absteigen muß. Meine größte Angst dabei ist es, nicht schnell genug die Schuhe von den Pedalen ausgeklickt zu bekommen. Nach zwei brenzligen Situationen bemerke ich aber das alles auf "easy ausklickend" eingestellt ist. Mit meinem Bike bin ich momentan noch überfordert. Das Setup stimmt noch nicht so ganz und ich denke mir, dass ist ja schlimmer als bei der Formel 1. Die Verstellmöglichkeiten an den Dämpfern sind mit dem was ich zu Hause am Rad so habe, nicht zu vergleichen. Irgendwann habe ich den Dreh dann heraus und es wird besser. Nun ist es wichtig, daß der aufkommende Mut nicht vom Übermut abgelöst wird. Ein unachtsamer Moment und man(n) stürzt gegebenfalls so richtig brutal auf dem Slickrock und dann gehts in die Tiefe.

 

Es eröffnen sich vollkommen neue Blicke. Hier ist der nördlichste Teil von Moab zu sehen.

Hier ist hinten links  ein Teil vom Arches N.P. zusehen.

Bei einer Pause komme ich mit einer Gruppe Ami's zusammen. Die Jungs kommen aus Provo/Utah und sind sehr gesprächig. Als ich erzähle das ich allein unterwegs bin, fragen sie, ob ich mich nicht dem Team anschließen möchte. Ich freue mich natürlich und so treten wir gemeinsam in die Pedalen. Schnell bemerke ich das auch sie keine Profis sind und an jedem extrem steilen Anstieg absteigen müssen. Selbst das Rad zu schieben ist so kräfteraubend wie ich es mir nie hätte vorstellen können. Mein Rucksack ist auch viel zu schwer! Das mal nur so neben bei erwähnt. Fairerweise gilt es zu erwähnen, daß einige Biker die schier unmöglichsten Steigungen schaffen ohne vom Rad abzusteigen. Das klappt aus meiner Sicht nur, wenn Körper und Material 100 prozentig aufeinander abgestimmt sind.

Die  körperliche Fitness ist dabei enorm wichtig und nicht zu vergessen. Nach knapp 3 Stunden hier, bin ich bzw. sind wir mit den Kräften am Ende. Die viele Treterei im kleinsten Gang kostet Kraft ohne Ende. Ich muss höllisch aufpassen bei einigen extrem steilen Downhills nicht kopfüber den Abflug zu machen. Also den Sattel weiter runter stellen, stehend den Arsch weit nach hinten verlagern und nicht zuviel mit dem Vorderrad bremsen.

Als ich kurz vorm kollabieren bin, lege ich eine Pause ein und genieße den Blick runter zum Colorado River. Nach einigen Minuten kommen die völlig erschöpften Ron und Ben und gesellen sich dazu. Laut GPS liegen noch 3 Meilen vor uns. Das hört sich wenig an, aber wenn die Kraft weg ist sind 3 Meter schon zuviel. Die letzten Anstiege schieben wir in Gruppe sozusagen. Mir tut mittlerweile alles weh und die Puste is wech. Erst als wir von weitem den Trailhead sehen, werden wieder Kräfte frei gesetzt und es geht für heute zum letzten mal auf und ab. Für den 10,5 Meilen (knapp 17 Km) langen Slickrocktrail brauchen wir fast 4 Stunden.

Kurze Zeit später verabschieden wir uns und während die Jungs heute noch die 4 Stunden zurück nach Provo fahren, geht es für mich direkt downhill zu Marshall.  Der grinst als er mich sieht. Sehe ich etwa so fertig aus? Nach einem kurzen Smalltalk macht er die Kette sauber und ich düse ab zum Hotel. Jetzt nur noch Badeshorts an und sofort rein in den Pool. Die nächste Stunde verbringe ich auf der Liege. Ich bin jetzt mal ganz ehrlich und gebe zu, daß dieser Trail mich an meine körperliche Leistungsgrenze gebracht hat. (die Höhe hier und das Jetlag kommen auch noch dazu ;-) Die restlichen Stunden verbringe ich damit meine müden Glieder wieder fit zu bekommen. Profifußballer laufen ja nach jedem Bundesligaspiel nochmal aus. Das heißt, ich muß sofort wieder auf's Bike? Okay aber erst morgen...

...Bis dann!


17. Oktober 2010

Good Morning Moab, Where Adventures Begins...

Nach unglaublichen 8 Stunden Schlaf fühle ich mich fit für ein neues Abenteuer. Es ist erst 4.30 Uhr und somit noch etwas zu früh um draußen aktiv zu werden. Da mein Kaffeevorrat aufgebraucht ist, fahre ich zum Citymarket und hole mir bei Starbucks einen großen Becher mit meiner Morgenmedizin. Frühstücken tue ich allerdings wieder auf dem Zimmer. Unterhalten werde ich TV dabei von Sarah Connor und Arnold Schwarzenegger! Hasta la vista, Baby...ja, so fängt der Tag doch gut an.

Später verlasse ich Moab in nördliche Richtung und biege nach 16 Meilen links in die Mill Canyon Road ab.

Heute vormittag steht der M&M Trail auf dem Programm. Nein, nicht Marco Metzing Trail, sondern Monitor and Merrimack Trail.

Während Moab heute früh etwas wolkenverhangen ist, scheint hier bereits die Sonne. Außer mir ist keine Menschenseele zu entdecken. Selbst im Trailregister sind in den vergangenen Tagen nicht viele Einträge zu finden.

Nachdem das Vorderrad montiert ist...

...setze ich mich in Bewegung. Die heutige Tour kann man mit der gestrigen überhaupt nicht vergleichen.

Was nicht heißen soll, daß es sich um eine Spazierfahrt handelt. Auf dem ersten Streckenabschnitt geht es nur bergauf. Ja ich weiß, auf dem Foto sieht es doch garnicht so steil aus. Viele sandige Passagen kosten dennoch unglaublich viel Kraft, denn ständig dreht dabei das Hinterrad durch.

Erst auf dem Slickrock komme ich wieder viel besser voran. Im Hintergrund erkenne ich dann auch recht schnell "Monitor an Merrimack".

Die Wegstrecke ist, wie auch gestern auf den Slickrocktrail, mit weißer Farbe markiert. Auf diese Weise soll keiner vom rechten Weg abkommen. So ganz alleine auf weiter Flur ist schon ein eigenes Gefühl. Irgendwo in der Ferne höre ich lediglich Motorengeknatter.

Derweil packe ich meine kleine kompakte "Zony" Kamera heraus und versuche einige "Actionbilder" zu machen. Es ist echt blöd wenn man niemanden dabei hat der einen mal ordentlich fotografiert.

An dieser Location verbringe ich 15 Minuten um 2 halbwegs brauchbare Bilder zu bekommen. Die 10 Sekunden Puffer vom Selbstauslöser sind mal zuviel und mal zuwenig Zeit. So gesehen bin ich auch ohne Rad immer sehr aktiv unterwegs.

Kurz vor Ende des Loop's komme ich an eine besonders schöne Stelle. Die Laubverfärbung sieht einfach fantastisch aus. An dieser Passage ist allerdings mit dem Rad kein durchkommen. Tiefer Sand soweit das Auge reicht machen es einfach unmöglich.(auch wenn nicht so aussieht) Kurz dahinter kommen mir nun doch noch 3 Biker entgegen, welche den Trail in entgegengesetzter Richtung fahren. Am Trailhead macht sich gerade ein Gruppe Jugendlicher bereit zum Hiking. Ich bin derweil abfahrbereit und cruise entspannt zurück Richtung Moab. Mir kommt die Idee nochmal hoch zum Slickrocktrail zu fahren. Gestern hatte ich ja kaum Gelegenheit Bilder zu machen. Erstens hatte ich mich ja der Gruppe angeschlossen und zweitens war zu viel Verkehr auf dem Maintrail. Meine kleine Kamera hätten die wilden Biker doch glatt übersehen und womöglich platt gemacht. Mein Plan ist es heute den "Practise Loop" im Slickrocktrail zu fahren. Ein Übungstrail im Haupttrail sozusagen!

So gegen 14.30 Uhr stehe ich mal wieder am Trailhead. War ich gestern noch geschockt von den ersten Passagen, so gehe ich heute alles viel routinierter an.

Der Practise Loop ist auf keinen Fall einfacher zu fahren, sondern dient lediglich zum üben für die ganz große Runde.

Apropos große Runde! Gestern habe ich mir den "Moutain Biking Moab Pocket Guide" gekauft. Über den Slickrocktrail steht folgendes geschrieben.

Aproximate riding time: 1.5 to 5 hours. This isn't a misprint. Riders in excellent shape can crank this out in 1.5 hours. Others sometimes miscalculate the time it takes to walk the steeps. Don't be caught in the dark on the rock.

 

Da ich mit dem Bike heute viel besser zurecht komme als gestern, schaffe ich diesmal auch mehr Anstiege ohne absteigen zu müssen.

Die Sache mit der Fotografiererei inkl. Selbstauslöser gestaltet sich aber noch schwieriger als heute morgen. Oft reichen die 10 Sekunden nicht aus, um rechzeitig wieder im Sattel zu sitzen und in die Pedalen zu treten. Es dauert Ewigkeiten bis einige brauchbare Bilder entstehen.

Zum Glück ist auf diesem Trail nicht allzuviel los und ich werde somit nicht zum Hindernis. Im Hintergrund sind übrigens die La Sal Mountains zu sehen.

Mit einem rasanten Downhill verabschiede ich mich für heute von meinem "High Desert Trailmix".

In Moab erkundige ich mich noch nach einer Infrarotfernbedienung für meine große Kamera. So könnte doch ich einige Selbstfotos geschickt vom Rad aus machen. Doch leider gibt es nix passendes und so werde ich auch morgen wieder mit der kleinen herumhantieren und meinen Spaß haben.

Bis dann!


Montag, der 18. Oktober 2010

Neuer Tag = Neues Glück? Nee, ich glaube nur an Schicksale!

Doch bevor ich so richtig loslege, möchte ich den "Stauproduzierer" grüßen. Hey Du, natürlich kenne ich die Ergebnisse der 3.Liga. Nur die SGD!!!

Wie jeden morgen gilt mein erster Blick dem Himmel über Moab. Auch heute scheint die Sonne, allerdings hinter einer dicken Wolkendecke. Auf den Wetterbericht kann man sich tatsächlich verlassen. Erst im Verlauf des Tages könnte sich die Sonne mal blicken lassen. Trotzdem packe ich meinen Kram ins Auto und überlege mir in welche Himmelsrichtung ich aufbreche. Einzig westlich von Moab sieht es etwas heller aus, also hole ich meinen Bike Guide heraus und suche mir einen passenden Trail. Nach 10 Minuten breche ich Richtung Kane Creek auf.

Am Trailhead zum "Amasa Back" beginne ich mit der täglichen Prozedur.

Erst das Vorderrad heraus holen und dann...

...das passende Gegenstück dazu.

Get ready to crank!

Hier gibt es gleich mehrere Trails zu entdecken. Der "Hurrah Pass" scheint für mich heute das richtige zu sein und trete ich dann mal los. Logisch das es erstmal nur bergauf geht. Nach einigen Kurven entdecke ich bereits ein Schild mit der Aufschrift "Amasa Back Mountain Biking and Motorized Routes". Ich vergesse den "Hurrah Pass" und denke nur noch Silvester Stallone...

...als ich "Cliffhanger" lese. Ein absolut schwieriger Trail, egal ob mit dem Geländewagen, dem MTB oder zu Fuß.

Nach wenigen Minuten geht es gleich richtig zur Sache. Free Rider springen hier wahrscheinlich mit vollem Einsatz drüber. 4x4 Driver müssen es ganz langsam und viel Gefühl angehen. Für mich gilt die Devise: "Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt". Egal ob Downhill,

oder Uphill. Worauf habe ich mich hier nur eingelassen, frage ich mich pausenlos. Nach wenigen Passagen die für mich fahrbar sind, folgen immer wieder solche riesigen Absätze. Meine Gedanken drehen sich dabei immer mehr um die sichere Rückfahrt, denn es handelt sich nicht um einen Loop. Es geht also auf der selben Strecke nach Hause...

Nach einer guten Stunde mache ich den U-Turn, es reicht! Ich zurre meinen Helm nochmal richtig fest und kontrolliere meine Protektoren, welche ich nicht besitze. Dann stürze ich mich in...

die Tiefe...

...da ich noch nicht verzweifelt genug bin, entscheide ich mich doch gegen den Sprung. Was mich dann aber überrascht ist die Tatsache, daß der Downhill so richtig geil ist. Wenn man erstmal warm gefahren ist, wächst Mann über sich hinaus. Mit dem Bike komme ich derweil auch gut zurecht. Es ist schon erstaunlich wie belastbar diese speziellen Drahtesel sind.

Okay, an solchen Passagen gebe ich nach.

Unten am Kane Creek löst sich dann die Anspannung. Jetzt ärgere ich mich ein bisserl, den Trail abgebrochen zu haben. Beim nächsten mal ziehe ich das Ding voll durch.

Dem "Cliffhanger" entkommen trete ich einige Meilen weiter Richtung "Hurrah Pass". Auf dieser Schotterpiste bin ich etwa eine Stunde unterwegs, als der Himmel sich in der Ferne verdunkelt.

Ich entschließe mich umzukehren und bestaune die riesigen Cliffs, welche momentan noch in der Sonne liegen.

Nach eine halben Stunde liege ich zwar nicht in der Sonne, aber ich genieße einen "Cliff Energy Bar". So ein Ding habe ich zuletzt bei der Trekkingtour durch den Paria Canyon gegessen.

Gut gestärkt folgt erst eine Wasserdurchfahrt und kurz daruf der finale Anstieg,

ehe es nur noch Downhill zu Trailhead geht. Auf dem Bild kommt die Steilheit natürlich mal wieder nicht herüber, ich weiß... Im kleinsten Gang bin ich ca. 15 Minuten beschäftigt den Gipfel zu erreichen.

Das Wetter rund um Moab hat sich ehe etwas verschlechtert als verbessert. Nach einem kleinen Dinner (gefühlte 2000 Kalorien) fahre ich vorbei am Arches Visitor Center Richtung Norden.

Aber auch hier scheint die Sonne nur über den Wolken. An der Abzweigung zum Canyonlands N.P. drehe ich wieder um. Mittlerweile bin ich so richtig müde geworden und überlege ernsthaft im Hotel ein kleines Nickerchen zu machen. In Moab angekommen verwerfe ich die Bettgeschichte schnell wieder. Erst fressen wie ein Scheunendrescher und dann noch pennen, das geht nicht. Außerdem, wenn ich jetzt schlafe, was soll ich dann heute Nacht machen? Stattdessen denke ich an meine neue Liebe, den Slickrock Trail. Erneut fahre ich die Sand Flats Road hinauf und begebe mich auf bekanntes Terrain.

Das ist genau der richtige Ort um nochmal eine Stunde zu powern.

Ich begebe mich auf die kleine Runde und da das Setup stimmt komme ich fast jeden "Hügel"

"problemlos" hinauf.

Als ich so mittendrin bin fängt es doch tatsächlich an zu tröpfeln.

In Richtung Norden werden die Wolken immer bedrohlicher und ich sehe zu schnell hier wegzukommen.

Einem eleganten Downhill...

...folgt ein wenig eleganter Uphill. (habe mich verschaltet ;-)

Als der Trailhead in Sichtweite ist, hört es promt wieder auf zu tröpfeln.

Diese kleine Runde hat nochmal so richtig gut getan. Ich bin bestimmt morgen wieder hier um den Kreislauf nochmal richtig auf Touren zu bringen. Das permanente auf und ab ist echt der Wahnsinn.

Direkt hinterm Parkplatz befindet sich der "Baby Lions Back". Hier können sich die 4x4er so richtig austoben.

 

Der legendäre "Lions Back" ist seit einem Jahr geschlossen, weil das Land in Privatbesitz übergegangen ist. Bis dahin haben sich nur die verrücktesten und waghalsigsten Fahrer getraut da raufzufahren. Die schwarzen Reifenspuren sind innerhalb dieses Jahres vom Regen abgewaschen worden. Auf youtube gibt es natürlich noch einige unglaubliche Videos zu sehen. Apropos waschen, ich brauche dringend ne Dusche und nen Kaffee!

Bis morgen!


Dienstag, der 19. Oktober 2010

Wie auf WEATHER.COM versprochen lacht mich heute morgen die Sonne an.

Es ist zwar noch sehr frisch, doch im Tagesverlauf sollen die Temperaturen auf angenehme 25 Grad Celsius steigen. Das sind im Prinzip optimale Temperaturen um in die Pedalen zu treten. Im Internet hatte ich gestern Abend noch etwas auf DiscoverMoab gestöbert und bin dabei im "Dead Horse State Park" auf den "Intrepid Trail" gestoßen.

Nachdem ich im Visitor Center den Parkeintritt bezahlt habe geht es auch gleich auf die Piste. Da der Parkplatz noch ziemlich leer ist, wird wohl noch niemand vor mir unterwegs sein. Natürlich entscheide ich mich für die große Runde...

 

...den " Big Chief Trail". Die Fahrt führt teilweise recht nah am Canyonrand entlang und ist bis zu diesem Overlook auch ziemlich holperig. Es sind zwar keine extrem schwierige Passagen dabei, aber hin und wieder ein paar ordentliche Absätze.

Der Ausblick hinein ins Canyoncountry ist natürlich atemberaubend. Es is so ruhig hier, daß die Zeit für einen Moment stehen zu bleiben scheint. Für ein paar Minuten setze ich mich auf eine vorgelagerte Felsplatte und denke mal an nichts. (Oder denkt man immer an irgend etwas, auch wenn man denkt, daß man nichts denkt?) 

Der zweite Teil des Loops, die Rückfahrt also, erinnert dann mehr an einen norddeutschen Forstweg. Ich kann mal voll in die Pedale treten und "fliege" fast zum Trailhead zurück. Ich denke mir:"Wie geil war das denn gerade?" Dieser 9 Meilen Loop bietet einmal "technischen" Trail und einmal entspanntes auf und ab radeln. Für einen Moment überlege ich die Runde nochmal zu drehen. Es bleibt aber nur bei einem Gedankengang, denn ich fahre ungebremst bis zum "Dead Horse State Point" weiter.

Hier habe ich zum letzten mal vor 3 Jahren mit Magnus gestanden. Kinder wie die Zeit vergeht. Mittlerweile geht es auf zwölf Uhr zu und ich packe mein Rad ein, um zurück nach Moab zu fahren.

Kurz hinterm Parkausgang stoppe ich dann doch noch einmal kurz. Nur wegen M&M! Monitor and Merrimack habe ich sozusagen immer links liegen gelassen und noch nie fotografiert. Nachdem ich die beiden nun ja auf dem Biketrail vorgestern von der anderes Seite digitalisiert habe, muß es heute auch von dieser Seite sein.

Auf der endlos langen Abfahrt runter nach Moab höre ich auf einmal ein blödes Geräusch. Pss...macht es ganz unvorbereitet. Kommt das aus dem Radio? Sofort drehe ich den Regler auf leise, aber das Pssssssss...bleibt noch einen Moment. Mit meiner rechten Hand ertaste ich das Hinterrad vom Bike, aber es ist in Ordnung. Bei der nächstgelegen Möglichkeit halte ich an und stelle fest, daß das Vorderrad platt ist. Während des Transportes platt gefahren, daß muß mir erst einmal jemand nachmachen. Obwohl ich einen Ersatzschlauch dabei habe, fahre ich natürlich die paar Meter weiter zu "Uranium Bike". Marshall nimmt sich der Sache gleich an und entdeckt einen klitzekleinen Dorn. Da habe ich ich wohl einen Kaktus gestreift. Dunkel erinnere ich mich sogar daran, denn ich habe den Trail mal unerlaubt verlassen und bin Offtrail gefahren. Kleine Sünden werden halt sofort bestraft. 5 Minuten später ist alles repariert und ich rolle wieder vom Hof. Naja, ich werde es sehen...oder hören...oder fühlen, wenn Marshall weitere Stachel übersehen hat.  Vielleicht hatte aber auch der Schlauch eine Macke.

Die nächste Stunde verbringe ich am Pool um etwas Sonne zu tanken, ehe es an die Nachmittagsrunde geht.

Kurz nach 14.00 Uhr montiere ich mal wieder das Vorderrad.

Und nun eine Quizfrage: "Wo befinde ich mich gerade?"

Richtig: "Auf dem Slickrock Trail, zum nachmittäglichen auspowern!"

Gestern war mir noch diese Markierung "View" aufgefallen. Diese habe ich mir natürlich für heute aufgehoben. Nach wenigen eleganten rechts und links Abfahrten muß ich hart bremsen.

Kurz vorm "Viewpoint" geht es fast senkrecht in die Tiefe. Trotz meines gestiegenen Selbstbewußtseins steige ich an dieser Stelle ab und schiebe das Rad hinunter. Das heißt, schieben mußte ich nicht, eher bremsen und mich mit.

Hier mal ein Blick zurück, auch wenn es nix bringt nach hinten zu schauen...ich weiss.

Der Blick nach vorn ist mal wieder grandios, oder wie die Amis sagen: awesome, spectacular...

Der Weg nach vorn ist wenige Fotos später, der Weg zurück bergauf.

Langsam aber bestimmt erklimme ich den Gipfel. Zum Glück war kein anderer Biker oder Hiker hier unterwegs, denn die hätten mich doch glatt für verrückt erklärt. Ich habe nämlich eine kleine Fotosession von ca. 10 Minuten hier eingelegt. In der einen Hand das Bike, in der anderen meine kleine Zony.  Diese mal auf dem Gorillapod ausbalanciert oder mal von mir in schmerzhaften Posen haltend. Aber es hat sich für meine Bedürfnisse gelohnt.

Als Belohnung gibt es eine Banane und ein kleines Sonnenbad. Kurz darauf gessellen sich zwei Biker zu mir. Im Smalltalk stellt sich heraus das sie aus der Schweiz kommen. Nach kurzen Erfahrungsaustauch fahre ich den kleinen Loop zu Ende.

Die La Sal Mountains stecken wie so häufig mitten in den Wolken. Schnee ist aber noch nicht zu entdecken.

Zurück auf dem fast leeren Parkplatz am Trailhead mache ich mich dann auch schnell abfahrbreit und verschwinde zurück nach Downtown Moab und widme mich anderen Sachen.

Bis morgen!


Mittwoch, der 20. Oktober 2010

Wow, schon Mittwoch heute, die Zeit rennt und ich verlasse Moab so gegen 9 Uhr Richtung Norden.

Das Wetter scheint eine Kopie von gestern zu werden, mit Temperaturen so um die 25 Grad Celsius. Kurz vor der Abzeigung zum Canyonlands N.P. biege ich rechts auf einen großen Parplatz ab.

Heute stehen die "Moab Brand Bike Trails" auf meinem Plan.

Hier sind 4+1 Trails zu einem gigantischen Loop vereinbart.

Bar-M Circle-O Rockin-A Bar-B und Killer-B

Daraus ensteht der Name Moab, eine clevere Idee.

Wie auf der Karte eingezeichnet, starte ich Richtung Süden auf dem Bar M Loop. Hierbei geht es erstmal sehr moderat los.

Der Trail beginnt ziemlich harmlos und die einzige Gefahr geht von einer "netten alten Dame", die mit ihren Hunden unterwegs ist, aus. Während sie einen Schäferhund anleint, kommt mir das andere etwas nahe und beschnuppert mich. Scheinbar dufte ich nicht gut genug und Struppi kratzt die Kurve. Nach einem freundlichen "Have a good morning" sehen wie uns wohl nie wieder.

Kurze Zeit später hantiere ich mal wieder mit Zony und Gorillapod herum. Just in diesem Moment kommen 3 Biker vorbei, die das sehen und sofort fragen, ob sie mich mal fotografieren sollen. Dankend lehne ich ab, denn ich möchte ja nur den Trail ablichten.

Eine Datei später habe ich nun sogar einen schönen Kontrast zur Piste.

Nächster Stop, bzw. Loop, ist  Bar B. Chronologisch wäre natürlich Circle O an der Reihe, aber da hätte ich vom Parkplatz Richtung Norden aufbrechen müssen. Die Pfeilrichtung zeigt aber auf der Karte Richtung Süden ??? Ich muss es ja nicht verstehen...

Ging es eben noch recht erholsam zu, so ändert sich das Profil nun schlagartig. Nur nicht vom Weg abkommen, sondern immer der Red Line folgen.

Plötzlich befinde ich mich auf einem Singletrail, wie geil ist das denn? Ab jetzt heißt es wieder volle Konzentration.

An einem Geröllfeld komme ich aber nicht drumherum mal wieder abzusteigen und das Bike zu schieben. Da mangelt es mir doch an Erfahrung und Schienbein- bzw. Schulterprotektoren. Ich habe echt keine Lust mir hier die Knochen zu brechen.

 

Killer B schließt sich dann recht schnell Bar B an. Wie der Name schon verpricht, geht es hier richtig zur Sache. Wer hier zu Fall kommt, der braucht keinen Arzt mehr. Das erste Stück ist ein Schotterpiste, die ca. 300 m in 3 Kurven downhill geht. Obwohl ich weiß das der Trail nix für mich ist packt mich die Neugierde. Permanent auf den Bremsen stehend schlittere ich auf dem losen Geröll herum, bis der Singletrail beginnt.

Um es kurz zu machen, ich fahre hier keine 5m am Stück. Aber wenigstens war ich mal hier und das zählt doch, oder? Der Weg auf der Schotterpiste zurück fordert mich dann extrem. Im kleinsten Gang rödel ich mich Meter für Meter hinauf. Selbst hier muß ich einmal schieben, weil ich keine Traktion habe. 

Nach Bar B kommt Rockin'A. Wie der Name hier verspricht geht es hauptsächlich auf felsigen Untergrund voran.

Auf dem Schild steht:"If you ride the line, you will feel warm and fuzzy! Was die damit mal wieder meinen?

An einigen wenigen Stellen wird es etwas "schwammig". Da heißt es für mich "I walk the line"! Von diesem Moment an denke ich nur noch an Jonny Cash und höre ihn pausenlos singen.  

Als wir dann gemeinsam singen, vergesse ich doch glatt die Red Line. Autsch! Bei obiger Rechtskurve mache ich meinen ersten Abflug. "WELCOME TO MOAB" Das war im Prinzip nur eine Frage der Zeit, wann es mich mal hinhaut. Gut das die Felsspalte ein paar Meter entfernt ist.

Ich lasse das Bike erstmal unberührt und liegen und setze mich einen Moment dazu. Der Schreck war natürlich größer, als die paar Schrammen. Ich habe in dieser engen Kurve einen kleinen Tick zuviel vorne gebremst und dann das Gleichgewicht verloren. Gut das die Schuhe sich schnell aus den Pedalen gelöst haben, sonst wird es schmerzhafter. Von nun an wird nicht mehr gesungen...

Im Anschluß an Rockin'A folgt Circle O. Hier geht es auch die meiste Zeit über Felsplatten mal nach oben und mal nach unten. Den Sturz noch im Hinterkopf und J.Cash schon wieder auf den Lippen, holpere ich mich den Loop entlang. Ich muß mich echt konzentrieren, denn nach wenigen Metern hätte ich fast das zweite mal gelegen. Lassen etwa Konzentration und Kräfte nach?

Da hilft nur noch ein Powerdrink und schon geht es weiter.

Eine Passage mit Potholes beendet dann den Circle O und ich befinde mich wenige Minuten später auf dem großen Bar M Loop wieder.

So wie der Trail heute morgen anfing, so endet er zur Mittagszeit und ich stürze schon wieder...

...allerdings nicht vom Rad, sondern mich in den Pool. Mittlerweile komme ich mit meiner Zony gut zurecht. Für diesen Schnappschuß ist tatsächlich nur ein Versuch nötig. Gutes Timing!

Nach einer Stunde Sonnenbad gehts nochmal hoch zum Slickrocktrail.

So wie gestern ist auch heute Nachmittag nicht viel los. Ich widme mich eine Weile dieser bizarren Felsformation...

...die mich an irgend etwas erinnert.

Oder geht die Fantasie mit mir durch?

Bevor ich auf der kleinen Runde so richtig loslege, lasse ich erstmal diese pubertierenden Biker vorbei. Dann "crank" ich mich wieder zu Höhepunkt und bleibe eine gute halbe Stunde entspannt sitzen...

...und erfreue mich an "Beautiful Landscape" und lasse meine Gedanken kreisen. Soll ich morgen den großen Loop nochmal abfahren, obwohl ich den kenne? Oder lieber was neues? Oder,oder,oder...immer muß man Entscheidungen treffen.

Nach knapp 2 Stunden, okay eine davon habe ich in der Sonne sitzend verbracht, verabschiede ich für für heute vom Slickrocktrail. Die Trails heute haben wieder sehr viel Spaß gemacht, aber nun bin ich müde.

Im City Market hole ich mir noch ein paar Kleinigkeiten und fahre direkt zurück ins Motel, wo ich mich in meinem Zimmer verschanze und in die Tasten haue.

Eben lese ich auf meinem Homepage Counter die Zahl 9998. Wer die 10.000 knackt, darf sich gerne bei mir melden!

Bis morgen!


Donnerstag, der 21. Oktober 2010

Heute bricht mein letzter voller Tag in Moab an. Jetzt wo ich mich an die Zeitumstellung gewöhnt habe schließt sich der Kreis so ganz langsam wieder. Gestern hatte ich mir ja überlegt gegebenfalls den Slickrocktrail ein zweites mal komplett zu fahren. Heute morgen habe ich diesen Plan über Bord geworfen, schließlich gibt es noch so viel unbekanntes zu entdecken.

Meine ersten Worte des Tages lauten: "Good Morning, Twenty on two", was soviel heißt, daß ich für 20$ an Zapfsäule 2 tanken möchte. Wieder verlasse im Moab auf der 191 in nördliche Richtung. Knapp 17 Meilen später biege nach dem Milemarker 142 rechts ab und folge einer Dirt Road für knapp 3 Meilen. Hier ist der Trailhead zu "Klondike Bluffs".

Laut Beschreibung erwarten mich hier und heute Slickrockpassagen, Dinosauriertracks, wenige sandige Abschnitte, steile Anstiege und ausgedehnte Blicke in den Arches N.P.! Im Prinzip das was mich auch die letzten Tage so begleitet hat. Ich find's saugeil.

Die erste Sandmeer läßt dann auch wirklich nicht lange auf sich warten. Hier komme ich beim besten Willen nicht durch. In meinen Ohren klingt auf einmal wieder "I walk the Line", auch wenns keine gibt. Nachdem ich mich dann doch etwas warm gefahren habe, stehe ich vor der nächsten Challenge.

Auch hier sehe ich mich gezwungen kurz abzusatteln und zu schieben. Nach ca. einer 1 Meile geht es stetig auf einem Felsplateau bergauf.

 

Nochmal richtig Schwung holen und von nun an in gleichmäßigen Tritt nach oben klettern.

Vor lauter kurbeln und atmen und kurbeln, habe ich die Dinotracks doch glatt übersehen. Die einzige Spur die ich nicht aus den Augen gelassen habe, waren die weißen Markierungsstriche. Diese und einige Steinmännchen weisen den direkten Weg, welcher immer steiler nach oben führt.

In westlicher Richtung ist sehr weit entfernt der Flugplatz von Moab zu erkennen. Dieser Spot lädt zu einer kleinen Rast ein, bevor ich den letzten Anstieg beginne.

Das Ende des Biketrails erreiche ich eine halbe Stunde später. Mit mir kommen fast gleichzeitig zwei amerikanische Pärchen an. Zusammen gehen wir auf einen kurzen Hike und betreten somit...

  

...den Arches N.P.

Nach 10 Minuten stehen wir auf der höchsten Erhebung und bestaunen die roten Steine. Während ich eher der stille Genießer bin, überbieten sich die Amis mal wieder mit ihren Worten wie spectacular, awesome, great, beautyful...... Ich könnte mich jedesmal schlapp lachen. "Awesome" ist übrigens mein Lieblingswort geworden. Es steht für fantastisch, toll, hammermäßig, super, spitze, geil...das haut rein!

Da aus Richtung Westen die Wolken immer dunkler werden, ändere ich meine weitere Tourplanung. Eigentlich wollte ich noch den "Babysteps Trail Loop" abfahren. Dieser geht nämlich hier Richtung Norden ab und zieht sich einige Meilen ehe er wieder zum "Klondike Bluff Trail" führt. Da Gewitter gemeldet sind ist mir das Risiko zu groß hier draußen alleine herum zu fahren. Selbst die 4 Amis fahren die selbe Strecke wieder zurück. Vorhin noch mühselig uphill gequält, geht es nun recht rasant downhill. Bike und Mensch werden auf dem Fels mächtig durchgeschüttelt und beansprucht. 

Als sich die Sonne dann doch noch einmal blicken läßt, lege ich eine Pause ein und genieße die warmen Strahlen. So sitzend beobachte ich einige Biker die sich am Fels hoch "cranken". (das Wort "Crank" bedeutet u.a. kurbeln, spinnen)

Als der Weg dann wieder frei ist starte ich zum finalen Downhill. Die Dinotracks habe ich dabei erneut übersehen. Diesmal lag es an der hohen Geschwindigkeit und der damit verbundenen Konzentration auf Bike und Strecke.

Das blöde an der Sache ist, daß die Abfahrt viel zu schnell vorbei ist. Zur Mittagszeit stehe ich wieder am Trailhead, verlade alles und düse Richtung Moab zurück. Während im Arches N.P. die dicken Wolken hängen, scheint hier im Tal die Sonne. Also fahre ich direkt weiter in die Sand Flats Recreation Area. Schließlich muß ich mich vom Slickrock Bike Trail verabschieden.

Ein letztes mal für diesen Urlaub holpere ich über das Gitter. Kurz danach geht es gleich richtig zu Sache. Auf diesem Trail gibt es einfach keine langsame Steigerung von leicht nach schwierig und das ist auch gut so. Wer nach 20m merkt das es zu steil nach unten geht, sollte wieder umdrehen oder sich darauf einlassen sein Bike den halben Tag zu schieben. Auf einer Skala von 1 bis 4 hat dieser Trail die 4!!! Selbst der "Practise Loop" ist da keine Ausnahme.

Ich fahre ihn heute zum vierten mal und scheitere immer wieder an drei Uphill Passagen. Es ist und bleibt an diesen Stellen zu steil für mich. Macht aber nix!

Ich finde es natürlich nicht dramatisch und sehe es als sportliche Herausforderung für die Zukunft. Für heute sage nicht Tschüß, sondern Auf Wiedersehen Slickrock Bi..

Ich komme wieder, ganz bestimmt!

Schön wäre es natürlich sich mal in Formation hier durch zu kämpfen. Also wer Lust hat, kann sich gerne bei mir melden! Es muß ja nicht gleich Amerika sein, auch Deutschland bietet eine Menge an tollen Trails. Rund um den Brocken im Harz geht auch mächtig die Post ab!  

Kurz nach 16 Uhr stehe ich mal wieder bei Marshall vor der Garage und gebe meinen treuen Begleiter zurück. Er checkt kurz alles und ist über den Zustand sehr zufrieden. Wahrscheinlich hat er schon andere Erfahrungen gesammelt. Wir schnacken noch kurz miteinander ehe ich mich bis zum nächsten Jahr verabschiede.

Den Rest des Tages werde ich wohl nochmal die Giftshops von Moab durchlaufen. Irgendetwas findet man(n) doch immer, egal ob dringend notwendig oder nicht.

Bis morgen!


Freitag, der 22. Okotober 2010

Mein Gepäck ist gepackt, ich muß nun geh'n und werd diese "Stadt" hoffentlich bald wieder seh'n...okay, ganz so schnell bin ich dann noch nicht weg.

Seitdem ich gestern das Bike zurück gegeben habe, ist die Luft raus und meine Stimmung wirkt gedrückt. Zwar liegen noch zwei volle Tage vor mir, aber das Urlaubsende scheint auf einmal so nahe. Beim verladen meiner Klamotten regnet es auch noch...

Mein nächster Weg führt mich direkt zu Rachelle an die Rezeption. Vor mir checkt ein älterer Herr aus. Nachdem sie fragt ob er zufrieden war, beschwert sich dieser. Er übernachtete im Untergeschoß und über seinem Zimmer, also im Obergeschoß, wurde zuviel herumgetrampelt. Jaja, das ist so ein typisches Problem bei diesen Motels. Deswegen habe ich mich auch für ein Zimmer "oben" entschieden.

Nachdem der unangenehme Teil erledigt ist, gehe ich quer über die Straße ins "Pancake Haus" zum frühstücken. Die Atmosphäre hier ist zum heulen. Draußen ist es ziemlich düster durch die tiefhängenden Wolken und hier drinnen ist das Licht auch noch gedimmt. Dazu kommt das sich die meisten Gäste anschweigen. Gääähn, was für ein langweiliger Laden, ich schlafe gleich wieder ein.

Als ich alles heruntergeschlungen habe, wird es dann aber höchste Zeit loszufahren. Der Regen wird immer stärker als ich die Mainstreet Richtung Norden fahre. Vorbei am Visitor Center des Arches N.P winke ich nochmal. In dieser Woche war ich nicht ein einziges mal im Arches, ebenso nicht im Canyonlands N.P.! Das hat es ja noch nie gegeben. Diesmal stand eben alles im Zeichen des Mountainbikings. Aber keine Sorge, heute gibt es keine Bilder von mir mit Bike auf irgendwelchen Trails.

Die Wolken hängen megatief und an der Gabelung zum Canyonland N.P. nehmen sie eigenartige Formen an. Erst als ich die Interstate 70 erreiche läßt der Regen etwas nach.

In Palisade/Colorado fahre ich mal kurz vom Highway ab um etwas zu tanken. Die Waschanlage habe ich nur fotografiert, weil mir die Werbung so gefallen hat.

Kurz vor der Weiterfahrt werde ich nur noch von einem Güterzug aufgehalten, der mit seinen über 100 Wagons gefühlte 10 Minuten braucht, um die Bahnschranken zu passieren. Über mein Tagesziel bin ich mir im Moment noch nicht so ganz schlüssig. In meiner Urlaubsvorplanung hatte ich mir fest vorgenommen, auf dem Rückweg von Moab nach Denver einen Abstecher in Aspen/Co zu machen. Schließlich liegt der Ort nur 40 Meilen abseits der Interstate. Gestern Abend ist mir dann in den Sinn gekommen, vielleicht doch in den Rocky Mountains N.P. zu fahren. Nach einigen hin und her, habe ich mich für die erste Variante entschieden. Das Wetter ist in ganz Colorado Sch...

Aspen, ich komme...

Der Ortskern ist relativ überschaubar. Nachdem ich "alle" Straßen abgefahren habe, mache ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft für heute Nacht. Gestern hatte ich schon mal im World Wide Web nach Zimmern geschaut. Die Preise gingen so bei 120 $ los. Für Aspen scheint das normal zu sein und so war ich schonmal vorgewarnt. Sollte es noch teurer werden, dann kann ich immer noch weiter fahren. Mein erster Versuch, im "Mountain Chalet Aspen", war gleich ein voller Erfolg. An der Rezeption wurde mir sogar ein Discount von 10% angeboten, ohne das ich überhaupt irgend etwas gesagt habe, außer das ich Zimmer benötige. Parkplatz und Frühstück sind auch noch inklusive! Perfekt, ich nehme das Zimmer.

Um 85$ erleichtert beziehe ich meine charmante Unterkunft. Es ist alles klein aber fein. Das es kostenlosen Internetzugang gibt ist ja schon fast selbstverständlich. Ich bekomme einen Netzwerkschlüssel und bin über die Geschwindigkeit echt überrascht. Mit 54 MBit/s geht hier die Post ab.

Natürlich surfe ich nicht den ganzen Nachmittag im Web, sondern durch die Straßen von Aspen. Einige Geschäfte sind geschlossen, weil "Off Season" ist. Aha, daher auch die recht günstigen Hotelpreise. Nach der Sommersaison geht es erst Mitte November wieder so richtig los hier. Dann liegt Schnee ohne Ende und die Schönen & Reichen geben sich die Klinke in die Hand. Heute ist alles sehr beschaulich, was ich sehr genieße.

Wenn jetzt doch mal die Sonne durchkommen würde, wäre alles perfekt. Die Skihänge sind in Wirklichkeit viel steiler, als es auf dem Bild mal wieder rüber kommt. So wie bei den Biketrails natürlich:-)

Selbst an der Gondelstation sind die Bürgersteige hoch geklappt. Während es hier unten auf 2.405m angehnehme 12 Grad Celsius hat, sind es auf dem 3.417m hohen "Aspen Mountain" wohl so um die 0 Grad Celsius. Man überlege sich nur, wenn heute Nacht ein Wetterumschwung kommt und ein Schneesturm über die Rockies zieht, dann werden die Passstraßen gesperrt und ich habe die A....karte gezogen. Gefangen im Paradies, let's not!

Nach zwei Stunden Windowshopping wird der Regen wieder stärker. Mit einem Coffee to go und Cookies ziehe ich mich auf mein Zimmer zurück. Da ich in meinen Oberschenkeln leichten Muskelkater verspüre, lasse ich mir ein heißes Bad ein.

Bis morgen!


Samstag, der 23. Oktober 2010

Morgens halb acht in Aspen...über das Wetter mache ich keine Scherze mehr!

Noch total verschlafen, ohne Kaffee, einfach ohne alles, schaue ich aus dem Fenster hoch zum Berg. "AWESOME" denke ich mir, während es hier unten noch immer regnet, liegt weiter oben die weiße Pracht. Das wäre heute beim besten Willen nicht notwendig gewesen. Sofort starte ich meinen Laptop und checke das Wetter an verschiedenen Orten, welche heute auf meiner Strecke liegen. Beim click auf die Webcam vom "Eisenhower-Johnson Tunnel"(der höchste Pass) stockt mir der Atem und das Blut schießt aus meinem Kopf. Hier liegt Schnee, wo gestern noch alles grau war. Nächster Schritt ist der Roadstatus der Interstate 70. Von Sperrungen ist nichts gemeldet. Trotzdem kommt in mir eine leichte Panik auf und die morgendliche Ruhe ist wie weggeblasen. Ich gönne mir noch einen Kaffee, zwei Bagel mit Creme Cheese und Marmelade, ehe ich auschecke und Richtung Glenwood Springs verschwinde. Draußen sind es so um die 0 Grad Celsius und es regnet leicht. In benannten Glennwood Springs treffe ich dann wieder auf die Intestate 70 und hier ist es plötzlich viel milder, heller und vor allem trocken.

Ich versuche mir einzureden, dass es möglicherweise nicht so schlimm wird. Nach einigen Meilen gen Osten werde ich dann aber eines besseren belehrt. "CHAINS REQUIRED FOR ALL COMMERCIAL VEHICLES", was soviel heißt das alle Trucks Schneeketten auflegen dürfen!

Während ich an Höhenmetern gewinne, geht der Regen dann auch prompt in Schnee über. Die Informationen vom Straßenrand werden dann auch immer konkreter. Kurz vor dem 3250m hohen "Vail Pass" müssen alle Trucks anhalten und Ketten auflegen. Dafür gibt es zwischen bestimmten Milemarkern extra eingerichtete Parkbuchten.

Die sogenannte "Chain Law Season" hat am 1.September 2010 begonnen und endet am 31. Mai 2011! Zwischen Milepost 133 ( Edward Exit) und Milepost 259 (Morrison Exit) auf der I 70 gilt dieses Gesetz. Schneeketten sind in diesem Zeitraum immer mitzuführen.(Trucks)

Als es dann immer heftiger schneit kommt die Meldung "I 70 CLOSED"! Ich denke echt mein Schwein pfeift. Die können doch nicht wegen der paar Flocken mal eben alles dicht machen. Mir drängt sich die Frage auf: Wie lange bleibt der Highway gesperrt? 10 Minuten, 1 Stunde, den ganzen Tag? Jedenfalls kommt der Verkehr erstmal zu erliegen. Ich bewundere die Trucker, welche teilweise in T-shirts oder in kurzen Hose bekleidet ihre Ketten auflegen.

Nach gefühlten 24 Stunden, die ungefähr einer entsprachen, geht es dann auch weiter. Die Ursache für die Sperrung steht am Straßenrand. Auf der Gegenseite sind die Bedingungen noch schwieriger. Da liegt der Schnee viel höher auf dem Asphalt und 3 Autos rutschen in den Straßengraben. Etwa mit Sommerreifen unterwegs? Ich überlege mir was wohl für Pneus auf meinem GMC drauf sind? Der hat zwar Allradantrieb, aber mit Sommergummis habe ich bei der folgenden Abfahrt schlechte Karten.

Bremsen auf herkömmliche Weise lasse ich daher sein, stattdessen schalte ich die Automatik auf Manuell und lasse den Motor bremsen. Da wirklich alle vorsichtig fahren, kommen wir gut über den ersten Pass. Zur Halbzeit darf erstmal durchgeschnauft werden. Nun muß nur noch der 3.400m hohe Eisenhower-Johnson Tunnel erreicht werden. Wieder geht es im Schneckentempo Meile für Meile nach oben.

Als ich den Röhreneingang sehe, macht sich Erleichterung breit. Im Tunnel kommt dann der Warnhinweis "ICY ROAD". Ich hatte gehofft das es hier drinnen milder wird, aber weit gefehlt, denn es wurde noch 1 Fahrenheit kälter! Es bleibt einem aber auch nichts erspart. Die Kurve am Ausgang nach 2,7 km nehmen alles sehr vorsichtig weil auch da wieder vor Straßenglätte gewarnt wird. Von nun an wird es ganz allmählich besser. Wo ist meine Zigarre? 

Es geht fortan nur noch Downhill Richtung Denver.

Die Fahrt durch die City ist volkommen entspannt, mal abgesehen von einer Vollbremsung kurz vor der Ausfahrt. Erst geben alle Gas wie die Bekloppten und dann geht's voll in die Eisen. Aber das kennt mann ja von deutschen Autobahnen auch.

Im "Marriott Denver Airport Gateway Park" checke ich am frühen Nachmittag ein. Das Zimmer hatte ich vor einiger Zeit bei "Priceline.com" für günstige 80$ inkl. zugeteilt bekommen. 

 

Bei einem kurzen Spaziergang genieße ich dann endlich mal wieder die warmen Sonnenstrahlen. Vor über einer Stunde noch im tiefsten Winter und nun im "Indian Summer". Richtung Westen, also da wo die Rockies liegen, hängen aber immer noch dicke graue Wolken.

Da ich außer den 2 Bagel heute morgen noch nichts gegessen habe, kehre ich auf einen Snack zu Applebee's ein. Hier war ich schon 2004 mit Matze, 2008 dem kleinen Metze und heute eben alleine. Ich mag den Laden. Den Rest des Tages meditiere ich auf meinem Zimmer und sage 1 Million mal Omm.

Natürlich nicht, aber ich habe im Fitnessraum zwei Bikes entdeckt...

Bis morgen!


Sonntag, der 24. Oktober 2010

Nach dem gestrigen, späten T-Bone Steak im Outback Steakhouse lasse ich das Frühstück heute morgen ausfallen. Nach einem Kaffee begebe ich mich doch tatsächlich in den Fitnessraum...

...und spule 10 Meilen ab. Ganz ehrlich, richtigen Spaß bereitet mir das nicht. Es ist wohl gut um sich mal eben schnell auszupowern, jedoch bevorzuge ich ein richtiges Rad auf einem richtigen Trail. Da fällt mir ein, dass die Trails ab übermorgen wieder norddeutsche Fortwege heißen. Vom High Desert über High Mountains hin zu tiefgelegenen Wald- und Wiesenwegen. Wie soll das mein Körper verkraften? Von meiner Psyche ganz zu schweigen. ;-) Okay, ganz so schlimm wird es nicht werden.

Bis zum Checkout hänge ich seelenruhig vor Laptop und TV. In den Wetternachrichten wird vor dem ersten schweren Wintersturm in den Rockies gewarnt. Heute Abend soll es damit losgehen. Nicht schlecht staune ich, als ich Bilder vom "Vail Pass" sehe. Da wo gestern noch alles weiß war, ist heute alles grün. Auf dem "Loveland Pass" dagegen liegt noch Schnee. Das soll einer verstehen.

Nachdem mal wieder alles verpackt ist geht es zu Alamo, den Wagen zurück geben und mir dem Shuttlebus direkt zum Denver Airport. Hier schließt sich nun der Kreis entgültig. Es geht zurück nach Deutschland.

Hinter mir liegen mal wieder unvergessliche Tage. Diesmal habe ich das Wanderequipment zu Hause gelassen und bin ganz neue Wege gegangen bzw. geradelt. Nach eins, zwei Tagen war ich mit dem Bike vetraut und hatte mich an das Terrain mehr oder weniger gewöhnt. Das Wetter stand während der Touren immer auf meiner Seite und hat mich viel Sonnenschein begleitet. So mag ich das.

Da ich Internetzugang im "BW Grennwell Inn" hatte, konnte ich täglich updaten. So war es von mir geplant und ich danke allen, die mich auf meiner Reise begleitet haben. Natürlich auch denen, die sich hierher verirrt haben. Über Rechtschreibfehler, schlechte Grammatik und falsch gesetzte Kommas bitte ich hinweg zusehen.

Besonderer Dank gilt natürlich meiner kleinen "ZONY nebst Gorillapod". Die zwei waren treue Begleiter und haben trotz einiger Abstürze nicht den Dienst quitiert!

Sollte Euch der Bericht gefallen haben, dann erzählt es bitte weiter. Wenn nicht, dann informiert nur Euren Arzt bzw. Apotheker, die haben Schweigepflicht... 

Bis bald, Marco Metzing

 

Nachtrag zum Rückfluch!!!

Es ging, wie schon vor einem Jahr beim Rückflug, in die Verlängerung. Am Abfluggate sitzend warten alle Passagiere auf die Maschine. Doch sie kommt und kommt und kommt einfach nicht. Auf dem Flug von Frankfurt nach Denver ist eine Leckage am Triebwerk aufgetreten. Der Airbus hat jede Menge Kerosin verloren und ist in Chicago "notgelandet" bzw. normal gelandet.

Plötzlich kam eine Mail aufs Handy! Ihr Flug fällt leider aus...Bitte setzen sie sich mit Lufthansa unter 01805...in Verbindung. Na klar, ich rufe aus Denver eine Sonderrufnummer in Deutschland an...

Das Display am Abfluggate hat dann ganz still und heimlich auf "canceled" umgeschaltet. Von den 2 Lufthanseatinnen kam leider überhaupt keine Meldung, was alle als sehr merkwürdig empfanden. Dank Herdentrieb bildete sich sofort lange Schlange. Das Umbuchungsprozedere gestaltete sich sehr zähflüssig und das war noch untertrieben. Ich hatte ca. 12 Passagiere vor mir, nach anderthalb Stunden waren es übrigens noch immer sechs, was mich dann dazu bewogen hat, doch telefonisch umzubuchen. Obwohl ich eigentlich nicht wollte!!! Nach klassicher Warteschleife hat es dann schließlich geklappt, einen Rückflug mit 24 Stunden Verspätung zu bekommen. Mein Handy hat sich dann nochmal per SMS gemeldet. Diesmal hat sich die Telekom gemeldet und mich darüber informiert, dass meine Auslandskosten "sprunghaft" angestiegen sind. Das war wirklich eine teure Umbuchung, wobei ich hoffe das LH sich an den Kosten beteiligen wird.

Gegen 20 Uhr fand ich mich erneut in einem Hotelshuttle wieder. Es ging zurück Richtung Denver ins "Crystell Inn", nicht wirklich schön aber zweckmäßig. Zusammen mit einem anderen gestrandeten Deutschen haben wir im "Outback Steakhouse" auf die Verlängerung angestoßen und Erfahrungen ausgetauscht. Als später das bestellte Taxi nicht kam hat uns der Restaurantmanager in seinem Pickup zurückgefahren. Danke!

Der Montag stand dann ganz im Zeichen des Wartens, denn unser "Fluch" ging ja erst abends um sechs, aber ging dann wirklich...